Richard Wagner, "Siegfried", Deutsche Oper am Rhein

Premiere am Samstag, 7. April 2018, um 17.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf

Aus dem einstigen Weltenlenker Wotan ist ein machtloser Wanderer geworden. Er verfolgt von fern, wie sein Enkel Siegfried bei dem Zwergen Mime als unbekümmerter Held heranwächst. Doch Siegfrieds Furchtlosigkeit gründet auf einem gefährlichen Defizit: Isoliert und ohne jegliches Geschichtsbewusstsein aufgezogen, schlägt er alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Dazu wurde er von Mime erzogen, der sich erhofft, durch Siegfried den Ring seines Bruders Alberich zurückzuerobern. Doch Siegfried rebelliert gegen seinen Ziehvater und gegen jeden, der sich ihm entgegenstellt.
24442

(c) Robert Crow/shutterstock

So findet er intuitiv den Weg zu der schlafenden Brünnhilde. Hier lehrt ihn seine eigene Sexualität im Anblick einer Frau das Fürchten. In höchsten Tönen feiern Brünnhilde und Siegfried schließlich ihre Vereinigung. Es scheint, als hätte die Macht der Liebe die des Geldes besiegt.

Richard Wagner (1813–1883), der Staat und Institutionen stets gehasst hat, steht als Revolutionsphilosoph im „Siegfried“ ganz in Bakunins anarchistischer Schule, wonach die alte Ordnung erst zerstört werden muss, bevor Neues entstehen kann. Siegfried bricht mit allen Regeln, weil er sie nie kennengelernt hat und einfach nicht anerkennt. Institutionalisierte Herrscher werden von ihren lachenden Enkeln demontiert. Die neue Generation scheint nicht interessiert an dem alten Machtstreben, doch lässt sie sich leicht instrumentalisieren, wie Wagner schließlich in „Götterdämmerung“ zeigt.

Mit seinem Debüt als Siegfried zeigt der schwedische Heldentenor Michael Weinius dessen spannende Ent­wicklung vom furchtlosen Anarchisten zu einem empfindsamen jungen Mann. Ensemblemitglied Cornel Frey versucht ihn für seine Zwecke zu missbrauchen. Als Mime debütierte er bereits im „Rheingold“ – jetzt über­nimmt er die Partie für den erkrankten Matthias Klink. Nach seinen erfolgreichen Debüts als Wotan ent­wic­kelt Simon Neal seine Rolle nun als Wanderer weiter. Die Brünnhilde singt Linda Watson, die in dieser Rolle u. a. schon an der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera New York, bei den Bayreuther Festspielen und zuletzt in Düsseldorf gefeiert wurde.

Zweiter Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“
Text vom Komponisten
In deutscher Sprache mit Übertiteln
Dauer: ca. 5 Stunden, zwei Pausen
Empfohlen ab 16 Jahren

   Musikalische Leitung
       Axel Kober
    Inszenierung
       Dietrich W. Hilsdorf
    Bühne
       Dieter Richter
    Kostüme
       Renate Schmitzer
    Licht
       Volker Weinhart
    Dramaturgie
       Bernhard F. Loges

   Siegfried
       Michael Weinius
    Mime
       Cornel Frey
    Der Wanderer
       Simon Neal
    Alberich
       Jürgen Linn
    Fafner
       Thorsten Grümbel
    Erda
       Susan Maclean
    Brünnhilde
       Linda Watson
    Waldvogel
       Elena Sancho Pereg

Orchester
      Düsseldorfer Symphoniker

Die Premiere am 7. April ist bereits ausverkauft. Karten für die vier weiteren Vorstellungen am 22. und 29. April sowie am 6. und 10. Mai sind im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211), an der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 62 100) und online über www.operamrhein.de erhältlich.

Weitere Artikel