Theater Chemnitz: TANZ | MODERNE | TANZ - Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz

17. bis 21. Juni 2015 im Schauspielhaus, Opernhaus, Weltecho und anderen Orten. -----Zum ersten Mal findet in Chemnitz ein Festival für internationalen zeitgenössischen Tanz statt. Renommierte Companies u. a. aus Frankreich, Finnland, China, Polen, Mali und Slowenien werden an fünf Tagen ihre innovativen und preisgekrönten Arbeiten im Schauspielhaus und an weiteren Orten präsentieren und die Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes dem Publikum näher bringen.
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Dabei entsteht ein Nebeneinander verschiedener Stile, die zwischen ästhetischer Abstraktion wie bei der chinesischen Shanxi DanceLand Company, kraftvoll männlichem Tanz der französischen Produktion „Us-Band“, dem spielerischen, finnischen Tanztheaterstück „Little Toy Shop“, das sogar die Kleinsten in die Welt des zeitgenössischen Tanzes entführt, und vielen weiteren tänzerischen Farben changieren. Einige der Produktionen wie Aly Karembés „Dieu a quitté l’Afrique“ erleben hier ihre Deutsche Erstaufführung. Abgeschlossen wird das Festival am 21. Juni mit Produktionen u. a. aus Mali.

Das Publikum ist aber nicht nur eingeladen, sich die Vielzahl der Produktionen anzuschauen, sondern sich auch selbst einzubringen. Zum einen beim Tanzbrunch, wo die Gelegenheit besteht, mit Choreografen, Tänzern und den Organisatoren des Festivals ins Gespräch zu kommen, zum anderen bei drei Workshops mit internationalen Choreografen (Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de).

Die Festivalleitung hat Sabrina Sadowska, Ballettbetriebsdirektorin und Ballettmeisterin der Theater Chemnitz, inne.

Karten sind unter Tel. 0371 / 4000-430 und www.theater-chemnitz.de erhältlich.

Programm und Infos zu Stücken und Companies

Das Programm

Mittwoch, 17. Juni 2015

Eröffnung des Festivals

The Encounter of Confucius

ShanXi DanceLand Company Taiyuan / China

Us-Band

Cie Samuel Mathieu Toulouse / Frankreich

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Eintritt: 10,- bis 18,- €

Donnerstag, 18. Juni 2015

Workshop

Für Laien mit Ulriqa Fernqvist und Joakim Envik Karlsson, Schweden

Opernhaus, Ballettsaal | 17.00 - 19.00 Uhr | Eintritt: 10,- €, ermäßigt 5,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de möglich

Miravella

Act2 – Cie Catherine Dreyfus Mulhouse / Frankreich (für Kinder ab 6 Jahren)

Schauspielhaus, Große Bühne | 18.00 Uhr | Eintritt: 8,- bis 14,- €

Re:action

Physical Studio Łodz / Polen

Paradigma 1.0

Timée Chemnitz

Waiting alone

ShanXi DanceLand Company Taiyuan / China

Weltecho (Annaberger Straße 24) | 20.00 Uhr | Eintritt: 10,- €, ermäßigt 8,- €

Freitag, 19. Juni 2015

Workshop

Für Laien mit Mathieu Antajan, Frankreich

Opernhaus, Ballettsaal | 17.00 - 19.00 Uhr | Eintritt: 10,- €, ermäßigt 5,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de möglich

Fragment

Art of Spectra Tanssivirtaa Festival Tampere / Finnland

16

Plesni Teater Ljubljana / Slowenien

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Eintritt: 10,- bis 18,- €

Samstag, 20. Juni 2015

Workshop

Für Laien mit Aly Karembé, Mali

Opernhaus, Ballettsaal | 14.00 - 16.00 Uhr | Eintritt: 10,- €, ermäßigt 5,- €

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter festival@theater-chemnitz.de möglich

Little Toy Shop

Dance Theatre MD Tampere / Finnland (für Kinder ab 3 Jahren)

Schauspielhaus, Kleine Bühne | 15.00 Uhr | Eintritt: 6,- €, ermäßigt 4,- €

Mitumba

Interaktive Performance mit Tänzern und Musikern aus Afrika und Europa

Mouvoir / Stephanie Thiersch

Chemnitzer Neumarkt | 16.00 Uhr | Eintritt frei

Corps Étrangers

Mouvoir / Stephanie Thiersch | tanzhaus nrw Düsseldorf

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Eintritt: 10,- bis 18,- €

Sonntag, 21. Juni 2015

Tanzbrunch in der Festival Lounge

Mit Choreografen, Tänzern und den Organisatoren des Festivals

Schauspielhaus, Theatercafé Exil | 11.00 Uhr | Eintritt frei

Brunch-Reservierung: 0371 23528645

Brunnen und Wasserspiele tanzen auf!

Performance an Chemnitzer Brunnen | Ballett Chemnitz

15.00 + 15.30 + 16.00 Uhr | Eintritt frei | Fahrradtour – Treffpunkt: Theaterplatz

Begrenzte Teilnehmerzahl - nur mit Anmeldung unter tickets@theater-chemnitz.de möglich

Abschluss des Festivals

Dieu a quitté l’Afrique

Aly Karembé, Bamako / Mali

400 Steps

Dance Theatre MD Tampere / Finnland

Hé Allah

Daouda Keita, Bamako / Mali

Schauspielhaus, Große Bühne | 20.00 Uhr | Eintritt: 10,- bis 18,- €

*****

Die Stücke und Companies

The Encounter of Confucius

Konfuzius – einer der wohl meistzitierten Philosophen, wenn es darum geht, der Ordnung unter den Menschen mit eingängigen, aber in ihrer Einfachheit bestechenden Sentenzen Regeln zu geben. Bis heute, nach ca. 2500 Jahren, ist er das Sinnbild menschlicher Harmonie und Weisheit, der den Kern einer funktionierenden und gesunden Gemeinschaft in der moralisch ausbalancierten Seele jedes Menschen sah. Wie würde eine Begegnung unserer jungen und rastlosen Generation mit dem chinesischen Gelehrten aussehen? Steckt noch ein Stück seiner Lehre in unseren heutigen, auf Wirtschaftlichkeit und Unverbindlichkeit ausgelegten zwischenmenschlichen Beziehungen? Worauf basiert unsere Gemeinschaft? Diesen Fragen geht die ShanXi DanceLand Company in ihrem Tanzstück nach.

Choreografie: Xu Yi-Ming

Tanz: Hu Biao, Chang Wen-jun, An Wen-bin, An Wen-wu, Liu Hong-fei, Sun Xiao-ming, Li Ling, Tian Jing-jing, Chen Yi-qun, Sun Rui, He Yan-qi

Lichtdesign: Li Jun-long

Technik: Zhou Li-heng

Kostüme: Zhu Jin-yuan

Der Choreograf Xu Yi-Ming wurde in Zhang-jia-kou in der Provinz Hebei (China) geboren. Er begann seine Tanzausbildung 1997 an der Beijing Runliang Dance School und trat 2001 der Guangzhou Song and Dance Company und der Beijing Modern Dance Company bei. Xu Yi-Ming ist eines der Gründungsmitglieder der Company BeijingDance/LDTX, welche 2005 entstand. Die ShanXi Danceland Modern Dance Company (ShanXi DanceLand) ging im Juni 2014 aus der traditionellen Song and Dance Troupe in der Stadt Xiaoyi hervor. Die Company hat ihren Hauptsitz in Taiyuan, der Hauptstadt von Shanxi, und umfasst 14 professionelle Tänzer. Das Ziel ihrer Arbeit ist, zeitgenössische Kultur in ihrer Provinz, im Herzen von China zu etablieren und zu verbreiten und jungen Tänzern die Möglichkeit zur Erarbeitung und Präsentation eigener Stücke zu geben.

Us-Band (Neubearbeitung 2014)

Drei Männer treffen sich auf der Beerdigung ihres Freundes, durchleben im Angesicht seines Todes die Stationen der Midlifecrisis und begegnen dem Leben selbst. John Cassavetes‘

Film „Husbands“ von 1970 ist die Grundlage eines besonderen Tanzstücks von Samuel Mathieu. In „Us-Band“ zeigt er dem Publikum Figuren, deren Einzigartigkeit im Moment des Umbruchs zutage tritt und die zusammen ihr Leben teilen. Der etwas klägliche oder sogar lächerlich romantische Touch von Cassavetes‘ angetrunkenen Protagonisten wird in Mathieus Stück auf eine andere Weise erzählt: Die vier erschöpften, verlebten Akteure sitzen um einen Boxring herum. Dabei ist das Schlüsselwort der tänzerischen Erzählung „greifen“: einerseits raumgreifend – mal sehr direkt, mal behutsam – und andererseits den Körper und das Fleisch greifend, was die Tänzer oft im Stück, in ihren tänzerischen Bewegungsabläufen tun. Mit jeder Nuance ihrer Körperlichkeit untersuchen sie die Zeit und ihre unterschiedlichen Lebensstationen – changierend zwischen Lachen und Angst.

Choreograf: Samuel Mathieu

Entwurf und Tanz: Lionel Bègue, Jérôme Brabant, Christophe Le Goff, Samuel Mathieu

Sounddesign: Samuel Mathieu

Lichtdesign im Original: Olivier Balagna

Lichtdesign der Neubearbeitung: Cyrielle Labarbe

Samuel Mathieu studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz am National Music and Dance College in La Rochelle und wurde dort u. a. von Karin Waehner unterrichtet. Er tanzte in einer Choreografie von Régine Chopinot am National Choreographic Centre in La Rochelle. Als professioneller Tänzer arbeitete er ab 1989 mit Joseph Russillo (Toulouse National Centre), Jean Claude Galotta (Grenoble National Centre). 1995 bis 2002 wirkte er in Projekten von Robert Seyfried, einem Choreografen von Tribu Emile Dubois, mit. Währenddessen tanzte Samuel Mathieu außerdem in den Companies von Tomeu Verges, Thomas Duchatelet und Denis Plassard. 2001 gründete Samuel Mathieu in Toulouse seine eigene Company, in der er als Choreograf und Tänzer tätig ist.

Miravella (für Kinder ab 6 Jahren)

Mit „Miravella“ wird das Publikum mitgenommen in eine naive, ursprüngliche Welt, um das Tier in jedem einzelnen von uns zu erkunden. Am Beginn steht das Leben in seiner einfachsten Form: organisch, zellular. In fragilen Blasen nehmen die ersten Bewegungen Gestalt an und schließlich wird das Tierreich geboren. Ein herrlicher Bilderreigen der tierischen Kuriositäten erwacht zum Leben: Unter Wasser lebende Organismen erschaffen ein Ballett von Licht, Seelöwen wiegen sich in Wellenwogen, Flügel flattern, Hähne kämpfen ... In diesem Stück ist der Tanz beschwingt, rhythmisch, bunt und lädt uns ein in eine surreale, poetische und fantasievolle Welt.

Choreografie: Catherine Dreyfus in Zusammenarbeit mit den Tänzern

Tanz: Martin Grandperret, Gaétan Jamard, Catherine Dreyfus

Lichtdesign: Arnaud Poumarat

Musik: Stéphane Scott

Szenografie: Marilyne Lafay

Kostüme: Anne Yarmola and Nathalie Saulnier

2008 gründete Catherine Dreyfus ihre Company Act2, nachdem sie als Tänzerin mit verschiedenen Choreografen, so u. a. mit Odile Duboc, Simone Sandroni, Nathalie Pernette, Alain Imbert, Micha Purucker und Sosana Marcelino, zusammengearbeitet und an Projekten von Les Pas Nommés mitgewirkt hat. Für Catherine Dreyfus ist Tanz ein Weg, um Gefühle und Gedanken zu transportieren. Ihr Ziel ist es, den Körper in Kontakt mit der physischen Umwelt zu bringen; das Design der Bühne spielt daher eine wichtige Rolle. Musikalität, Poesie und das Ungreifbare sind Zutaten ihres Universums, die auch ihre choreografischen Arbeiten prägen. Act2 bietet ein umfangreiches Programm u. a. mit Künstlern, offene Proben, Workshops in Schulen, Fachhochschulen, der darstellenden Künste für Familien sowie Fortbildungsveranstaltungen an.

Re:action

Basierend auf einem Körperbewusstsein, das während der Interaktion und Improvisation der jungen Tänzer entsteht, werden die Strömungen des kreativen Prozesses umgekehrt – erwartete Ergebnissen werden abgelehnt, der Körper bestimmt. Die Reaktionen der einzelnen Tänzercharaktere aufeinander stehen im Zentrum. Dabei ist die Beobachtung des jeweils anderen fundamental, um die Charaktere und das physische Material zu erkunden und in der Improvisation zu unvorhersehbaren Entwicklungen zu nutzen.

Choreografie und Regie: Jacek Owczarek

Tanz: Joanna Jaworska, Urszula Parol, Aneta Jankowska, Aleksandra Łaba, Paweł Grala, Wojciech Łaba

Musik: Wojciech Łaba 'LA3A'

Kostüme: Zuzanna Markiewicz

Das Physical Studio wurde 2009 gegründet. Basierend auf zeitgenössischen Tanz- und Improvisationstechniken sucht sie nach Formen der Bewegung und des Ausdrucks, um die umfassenden Möglichkeiten des Körpers zu ergründen. Die ausgebildeten Tanzpädagogen kooperieren mit Theatern und kulturellen Institutionen Polens. Außerdem arbeitet die Gruppe mit dem Choreography and Dance Techniques department und der Academy of Music, Łódź. Jacek Owczarek unterrichtet Tanz und Kontaktimprovisation in nationalen und internationalen Workshops und universitären Lehrkursen. Außerdem choreografierte und tanzte er in verschiedenen Theaterproduktionen und ist Mitbegründer der Cinema Foundation.

Paradigma 1.0

Ein neuer Gedanke, ein Funke von Inspiration: Er kann wellenförmig Einfluss ausüben, ausschlaggebend für einen revolutionären Umschwung sein oder sich auch im Nichts verlaufen. Ein spontan gefasster Entschluss kann die Macht haben, das Leben eines Einzelnen oder sogar eine Gesellschaftstruktur zu verändern. Wie entwickeln sich Gedankenkonzepte und Weltanschauungen im Laufe der Zeit und wie reagieren wir Menschen auf gesellschaftliche Umschwünge? Welche Rolle spielen dabei die Gedankenstrukturen – die Paradigmen – durch deren Perspektive wir die Außenwelt erleben und interpretieren?

Konzept, Choreografie und Tanz: Ivan Cheranev, Leonardo Fonseca, Clementine Herveux, Natalia Krekou, Tarah Malaika Pfeiffer

Musik: Nathan Herveux

Lichtdesign: Matthias Klemm

Timée ist eine Gruppe von Tänzern, die aus verschiedenen inner- und außereuropäischen Ländern stammen und zum großen Teil im Ensemble des Ballett Chemnitz engagiert sind. Ihre unterschiedliche kulturelle und künstlerische Prägung haben sie nun in ihr mittlerweile zweites Projekt einfließen lassen.

Waiting alone

Für den zweiten Auftritt zum Festival TANZ | MODERNE | TANZ entwickelt der Choreograf der ShanXi DanceLand Company, Xu Yi-Ming, nicht nur ein neues Stück, sondern tanzt auch selbst. In seinem Solo „Waiting alone“ erzählt er tänzerisch von den Momenten, in denen man allein ist. In Einsamkeit zu warten, heißt immer auch mit sich selbst allein zu sein und sich damit auseinandersetzen zu müssen. Eine einzigartige Reise in unser Inneres beginnt ...

Choreografie und Tanz: Xu Yi-Ming

Lichtdesign: Li Jun-long

Technik: Zhou Li-heng

Kostüm: Zhu Jin-yuan

Company: siehe „The Encounter of Confucius”

Fragment (2014)

Der Unterschied zwischen einer Umarmung und einem Wegstoßen ist subtil; Aggression kann auch ein Ausdruck des Bedürfnisses nach Nähe sein. „Fragment“ widmet sich der Pubertät und der verlorenen Unschuld, einschneidenden Begegnungen und unerfreulichen Erfahrungen. Die Texte der Performance, die zu einer Trilogie gehört und viele Elemente der Bildenden, wenn nicht sogar einer bildlichen Kunst besitzt, basieren auf wahren Geschichten und Erinnerungen der Tänzer und Teilnehmer des Arbeitsprozesses. Ergänzt werden diese durch Robert Ashleys „Purposeful Lady Slow Afternoon“ von 1968.

Choreografie und Musik: Peter Svenzon

Tanz: Zacharias Blad, Ulriqa Fernqvist, Joakim Envik Karlsson, Morgan Karlsson

Lichtdesign: Robert Jadenfelt

Kostüme: Donky production

Grafische Arbeit, visuelle Kunst, Video: Josef Atlestam, Joakim Envik Karlsson (Foxhound)

Trompete: Staffan Svensson

Der Choreograf und Komponist Peter Svenzon gründete 1998 die Gruppe Art of Spectra, mit der er stilistische Grenzen verschiebt und immer wieder an seinen Background als Breakdancer anknüpft. Die Idee der Gruppe steckt bereits in ihrem Namen, d. h. sie möchte die Grenzen zwischen verschiedenen Kunstformen wie Tanz, Theater, Musik, Video, Bildender Kunst usw. überwinden. Peter Svenzon komponiert die Musik für die Company mit Electro-, Drum‘n’Bass-, Ambient- und Hip-Hop-Elementen. Außerdem treten Musiker oft live zur Performance auf. Die Choreografien sind stets von einer starken, bisweilen brutalen Körperlichkeit geprägt, die den Tänzern höchste Präzision in der Ausführung abverlangt und traditionelle Geschlechterrollen verneint.

16

Wie eine Beziehung schmecken, eine Bewegung hören, ein Wort sehen, das niemals ankam, sondern immer an den Fingerspitzen oder an der Oberfläche des Brustbeins hängen geblieben ist? Wie eine Sprache spüren als eine Serie von überartikulierten Worten, die den Körper belasten und die Schritte verlangsamen? Mit dem Duett „16“ betreten die Tänzer und Choreografen Rosana Hribar und Gregor Luštek eine neue Ebene auf dem Weg ihrer mittlerweile16 Jahre andauernden beruflichen und persönlichen Beziehung, von der sie mit Ausdauer und einer weichen Bewegungssprache auf der Bühne tänzerische erzählen und ihre Reihe von international erfolgreichen und preisgekrönten Duetten fortsetzen. Die Einzigartigkeit der Choreografien erschafft eine originelle Tanzsprache, die die selbst gesetzten Grenzen zwischen persönlichem und privatem, zwischen Sprache und Sprechen, zwischen Physik und Chemie, zwischen Emotion und Eros verwischt.

Choreografie und Tanz: Rosana Hribar, Gregor Luštek

Lichtdesign: LCLights

Musik: Philip Glass

Kostüme: Katarina Škaper

Rosana Hribar und Gregor Luštek sind renommierte Künstler des zeitgenössischen Tanzes, die bereits mit Schlüsselfiguren der Szene und Gründern der gegenwärtigen Tanzkunst in Slowenien zusammengearbeitet haben. Sie kooperierten in den letzten 15 Jahren, zu zweit oder auch allein, mit nahezu jedem wichtigen slowenischen Choreografen und Theaterleiter. Am Plesni Teater Ljubljana / Dance Theatre Ljubljana, seit kurzem bekannt unter dem Namen PTL, begannen sie, alle zwei Jahre ein Duett zu erschaffen, das ihre berufliche und persönliche Beziehung tänzerisch verarbeitet. Mittlweile sind jene Stücke vielfach ausgezeichnet worden.

Little Toy Shop (für Kinder ab 3 Jahren)

Was passiert in einem Spielzeugladen, wenn er nach einem betriebsamen Tag geschlossen wird? Es passiert das, was wir uns wohl immer schon erträumt haben: Den kleinen und großen Bewohnern des Spielzeugladens wird Leben eingehaucht. Die finnische Company Dance Theatre MD erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Magie und Spannung.

Choreografie und Buch: Mari Rosendahl

Tanz: Anu Castrén, Sulevi Sihvola

Kostüme: Elina Vättö

Bühne: Tuija Väänänen

Lichtdesign: Sari Mayer

Sounddesign: Niko Huttunen

Das Dance Theatre MD, das einzige in sich geschlossene, professionelle Tanztheater in Finnland bzw. Tampere und der Region Pirkanmaa, wurde 1997 gegründet, als zwei in Tampere ansässige Companies, Mobita (1972) und Dansco (1988), vereint wurden. Ins Leben gerufen durch die finnische Regierung und die Stadt Tampere hat MD einen festen Mitarbeiterstamm und produziert im Jahr ca. 80 Shows auf der eigenen Bühne und noch 20 auf Reisen. MD kooperiert mit dem Central Finland Regional Dance Center als Gastgeber für zahlreiche regionale Premieren und das jährliche Tampere Dance Current contemporary dance festival. Mittlerweile hat sich das Dance Theatre MD als renommierte Spielstätte des zeitgenössischen Tanzes, erstklassiger Choreografien und wandlungsfähiger Tänzer etabliert und bietet ein Repertoire, das vom populären Kindermärchen bis hin zu gegenwärtiger Tanzkunst reicht.

Mitumba

Inmitten einer typischen afrikanischen Flohmarktsituation kombinieren die Macher von „Mitumba“, Choreografen und Tänzern aus Europa und Ostafrika, zeitgenössischen Tanz mit Musik und Schauspiel und schaffen damit ein spannendes, performatives Setting. „Mitumba“ benutzt die Zirkulation von Second-Hand-Kleidung als Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit und gleichzeitig als Metapher, um die Mechanismen des neoliberalen Marktes zu reklamieren. Im Format eines interaktiven Happenings fragt es nach den Effekten von Mobilität und den Auswirkungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse auf die künstlerische Praxis. Das Projekt übernimmt die Ästhetik eines Flohmarkts als symbolischen Ort, an dem jedoch „realer“ Handel mit Mitumba-Kleidung stattfindet.

Konzept und Choreografie: Stephanie Thiersch

Akteure: Isack Peter Abeneko, Judith Bwire, Viviana Escalé, Mu-Yi Kuo, Michele Meloni, Holger Mertin, Kingsley Odiaka, Kefa Oiro, Juliette Omolo, Josef Suchy, Stephanie Thiersch

Produktion: Mouvoir in Kooperation mit tanzhaus nrw, Düsseldorf, Freihandelszone EnsemblenetzwerkKöln, Godown Arts Center Nairobi und Visa2Dance Dar Es Salaam

Stephanie Thiersch arbeitet im künstlerischen Spannungsfeld von zeitgenössischem Tanz, Performance und Neuen Medien. Sie war Gastprofessorin am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Mit dem Ensemblenetzwerk „Freihandelszone“ ist sie Künstlerische Leiterin des Festivals „Globalize:Cologne“. Mit ihrer 2000 gegründeten Company Mouvoir, die dem tanzhaus nrw seit 12 Jahren fest verbunden ist, entwickelt sie Bühnenstücke, Filme und Installationen, die national und international gastieren und mehrfach ausgezeichnet wurden. Die Inszenierungen der Company verhandeln die wesentlichen Bereiche des modernen Lebens und sezieren unsere Umwelt.

Corps Étrangers

Der Boden der Tatsachen. Unsere aufgeklärte, (post)moderne Gegenwart. Verlassen wir sie einfach. Richtung Himmel, Wildheit, Aberglauben und heutige Gewissnheiten, die den Menschen klar von Tier, Pflanze, Ding zu unterschieden wissen. Zeitgenössischer Tanz und Neuer Zirkus verbünden sich in „Corps Étrangers“ zu einem transnationalen Ensemble aus Tänzern, Akrobaten und Seilen, das sich zu immer neuen, hybriden Körperwesen zusammensetzt. Ein Spiel mit Bildern, Verkleidungen, physikalischen Kräften – Bedeutungen auf der Flucht. Was ist, seiner sogenannten Normalität beraubt, ein Mensch? Während der Performance zeichnet die französischen Soundkünstlerin Emmanuelle Gibello ganz eigene vielschichtige Klanglandschaften, die Natur, Technik und Mensch miteinander zu verweben scheinen.

Konzept und Choreografie: Stephanie Thiersch

Tanz/Akrobatik: Mathieu Antajan, Tim Behren, Colas Lucot, Florian Patschovsky, Valenti Rocamora I Torà

Soundesign und Komposition: Emmanuelle Gibello

Lichtdesign: Niko Moddenborg

Bühne: Fabien Almakiewicz; Stephanie Thiersch

Kostüme: Sabine Schneider

Company: siehe „Mitumba“

Dieu a quitté l’Afrique (Deutsche Erstaufführung)

Angesichts der Krise in Mali, dem Krieg im Norden des Landes, der Barbarei islamistischer Fanatiker und der Rebellen, der Opfer der Überschwemmungen, der damit verbunden Epidemien, urbaner Gewalt und der Hungersnot stellt sich der Choreograf Aly Karembé die Frage nach Gott: Wer ist Gott? Hat Gott Afrika verlassen?

Gott selbst ist in uns. Der afrikanische Mensch ist die materielle Wiedergabe Gottes in Haut und Knochen. Doch der Mensch ist mehr als eine Materie; wo ist unsere Seele? Wer nicht mit sich in Harmonie, Toleranz und Respekt lebt, wird seinen Gott nie finden, denn Gott ist in jedem Menschen.

Choreografie und Tanz: Aly Karembé

Musik: Check Tidiane Seck, Mark Mulholland

Gesang: Flora Joëlle Baha

Video: Ismaël Diallo

Aly Karembé begann mit traditionellem Tanz und erhielt ab 2003 Unterricht in zeitgenössischem Tanz und Komposition im neu gegründeten choreografischen Zentrum Donko Seko. 2003 begegnete er Barbara Sarreau und so den Einflüssen von Maguy Marin und Angelin Prejocaj. 2008 nahm ihn Kettly Noël mit auf Europa- und Afrika-Tournee. Dadurch inspiriert entstand 2009 „Ika Na Son“. 2010 kam der Durchbruch mit „Idoscure“, wofür er den Prix VISAS von Culturefrance/Afrique et Caraibes sowie den Preis Orange Mali der Biennale Danse Bamako Danse erhielt. Angelin Prejocaj wurde auf ihn aufmerksam und lud ihn nach Frankreich ein. Ermutigt gründete er seine eigene Kompanie KAREMBASTUDIO in Mali und beteiligt sich an internationalen Veranstaltungen.

400 Steps

Ein kurzer Blick in die kühle Welt des französischen Kinos der 50er und 60er Jahre hat das Stück „400 Steps“ geprägt, Eindrücke aus dem Schauspiel einfließen und zu einem der herausragendsten Tanzstücke des Jahres 2011 werden lassen. Das zarte Duett nimmt den Zuschauer sanft an die Hand und führt ihn aus dem Tragischen heraus ins Schelmisch-Komische und wieder zurück.

Choreografie: Mari Rosendahl

Tanz: Mari Rosendahl, Samuli Roininen

Musik: Jussi-Pekka Nuto

Lichtdesign: Sari Mayer

Sounddesign: Matias Palo

Videotechnik: Henry Naiduwa wadu

Kostüme: Elina Vättö

Zitate des Films „Breathless“ („À bout de souffle“), Jean-Luc Godard, 1960, und aus dem Filmtrailer

Company: siehe „Little Toy Shop“

Hé Allah (Deutsche Erstaufführung)

Von Nord nach Süd. Von West nach Ost. Von links nach rechts, von hinten nach vorne, ist mein Körper, dieser unendlich Raum, zu durchstreifen – mein Körper, dieses Territorium, der Raum der Fragestellungen, des Ich-Verlustes. Zu viele Grenzen, zu viele Trennungen, zu viel Gewalt. Wohin sich wenden? (Hé Allah?)

Choreografie und Tanz: Daouda Keita

Musik: Aufnahmen von Kinderstimmen einer Koranschule, Lost and Found d’Amon Tobin,

Le griot rouge d’ablaye Cissoko

Daouda Keita wurde 1984 in Mali geboren und studierte Literatur und Sprach- sowie Kunst- und Geisteswissenschaften an der Universität in Bamako. Weit entfernt von dem Gedanken, jemals Tänzer zu werden, entdeckte er den zeitgenössischen Tanz mit dem Stück „Correspondances“ von Kettly Noël und Nelisiwe Xaba und gewann die Zulassung an das Konservatorium für Kunst und Multimedia (CAMM) Balla Fasséke Kouyaté. 2014 schloss er sein Studium als bester Tänzer ab und stürzte sich in die kreative Arbeit. Es entstand sein erstes Solo „Hé Allah“ für das Festival Danse Bamako Danse. Im Mai 2014 wurde er damit zum Festival Tunis Capitale eingeladen. Es folgte eine weitere Einladung als Künstler in Residenz an das Dans & Theater Festival in Göteborg.

Brunnen und Wasserspiele tanzen auf!

Eine Reise zu den Wasserspielen, eine Reise durch die Stadt. Ein tänzerischer Streifzug entlang der Chemnitzer Wasseradern, die durch die kreative Energie der Tänzer des Balletts Chemnitz und des Leitungsteams Reiner Feistel und Sabrina Sadowska zu neuem Leben erweckt werden. Vom Startpunkt Theaterplatz aus werden die Zuschauer per Fahrrad zu den kleinen und großen Oasen geführt, die im Tanz und durch die Lebendigkeit der Akteure nicht nur Wasser, sondern auch Lebenslust, Dynamik und Leidenschaft versprühen.

Konzept: Sabrina Sadowska

Die Brunnen:

Brunnen an der Straße der Nationen

Choreografie: Sabrina Sadowska

Tanz: Nao Matsushita, Yoh Ebihara

Wasserspiele an der Stadthalle

Choreografie und Tanz: Natalia Krekou, Alanna Saskia Pfeiffer, Tarah Malaika Pfeiffer, Emilijus Miliauskas, Ivan Cheranev, Leonardo Fonseca

Saxophon-Quartett der Robert-Schumann-Philharmonie

Saxonia Brunnen am Johannisplatz

Choreografie und Tanz: Reiner Feistel

Violoncello: Julia Flögel

Wasserspiele am Schloßteich

Choreografie und Tanz: Soo-Mi Oh, Milan Maláč

Klapperbrunnen am Busbahnhof

Choreografie und Tanz: Isabel Dohmhardt, Helena Gläser

Das Ballett Chemnitz entwickelte sich in den 20er Jahren zu einer eigenen Sparte. Namhafte Solotänzer wurden engagiert, wodurch es zur Blüte gelangte und durch wichtige Erstaufführungen überregional von sich reden machte. Gastspiele von Mary Wigman und Gret Palucca zogen ebenfalls die Aufmerksamkeit der Szene nach Chemnitz. Nachdem das Ensemble im Zweiten Weltkrieg in die Rüstungsproduktion abgezogen worden war, bauten die Wigman-Schülerin Thea Maaß und Jean Weidt das Ballett anschließend wieder auf und führten es zu überregionalem Ansehen. Das internationale Ballettensemble der Theater Chemnitz widmet sich unter der Leitung des Chefchoreografen Reiner Feistel und der Ballettbetriebsdirektorin Sabrina Sadowska in vorwiegend moderner Bewegungssprache einerseits den „Klassikern“ des Ballettrepertoires und legt andererseits durch Uraufführungen Zeugnis der eigenen schöpferischen Energie ab.

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