„Archiv der zukünftigen Ereignisse“, eine Produktion von Deutschlandradio Kultur und dem Schauspiel Köln.

Ab 15. September 2011, von der Kasse der Bühnen der Stadt Köln aus. -----Im Rahmen der Projektreihe RADIOORTUNG – Hörspiele für Selbstläufer, die Deutschlandradio Kultur ins Leben gerufen hat, beschäftigt sich das Regie- und Autorenduo Hofmann&Lindholm mit der inszenierten Vorwegnahme, dem Pre-Enactment.
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Seit Anfang des Jahres sind Hofmann&Lindholm damit beschäftigt, die Zukunft der Stadt Köln zu archivieren. Dieses „Archiv der zukünftigen Ereignisse“ wird im Spätsommer mit Hilfe einer eigens entwickelten Smartphone-Technologie als akustische Installation im öffentlichen Raum begehbar. Ab 15. September 2011 können an der Kasse der Bühnen der Stadt Köln Smartphones mit Kopfhörern gegen Vorlage von Personalausweisen ausgeliehen werden. Von hier starten die Touren durch das Archiv bis zur Spielzeiteröffnung am 30. September. Anschließend können Smartphone-User Apps aus dem Internet laden. Das Archiv bleibt zugänglich, bis die prognostizierte Gegenwart die ihr vorausgehenden Notate löscht.

Hofmann&Lindholm haben sich an Institutionen, Dienstleistende, Kulturschaffende und Privatpersonen mit der Bitte gewandt, ihr Wissen um die Zukunft mit ihnen zu teilen und Ereignisse, die noch nicht eingetroffen sind, jedoch bereits vorbereitet werden oder absehbar erscheinen, so konkret wie möglich zu beschreiben. Was wissen Sie über die Zukunft? Worauf bereiten Sie sich vor? Mit welchem Wortlaut wird Karin Beier verabschiedet, das Schauspielhaus nach der Sanierungsphase eingeweiht, die Moschee eröffnet? Wie bereiten Sie sich auf den nächsten Wahlkampf vor?

Hörerinnen und Hörer nutzen Mobiltelefone und bewegen sich mithilfe eines GPS-gestützen Navigationssystems durch den öffentlichen Raum der Stadt Köln. Dabei verfolgen sie kommende Ereignisse aus Sicht der handelnden Protagonisten.

So steht man beispielweise mit Karin Beier auf der Hinterbühne des Schauspiel Köln und lauscht der Abschiedsrede, die die Intendantin 2013 halten wird. Andernorts wird man Zeuge der noch anstehenden Eröffnungszeremonie der Zentralmoschee in Köln Ehrenfeld, folgt dem Oberbürgermeister der Stadt – Jürgen Roters –, sowie den Ausführungen des Architekten Paul Böhm oder erinnert sich mit Bernd Streitberger, dem Baudezernenten der Stadt, an Dinge, die noch kommen werden. Man begleitet die Protokollchefin Ingeborg Arians am Tag der künftigen Heinrich-Böll-Preisverleihung bei ihren Vorbereitungen und feiert mit dem Blasorchester der Kölner Verkehrsbetriebe die Einweihung einer U-Bahnhaltestelle Ende 2011. Man erlebt Politiker im Kommunalwahlkampf 2014 und 2019, Jugendliche auf dem Weg in die Selbstständigkeit, begleitet Menschen, die Abschied nehmen, feiert den 101. Geburtstag der heute einhundertjährigen Ruth Henckels, sitzt neben Benny Behrla im Mannschaftsbus auf dem Weg zur Oympiaqualifikation 2012, nimmt Anteil am Schicksal des 1. FC und bewegt sich mit Kaspar König durch eine Ausstellung des Museum Ludwig, die erst Monate später zu sehen sein wird.

Das Künstlerpaar Hofmann&Lindholm hat sich in den letzten Jahren durch spartenübergreifende Projekte im In- und Ausland einen Namen gemacht. Es zählt laut Goethe-Institut zu einem der wichtigsten Regie- und Performancekollektive in Deutschland. Letzte Stationen: ZKM | Museum für Neue Kunst Karlsruhe (2011), Shedhalle Zürich (2011), FFT Düsseldorf (2010), Theater Basel (2010), Theater Hebbel am Ufer Berlin (2010), Goethe-Institut Warschau (2010). Hofmann&Lindholms letzte Zusammenarbeit mit Schauspiel Köln, „noch nicht“ in der Spielzeit 2009/10, wurde mit dem Theaterpreis der Stadt Köln ausgezeichnet.

Konzept/Text/Regie: Hofmann&Lindholm

von + mit:

Ingeborg Arians (Protokollchefin der Stadt Köln), Ayse Aydin (Referentin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DITIB), Henning Beckmann (Erdmöbel), Benny Behrla (Judoka), Karin Beier (Regisseurin und Intendantin des Schauspiel Köln), Markus Berges (Erdmöbel), Paul Böhm (Architekt), Martin Börschel (Vorstandvorsitzender der Kölner SPD), Ruben Bohnet, Manni Breuckmann (Sportreporter), Anna Brohm (wissenschaftliche Volontärin am Museum Ludwig), dem Blasorchester der Kölner Verkehrsbetriebe unter der Leitung von Manfred Mungen, Mia Claussen, Dewueb (Erdmöbel), Sabine Eberwein, Ekimas (Erdmöbel), Jürgen Fenske (Vorstandssprecher der Kölner Verkehrsbetriebe ), Roland Görschen, Winrich Granitzka (Fraktionsvorsitzender der Kölner CDU), Dr. Peter Guckel, Siegbert Hahn, Guido Halbig (Leiter des Deutschen Wetterdienstes der Niederlassung Essen), Ruth Henckels, Hannah Hofmann, Dr. Eberhard Illner (Leiter des Historischen Zentrums, Wuppertal), Prof. Kaspar König (Leiter des Museum Ludwig), Saban Kondi (Theologe / Religionsbeauftragter der DITIB), Louwrens Langevoort (Intendant der Kölner Philharmonie), Sven Lindholm, Paul Petritsch (Architekt), Lara Pietjou, Proppe (Erdmöbel, Jürgen Roters (Oberbürgermeister der Stadt Köln), Ansgar Salwolke, Familie Selimovic, Nicole Six (Architektin), Stabsfeldwebel Stefan Sprengers (Sanitätssoldat in der einsatzvorbereitenden Ausbildung), Bernd Streitberger (Baudezernent der Stadt Köln), Thomas D. Trummer (Kurator am Museum Ludwig), Bodo von Borries, Brigitta von Bülow (Kulturpolitische Sprecherin Bündnis 90 / Die Grünen), Nelly Vongries, Josef Wirges (Bezirksbürgermeister Ehrenfeld),Frau X., Herrn X. und Klaus Zauner (Schlagwerker der Wiener Philharmoniker).

Eröffnung am 15. September 2011 um 15.00 Uhr im Öffentlichen Raum, Treffpunkt Schauspielhaus

Das Archiv ist begehbar vom 15. September bis zum 15. Oktober, Montag bis Freitag jeweils 15.00-21.00 Uhr, Samstag und Sonntag 11.00-20.00 Uhr.

Karten (5,- €) sind an der Vorverkaufskasse im Opernhaus erhältlich, Smartphone-Ausgabe am Haupteingang Schauspielhaus (bitte Personalausweis als Pfand bereithalten), Dauer ca. 2 bis max. 4 Std. (Smartphone-Rückgabe bis spätestens 21.00 bzw. 20.00 Uhr)

Kontakt: archiv@hofmannundlindholm.de / Archiv der zukünftigen Ereignisse, Postfach 30 05 24, 50775 Köln.

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