Deutsche Oper am Rhein: Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“ im Theater Duisburg

Premiere Fr 30.09.2011, 19.30 UhrMit den „Gesprächen der Karmeliterinnen“ nach George Bernanos‘ Roman „Die begnadete Angst“ entwirft Poulenc eine packende Studie über Lebens- und Todesangst:
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Die furchtsame Blanche bittet um Aufnahme im Orden der Karmelitinnen. In der abgeschiedenen Gemeinschaft hofft sie, ihren existenziellen Ängsten zu ent­fliehen. Doch die Frauen spiegeln das Lebensthema der jungen Adeligen in allen Facetten wider: Angst vor dem Leben und im Angesicht des Todes, Angst vor Gefahr und Verantwortung, vor Trennung und Verlust. Außerhalb der Klostermauern tobt die französische Revolution, der Orden wird aufgelöst, die Karmelitinnen werden verhaftet und schließlich zum Tode verurteilt. Unter diesen Repressionen ringen die Frauen um ihre Würde. Auch Blanche wird am Ende nicht mehr fliehen – sie hat sich entschieden und alle Ängste abgelegt.

Im Umgang mit der Angst, „diesem kurzen Gefühl, das wir gelernt haben zu verdrängen“, findet der flämische Regisseur Guy Joosten den Schlüssel zu seiner Inszenierung. Im Team mit dem Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker entwirft er kraftvolle Bilder, die der lyrisch-spannungsvollen Musik viel Raum lassen.

Musikalisch geleitet von Generalmusikdirektor Axel Kober, besticht das Stück durch die differenziert gezeich­neten weiblichen Partien, die mit Anja Silja (Madame de Croissy, Priorin) und Sabine Hogrefe (Madame Lidoine, Neue Priorin) als Gastsängerinnen und herausragenden Solistinnen aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein exzellent besetzt sind: Anett Fritsch als Blanche, Nachwuchssolistin Alma Sadé (alternierend mit Iulia Elena Surdu) als Sœur Constance zu erleben. Die Mezzosopranistin Jeanne Piland übernimmt die Rolle der Mère Marie: „Die Oper lebt von den Gesprächen der Karmelitinnen – den Dialogen, die Poulenc auf wunderbare Weise vertont hat, der ungeheuren Intensität der Musik, einer Spannung, die bis zum letzten Ton gehalten wird. Und das zentrale Thema Angst – Angst vor dem Leben, Angst vor dem Sterben – berührt die Menschen zu allen Zeiten.“

Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Axel Kober

Inszenierung Guy Joosten

Bühne und Kostüme Johannes Leiacker

Licht Manfred Voss

Chorleitung Christoph Kurig

Produktionsdramaturg Luc Joosten

Dramaturgie Bernhard F. Loges

Marquis de la Force James Bobby

Blanche Sylvia Hamvasi

Chevalier Corby Welch

Madame de Croissy, Priorin Susan Maclean

Madame Lidoine, neue Priorin Helen Lyons

Mère Marie Jeanne Piland

Soeur Constance Iulia Elena Surdu

Mère Jeanne Katarzyna Kuncio

Soeur Mathilde Maria Kataeva

Beichtvater Bruce Rankin

Erster Kommissar Florian Simson

Zweiter Kommissar Lukasz Konieczny

Offizier Bogdan Baciu

Kerkermeister Attila Fodre

Thierry Attila Fodre

Chor Chor der Deutschen Oper

Orchester Düsseldorfer Symphoniker

Wiederaufnahme Fr 09.03.2012, 19.30 Uhr ↗ Opernhaus Düsseldorf

tHeater DuisbUrG 02.10. | 08.10. | 16.10. | 22.10.2011

Opernhaus Düsseldorf 11.03. | 16.03. | 06.04. | 08.04. | 12.04. | 24.04.2012

Aufführungen im Düsseldorfer Opernhaus:

So 24.10. – 18.30 Uhr / Do 28.10. – 19.30 Uhr / Sa 30.10. – 19.30 Uhr /

So 07.11. – 18.30 Uhr / Do 11.11. – 19.30 Uhr / So 14.11. – 15.00 Uhr

Karten und weitere Informationen: Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Tel. 0203 / 89 25 211, www.operamrhein.de

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