"Andrea Chénier", Oper von Umberto Giordano, STAATSTHEATER KASSEL

Premiere: Samstag, 9. September, 19.30 Uhr, Opernhaus. -----„Andrea Chénier“ verschaffte Umberto Giordano 1896 den großen internationalen Durchbruch. Der Komponist verbindet hier die großen historischen Tableaus der Grand opéra mit einer glühenden Melodik und musikalischem Verismo. Berühmte Melodien der untergehenden Rokokoepoche und der Französischen Revolution verleihen der packenden Komposition ein unverwechselbares Kolorit.
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Den französischen Dichter Chénier hat es wirklich gegeben, nur ist seine mit der Französischen Revolution verknüpfte Geschichte in der Oper von Umberto Giordano mit noch mehr Leidenschaft und Schrecken angefüllt. Andrea Chénier lebt in einer sozialen Doppelwelt. Einerseits lehnt er die Gepflogenheiten des Adels ab, andererseits verkehrt er in aristokratischen Kreisen, um dort seine kritischen Verse vorzutragen. So auch im Haus der Gräfin Coigny, wo er sich in deren Tochter Maddalena verliebt. Dort trifft er auch auf den Diener Carlo Gérard, einen überzeugten Revolutionär, der unglückseligerweise ebenfalls Maddalena liebt.

Ein explosives Dreieck entsteht, Politik und Liebe vermischen sich, und schon im zweiten Akt kommt es zum Duell zwischen den beiden Männern. Gérard, inzwischen Sekretär der Revolution (und damit Teil der blutigen Schreckensherrschaft unter Robespierre), lässt Chénier verhaften und ins Gefängnis werfen. Der Dichter wird zum Tode verurteilt. Als Maddalena davon erfährt, beschließt sie, Chénier ins Jenseits zu folgen, dorthin, wo ihre Liebe mehr ist als eine Utopie …

Die musikalische Leitung hat Francesco Angelico, der sich damit als neuer Generalmusikdirektor in Kassel vorstellt. Regie führt Michael Schulz, Intendant des Musiktheaters im Revier, der in Kassel zuletzt „Die Frau ohne Schatten“ inszeniert hat.

Francesco Angelico, der seit Beginn dieser Spielzeit Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel ist, verkörpert wie kaum ein anderer die junge italienische Dirigentengeneration und erobert derzeit gleichsam die internationale Konzert- und Opernwelt. Nach seinem Violoncello-Studium in Modena studierte er von 2003 bis 2006 Dirigieren bei Giorgio Bernasconi an der Musikhochschule Lugano. Nachdem er 2009 den 2. Preis beim Malko-Wettbewerb erhalten hatte, gewann er 2011 den Deutschen Dirigentenpreis. 2013/14 debütierte er beim Gewandhausorchester Leipzig und beim Tonhalle Orchester Zürich und folgte Wiedereinladungen u. a. zum Orchestra Svizzera Italiana und Trondheim Symphony Orchestra. 2014/15 übernahm er die Position des Chefdirigenten des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck und des Tiroler Landestheaters, wo er den Klangkörper sowohl in Opernproduktionen als auch in Sinfoniekonzerten leitete.

2014/15 dirigierte Francesco Angelico das Malaysian Philharmonic Orchestra und das National Symphony Orchestra Taiwan. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er zuletzt Henzes „Elegie für junge Liebende” sowie Rossinis „Il barbiere di Siviglia”. Mit einer Neuproduktion von Puccinis „La Bohème” gab er im November 2015 seinen Einstand an der Oper Köln.

Der in Mexiko geborene Tenor Rafael Rojas (Andrea Chénier) studierte Gesang an der Universität in Guadalajara und an der Royal Scottish Academy of Music in Edinburgh. Auf Einladung von Placido Domingo sang er die Partie von Rafael Ruiz (El Gato Montés) in Washington. Es folgten Auftritte in Boston, Houston, Seattle, an der New York City Opera und in Tel Aviv. Seit 1999 tritt Rafael Rojas regelmäßig bei den Bregenzer Festspielen auf und gastiert an Häusern wie der Semperoper Dresden, der Deutschen Oper Berlin, an der Oper Stuttgart sowie in Savonlinna. Am Staatstheater Kassel war er bereits als Pollione in „Norma“ und zuletzt als Rodolfo in Verdis „Luisa Miller“ zu erleben.

Text: Luigi Illica

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Dirk Becker, Kostüme: Renée Listerdal, Dramaturgie: Christian Steinbock, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Rafael Rojas (Andrea Chénier), Hansung Yoo (Carlo Gérard), Vida Mikneviciute / Julia Borchert (Maddalena di Coigny), Marie-Louise Dreßen (Bersi), Lona Culmer-Schellbach (Gräfin Coigny u.a.), Marc-Olivier Oetterli (Roucher, Freund Chéniers), Younggi Moses Do (Abbé, Poet), Daniel Holzhauser (Pietro Fléville), Daniel Jenz (Spitzel), Hee Saup Yoon (Mathieu, Schmidt), Szczepan Nowak (Leiter des Haushalts / Dumas), Staatsorchester Kassel, Opernchor, Extrachor und Statisterie des Staatstheaters Kassel.

Die nächsten Vorstellungen: 16.9., 21.9., 24. (16.00), 29.9., 4.10.

Karten für „Andrea Chénier“ sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

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