Deutsche Oper am Rhein: Premiere für die neue „Carmen“ im Theater Duisburg

15. Oktober 2011, 19.30 Uhr. ----- die Titelheldin in George Bizets Werk ist eine der faszinierendsten Figuren der Opernwelt. Auch wenn „Carmen“ bei ihrer Uraufführung 1875 beim Pariser Publikum einen Skandal provozierte, entwickelte sie sich sehr bald zu einer der weltweit meistgespielten Opern, und die schillernde Hauptfigur gilt bis heute als Männertraum schlechthin.
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Den neuen Frauentyp hatte Prosper Mérimées „Carmen“-Novelle schon 1845 in die zivilisierte Metropole Paris gebracht: Carmen lockt mit der wilden exotischen Schönheit der Zigeunerin und nimmt sich zugleich die Freiheit zur Selbstbestimmung, wie sie sich im 19. Jahrhundert nur Männer leisteten. Was sie unter Liebe versteht, lässt sie schon in der Habanera hören: die uneingeschränkte Freiheit der Gefühle, totale Freiheit auch von moralischen Bindungen. Don José ist völlig in ihren Bann gezogen, ihrer liberalen Einstellung zu Liebe und Beziehung aber nicht gewachsen: Von rasender Eifersucht getrieben, bringt er seine mit dem Stierkämpfer Escamillo anbandelnde Geliebte um.

Prosper Mérimées 1845 veröffentlichte „Carmen“-Novelle brachte einen neuen Frauentyp in die zivilisierte Metropole Paris. Als Zigeunerin war Carmen mit ihrer wilden exotischen Schönheit das ideale Lustobjekt. Zugleich nimmt sie sich aber auch eine Freiheit zur Selbstbestimmung, die sich im 19. Jahrhundert nur Männer leisteten. Genau darin liegt ihr Reiz, aber auch ihr Verbrechen in den Augen der Gesellschaft – und der Grund für ihre Ablehnung bei der Premiere. In Bizets Oper kann Carmen ihre Lebensphilosophie auf der Bühne offen ausleben. Was sie unter Liebe versteht, lässt sie bereits in der Habanera hören: die uneingeschränkte Freiheit der Gefühle, totale Freiheit auch von moralischen Bindungen. Das ist schließlich Carmens Verhängnis, sie verlangt, mit Liebe und Beziehung liberal umzugehen, wozu Don José nicht in der Lage ist – von rasender Eifersucht getrieben bringt er seine mit dem Stierkämpfer Escamillo anbandelnde Geliebte um.

Im an die Bildwelten des spanischen Malers Francisco Goya gemahnenden Bühnenbild von Rifail Ajdarpasic arbeitete Regisseur Carlos Wagner in seiner im Januar 2011 an der Opéra National de Lorraine gefeierten Inszenierung die Freiheitsliebe Carmens und ihre Faszination für den mit ihr überforderten Sergeant Don José in düster-poetischen Bildern heraus. Die Fachzeitschrift Classique News schrieb über das große Finale: „Das letzte Bild ist unvergesslich und beweist den flammenden Einfallsreichtum eines großen Regisseurs, zwischen Wirklichkeit und Sehnsucht, Poesie und Expressionismus, Schatten und Licht.“

Opéra comique in vier Akten

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach Mérimée

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Axel Kober

Inszenierung Carlos Wagner

Bühne Rifail Ajdarpasic

Kostüme Patrick Dutertre

Licht Fabrice Kebour

Chorleitung Gerhard Michalski

Leitung Kinderchor Karoline Philippi

Choreographie Ana Garcia

Don José Sergej Khomov

Escamillo Richard Sveda

Remendado Johannes Preißinger

Dancaïro Daniel Djambazian

Zuniga Timo Riihonen

Moralès Dmitri Vargin

Carmen Isabelle Druet

Micaëla Anke Krabbe

Frasquita Alma Sadé

Mercédès Iryna Vakula

Tänzerin Anna Roura-Maldonado, Michèle Lama, Carmen Mar Canas Salvador, Irina Castillo

Tänzer Joeri Burger, Alexeider Abad Gonzales, Michael Schuldt, Jonas Tilly

Chor Chor der Deutschen Oper am Rhein

Kinderchor Kinderchor am Rhein

Orchester Duisburger Philharmoniker

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