Uraufführung: "Die schöne Müllerin", Tanzabend von Samir Calixto, Musik von Franz Schubert - Theater Osnabrück

Premiere am Sonntag, 22. April 2018, 19.30 Uhr, emma-theater

1823 vollendete Franz Schubert seinen Liederzyklus Die schöne Müllerin zu den Gedichten von Wilhelm Müller. Dieses „Drama in Bildern“ schildert die tragische Liebe eines Müllergesellen, der sich auf seiner Wanderschaft in die Tochter des Müllers verliebt. Diese entscheidet sich aber für seinen Nebenbuhler, den besser gestellten Jäger. Verzweifelt ertränkt sich der unglücklich Verliebte im Bach, der ihm im letzten Lied des Zyklus ein Wiegenlied singt: „Wanderer, du müder, da bist du zu Haus“. Es ist eines jener Schubert-Lieder, die Thomas Mann einmal als „holde Heimwehlieder“ bezeichnet hat.
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Erst kürzlich hat sich Gastchoreograf Samir Calixto mit Der Winterreise von Schubert auseinandergesetzt. Der Auftrag, für die Dance Company Theater Osnabrück ein Stück zum Thema „Heimat“ zu choreografieren, veranlasste ihn, sich weiter in die musikalische Welt Schuberts zu vertiefen. Es geht ihm nicht um eine konkrete Übersetzung des „Dramas“ in Tanz, sondern um die emotionalen Zustände. In seiner Interpretation versetzt die Musik sowohl Tänzer*innen als auch Zuschauer*innen in einen Raum von Erinnerungen. Erinnerung verbindet sich, durch die Musik Schuberts, aufs Engste mit der Idee und dem Wunsch nach „Heimat“– ein Ort, der unerreichbar bleibt.

Der Brasilianer Samir Calixto (*1978) studierte Schauspiel, Tanz und Musik an der Universität und am Städtischen Konservatorium von São Paulo. 2004 kam er nach Europa und widmete sich seiner Karriere als Tänzer und Choreograf. Am Korzo Theater in Den Haag brachte er seine ersten Stücke heraus.

Choreografie, Bühne, Kostüme Samir Calixto
Choreografische Assistenz Leonardo Centi
Dramaturgie Patricia Stöckemann

Mit Cristina Commisso, Ayaka Kamei, Katherina Nakui, Marine Sanchez Egasse, Saskia de Vries, Rosa Wijsman; Ohad Caspi, Neven Del Canto, Lennart Huysentruyt, Oleksandr Khudimov, Vincenzo Minervini
Gesang Gabriella Guilfoil

Klavier Florian Appel

Bild: Franz Schubert

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