FRANKFURTER ERSTAUFFÜHRUNG VON EMMANUEL CHABRIERS L’ÉTOILE (DER STERN) AN DER OPER FRANKFURT

Premiere 2. Oktober 2011, um 18.00 Uhr im Opernhaus. -----Wie jedes Jahr möchte König Ouf I. seine Untertanen durch eine Hinrichtung ergötzen – nur: bisher hat sich noch kein Opfer gefunden.
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Dieses stellt sich in der Person des Straßenhändlers Lazuli ein, welcher aus einem Missverständnis heraus den inkognito unter seinem Volk wandelnden Monarchen ohrfeigt. Da empfiehlt sein Astrologe Siroco dem König, von seinem Plan Abstand zu nehmen, denn in den Sternen stehe geschrieben, dass dieser einen Tag nach dem Hinscheiden Lazulis gleichfalls sterben müsse. Zudem hat Ouf testamentarisch festgelegt, dass in diesem Falle auch sein Astrologe daran glauben müsse. Gute Gründe, um Lazuli in den Palast zu bringen und aufs heftigste zu verwöhnen. Inzwischen hat sich der Straßenhändler in Prinzessin Laoula verliebt, die allerdings dem König versprochen ist. Lazuli will sich umbringen, sollte er nicht die Hand der Geliebten erhalten. So bleibt Ouf nichts anderes übrig, der Verbindung seinen Segen zu geben und Lazuli zu seinem Nachfolger zu ernennen.

Als Intendant Bernd Loebe vor vier Jahren die Frankfurter Erstaufführung der Opéra-bouffe L’Étoile (Der Stern) von Emmanuel Chabrier (1841-1894) plante, konnte er nicht ahnen, dass auch das Grand-Théâtre de Genève (2009) und die Berliner Staatsoper (2010) Neuproduktionen dieses weitgehend unbekannten Werks des französischen Komponisten präsentieren würden.

Tatsächlich lohnt der Blick auf Chabrier, der von der Musikwissenschaft als in der Tradition von Rossini und Offenbach stehender Tonsetzer gehandelt wird. Jedoch zeichnen sich seine Melodien weder durch die Routine des Vielschreibers noch den satirischen Zugriff des Gesellschaftskritikers aus. Vielmehr besitzt die Operette, welche innerhalb von nur 28 Tagen entstanden sein soll und lange Zeit als das Meisterwerk des musikalischen Humors galt, eine unverwechselbare Handschrift. Die anspruchsvolle, meisterhaft instrumentierte Partitur vereinigt gefühlvolle Arien und Ensembles, ohne ins Sentimentale abzugleiten. Dies wird auch durch jene exotische Verfremdung verhindert, welche sich in der skurrilen Handlung widerspiegelt.

Der Amerikaner David Alden arbeitet an führenden Opernhäusern in den USA und Europa. In Frankfurt inszenierte er 2002/03 Schrekers Der Schatzgräber. Am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters steht Henrik Nánási, der ab 1. August 2012 an der Komischen Oper Berlin die Position des Generalmusikdirektors bekleiden wird. Zu den aktuellen Aufgaben des französischen Charaktertenors Christophe Mortagne gehören Auftritte an den Opernhäusern von Mailand, New York, London und Paris sowie beim Festival von Orange. Aus dem Ensemble übernimmt Juanita Lascarro die Prinzessin Laoula, als die sie auch in einer Produktion von Dale Duesing an der Berliner Staatsoper gastiert. Ihr zur Seite stehen Paula Murrihy (Lazuli), Simon Bailey (Siroco) und Michael McCown (Fürst Hérisson de Porc-Epic) sowie weitere Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble.

Text von Eugène Leterrier und Albert Vanloo

In französischer Sprache mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Henrik Nánási / Karsten Januschke (9., 12. November 2011)

Inszenierung: David Alden

Bühnenbild und Kostüme: Gideon Davey

Licht: Olaf Winter

Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Choreografie: Beate Vollack

Chor: Michael Clark

König Ouf I.: Christophe Mortagne

Lazuli: Paula Murrihy

Prinzessin Laoula: Juanita Lascarro

Siroco: Simon Bailey

Fürst Hérisson de Porc-Epic: Michael McCown

Aloès: Sharon Carty

Tapioca: Julian Prégardien

Patacha: Hans-Jürgen Lazar

Zalzal: Sebastian Geyer

u.a.

Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Weitere Vorstellungen: 7., 15., 21., 23. (15.00 Uhr; mit kostenloser Kinderbetreuung), 23. (20.00 Uhr) Oktober, 9., 12. November 2011

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich. Bei Buchung von Vorstellungen bis 4 Wochen vor dem Aufführungstermin gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die oben angegebenen Preise, die Premiere ausgenommen.

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