URAUFFÜHRUNG / FRANKFURTER PREMIERE: DIE BÜRGSCHAFT von LOTHAR KITTSTEIN - Schauspiel Frankfurt

Kammerspiele, Premiere 22.09.11. -----Tyrannen werden zu Gangstertypen, Attentäter zu Bankangestellten und Schillers Ballade von Ehre, Liebe, Treue, Freundschaft, die an das steinerne Herz des Mächtigen rührt, verwandelt sich in einen postmodernen Thriller.
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Als die Ballade »Die Bürgschaft« entstand, lagen die Französische Revolution und der Terror, in dem sie endete, keine vier Jahre zurück. Eine frische Wunde. Die Ideale lagen noch spürbar in der Luft, und es ist, als ob Schiller den kühnen, edlen Menschenentwurf mit diesem Gesang voll pathetischer Wucht noch einmal beschwören wollte. Die neue dramatische Version der »Bürgschaft« erzählt von einem Paar aus der Mittelschicht, das durch den Einbruch von Gewalt in seine wohlgeordnete Welt zutiefst erschüttert wird. Alte und neue Fassung der »Bürgschaft« berühren sich, durchdringen einander, aber zugleich bewegen sich die Figuren jetzt in einer ganz anderen Dimension. Gewalt, Zerstörung, die fundamentale Verunsicherung des Ichs – Lothar Kittstein erzählt die Konflikte ohne utopische Horizonte, als Gefährdung der privaten Existenz. Ihn interessiert, wie Menschen in Extremsituationen handeln, wozu sie fähig sind, wenn ihr Leben aus der Bahn geworfen wird. Was tun sie, wenn sie in eine Art Naturzustand zurückgeworfen werden, wie dick ist die Decke der Zivilisation und was passiert, wenn sie endlich reißt?

Lothar Kittstein studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als Headhunter bei einer kleinen Unternehmensberatung, dann für zwei Jahre als Dramaturg am Schauspiel Köln. Mit dem dramatischen Schreiben begann er 2003. Kittstein schrieb für das Schauspiel Frankfurt bereits »Remake :: Rosemarie« (2009) und »Je t’aime :: Je t’aime« (2011).

Lily Sykes, geboren 1984 in London, ist seit der Spielzeit 2009 / 10 Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt und inszenierte hier die Deutschsprachige Erstaufführung von Simon Stephens’ »Steilwand« und »Terminal 5«. Sie studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und war von 2006 bis 2008 Studentin von Philippe Gaulier in Paris. 2007 gründete sie mit internationalen Künstlern das Ensemble Aitherios.

Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Regie Lily Sykes

Bühne Anne Ehrlich

Kostüme Katharina Tasch Musik Kornelius Heidebrecht

Dramaturgie Alexandra Althoff

Mit Henrike Johanna Jörissen, Josefin Platt, Anita Vulesica; Ernst Alisch, Isaak Dentler, Kornelius Heidebrecht, Till Weinheimer

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