Theodor Fontane, EFFI BRIEST, Vorarlberger Landestheater Bregenz

Premiere: Freitag, 6. April 2018, 19.30 Uhr, Grosses Haus

„Ich bin nicht so sehr für das, was man eine Musterehe nennt.“ Effi Briest heiratet auf Wunsch ihrer Mutter den mehr als doppelt so alten Baron Geert von Innstetten. Sie ist eine unbeschwerte junge Frau, die von einem abwechslungsreichen Leben träumt und glaubt, mit dem karrierebewussten Innstetten stünde ihrem Glück nichts mehr im Wege. Doch statt auf Bällen und in der Oper findet Effi sich in einem trostlosen, engen Städtchen wieder, in dem sie Einsamkeit und Langeweile quälen. Ihr Mann hat wenig Zeit für sie, und Effi fühlt sich trotz der Geburt einer Tochter in ihrem eigenen Zuhause verlassen.
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(c) Anja Koehler

Sie beginnt ein heimliches Verhältnis mit dem verheirateten Major Crampas, einem Freund ihres Mannes. Zwar beendet sie die Beziehung sofort, als Innstetten endlich den Umzug nach Berlin ankündigt, dennoch wird ihr diese Affäre zum Verhängnis. Sieben Jahre später, die Ehe ist längst im Gleichklang, stößt Innstetten zufällig auf Crampas‘ schwärmerische Liebesbriefe. Trotz aller Selbstzweifel erschießt Innstetten Crampas im Duell und trennt sich von seiner Frau. Für Effi bedeutet die Scheidung den gesellschaftlichen Tod.

Theodor Fontane beschreibt in seinem bekanntesten Roman die tragischen Folgen gesellschaftlicher Konventionen, die einer jungen Frau am Ende des 19. Jahrhunderts zum Verhängnis werden. Die Fragen, die Fontane im Spannungsverhältnis zwischen dem Recht auf Selbstverwirklichung und dem Wunsch nach sicheren Ordnungsprinzipien aufwirft, sind dabei verblüffend gegenwärtig. Die Inszenierung setzt die Geschichte ins Verhältnis zu Effis Traum von einem Leben voller Abwechslung und Abenteuer und spürt der Frage nach, wer oder was die Schuld daran trägt, dass Lebensträume zu Alpträumen werden. Und das ist – um mit Fontane zu sprechen – „ein weites Feld.“

RONNY JAKUBASCHK | Regie
geboren 1979 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und Regie in der Masterclass Schauspiel der Salzburger Festspiele. Er assistierte am Schauspiel Frankfurt, dem Wiener Burgtheater und von 2006 bis 2009 fest am Maxim Gorki Theater Berlin. Seit 2009 arbeitet er als freier Regisseur für Schauspiel, Musik-, Kinder- und Jugendtheater in Basel, Berlin, Braunschweig, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Halle, Jena, Leipzig, Mainz und Oldenburg. Seine Inszenierungen wurden u.a. zum Theatertreffen der Jugend, zu Radikal Jung, zu Augenblick mal!, dem Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen. EFFI BRIEST ist seine erste Inszenierung am Vorarlberger Landestheater.

Effi Briest    Nadine Rosemann
Baron Geert von Innstetten    Christian Heller
Luise von Briest    Saskia von Winterfeld
Ritterschaftsrat von Briest    Gerhard Brössner
Major Crampas    Tilman Rose
Alonzo Gieshübler    Luzian Hirzel
Johanna    Britta Boehlke

Regie    Ronny Jakubaschk
Bühne & Kostüm    Anna Sörensen
Musik    Christoph Iacono
Licht    Arndt Rössler
Dramaturgie    Britta Kampert
Regieassistenz    Agnes Kitzler
Ausstattungsassistenz    Leslie Bourgeois
Inspizienz    Eva Lorünser

WEITERE VORSTELLUNGEN: Di 10.4. / Do 19.4. / Mi 16.5. / Fr 25.5. / Sa 9.6. / So 24.6., jeweils 19.30 Uhr, Grosses Haus
Stückeinführungen: Di 10.4. / Do 19.4. / Mi 16.5. / Fr 25.5. / So 24.6., jeweils 19.00 Uhr, Grosses Haus, Eintritt frei

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