Oper Frankfurt: AUS EINEM TOTENHAUS (Z MRTVÉHO DOMU) von Leoš Janáček

Premiere Ostersonntag, 1. April 2018, um 18.00 Uhr im Opernhaus

„In jeder Kreatur ein Funke Gottes“ lautet das von Dostojewski übernommene Motto, welches auch Janáček seiner Komposition voranstellt: In einem Straflager verbüßt eine Gruppe fast ausschließlich männlicher Gefangener ihre Haft. Im Verlauf der Handlung erzählen einige der Delinquenten aus ihrem Leben und von den Gründen, die sie in den Arrest gebracht haben. Zudem wird der Alltag zwischen Lagertheater und existentieller Not geschildert. Der politische Häftling Gorjančikov, der zu Beginn der Handlung seine Strafe antritt, wird am Ende nach einem Gnadengesuch seiner Mutter entlassen. Für die restlichen Männer aber geht der zermürbende Alltag weiter…
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Die posthume Uraufführung seiner letzten Oper Aus einem Totenhaus erfolgte am 12. April 1930 am Nationaltheater Brünn. Leoš Janáček (1854-1928) verwendete in diesem auf einem Roman von Dostojewski (1862) basierenden Werk einen radikal neuen Musikstil, der von einer Wirklichkeitssprache als „Augenblicksfotografie der Seele“ ausgeht und sich damit rein klanglich stark von den vorangegangenen Bühnenwerken unterscheidet.

Die letzte, aus Brüssel übernommene Totenhaus-Inszenierung an der Oper Frankfurt (Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling; Regie: Peter Mussbach) erlangte nach ihrer Premiere am 13. Februar 1994 Kultstatus. Mit der aktuellen Neuproduktion ergänzt die Oper Frankfurt ihren während der Intendanz von Bernd Loebe lose gestalteten Zyklus mit Opern des mährischen Komponisten.

Die musikalische Leitung liegt bei dem Italiener Tito Ceccherini, der sich als Interpret der Werke des frühen 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht hat. An der Oper Frankfurt debütierte er 2016/17 mit Strawinskys The Rake’s Progress. Regisseur David Hermann ist regelmäßiger Gast im Haus am Willy-Brandt-Platz, wo er zuletzt Drei Einakter von Ernst Křenek inszenierte. Die Sänger stammen fast ausschließlich aus dem Frankfurter Ensemble und dem Opernstudio, darunter u.a. Vincent Wolfsteiner (Filka Morozov), AJ Glueckert (Skuratov) und Peter Marsh (Šapkin). Mit Johannes Martin Kränzle (Šiškov) kehrt nach längerer krankheitsbedingter Abwesenheit ein ausgesprochener Publikumsliebling an die Oper Frankfurt zurück, deren Ensemble er bis 2016/17 angehörte.

In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Tito Ceccherini;
Inszenierung: David Hermann

Mitwirkende: Gordon Bintner (Alexandr Petrovič Gorjančikov), Karen Vuong (Aljeja), Vincent Wolfsteiner (Filka Morozov), Johannes Martin Kränzle (Šiškov), AJ Glueckert (Skuratov), Ralf Simon (Großer Sträfling / Čerevin / Sträfling mit dem Adler), Gurgen Baveyan (Kleiner Sträfling / Čekunov), Barnaby Rea (Platzkommandant), Theo Lebow (Ganz alter Sträfling), Jaeil Kim (Kedril), Hans-Jürgen Lazar (Betrunkener Sträfling), Iain MacNeil (Koch), Mikołaj Trąbka (Schmied), Thesele Kemane (Pope), Ingyu Hwang (Junger Sträfling), Barbara Zechmeister (Dirne), Dietrich Volle (Verbitterter Sträfling), Brandon Cedel (Ein Sträfling), Peter Marsh (Šapkin / Fröhlicher Sträfling), Gal Fefferman (Eine junge Frau)

Weitere Vorstellungen: 6., 8. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 12., 15., 21., 27., 29. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) April 2018
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Preise: € 19 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Bild: Leoš Janáček

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