Giuseppe Verdis „Otello“ im Opernhaus Zürich

Premiere am Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19.00 Uhr. -----Dass grosse Schauspiel-Stoffe auch grosse Opern werden können, hat Giuseppe Verdi mit seinem „Otello“ nach der gleichnamigen Tragödie von Shakespeare bewiesen. Der Komponist und sein Librettist Arrigo Boito lieferten ein atmosphärisch dichtes, inhaltlich differenziertes und mit Hochspannung aufgeladenes Musik-Drama, das dem Schauspiel in nichts nachsteht.
11116

Auf dem Weg von «Aida» zu «Otello» hat Giuseppe Verdi seine Mittel konsequent weiterentwickelt und die äussersten Möglichkeiten des kantablen Rezitativs im italienischen Stil gefunden. Die psychologische Differenzierung der Personen erreicht neue Höhen dank der Vorlage Shakespeares, dessen höchster Wahrheit Verdi nicht mit Verismo, dem er misstraut, begegnet, sondern mit der Überzeugung, dass die Musik letztlich noch mehr vermag als das Wort. Daher spielt das Orchester eine überaus grosse Rolle als Partner der Sänger. Darüber hinaus ist «Otello» gerade für ein «Alterswerk» von mitreissender Wirkung. Von dem gigantischen Sturm, mit dem die Oper beginnt, bis zu Otellos Tod gibt es kein Nachlassen der inneren Spannung. Ein weiteres Verdienst formulierte Romancier Antonio Fogazzaro: Verdi habe der Kunst den grossen Dienst erwiesen, dass es von nun an unmöglich sein werde, absurde Handlungen und jämmerliche Verse zu vertonen.

Seit der Zürcher Erstaufführung im Jahre 1898 stand „Otello“ hier über 130 Mal mit renommierten Verdi-Interpreten auf dem Spielplan. In diese Reihe fügt sich nun auch die Besetzung der neuen Inszenierung von Graham Vick ein – mit dem argentinischen Startenor José Cura in der Titelpartie, Fiorenza Cedolins als Desdemona und dem frisch gekürten Echo-Klassik Preisträger Thomas Hampson in seinem Rollendebüt als Jago. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Chefdirigent Daniele Gatti.

Dirigent

Daniele Gatti

Inszenierung

Graham Vick

Bühnenbild

Paul Brown

Kostüme

Paul Brown

Lichtgestaltung

Jürgen Hoffmann

Choreinstudierung

Jürg Hämmerli

Orchester

Orchester der Oper Zürich

Mit

Fiorenza Cedolins (Desdemona), Judith Schmid (Emilia); Jose Cura (Otello), Thomas Hampson (Jago), Stefan Pop (Cassio), Benjamin Bernheim (Rodrigo), Pavel Daniluk (Lodovico), Tomasz Slawinski (Montano), Evgeny Sevastyanov (Ein Herold)

Weitere Vorstellungen 23., 26., 30. Oktober, 6., 13., 22., 27. November 2011, 1., 5., 8. Januar, 21., 24. Juni 2012

Weitere Artikel