„3000 Euro“ von Thomas Melle im Münchner Volkstheater

Premiere am 10 Juni 2015, 20.00 Uhr, kleine Bühne. -----3.000 Euro trennen Anton von seinem alten Leben, in dem er ein aufstrebender Jurastudent war. 3.000 Euro warten auf Denise, die von einer besseren Zukunft träumt, als Lohn für einen Porno-Dreh. Die Lebenswege der beiden kreuzen sich, obwohl ihre Biographien doch denkbar unterschiedlich sind.
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Anton will seinen sozialen Abstieg nicht wahr haben. Er kämpft, und hadert, und hofft. Denise ist alleinerziehende Mutter und arbeitet in einem Discounter an der Kasse. Ihre kleine Tochter Linda leidet an Wahrnehmungsstörungen und überfordert sie oft. Sie selbst und ihre Sehnsüchte – nach einem wohlhabenderen Leben oder einer Beziehung, zum Beispiel – kommen in diesem Alltag häufig zu kurz. Eine Reise nach New York ist der Wunschtraum, an den sie sich klammert. Darauf spart sie. Dafür hat sie diesen Porno gedreht, dessen Gage allerdings noch aussteht. Sie kämpft, und hadert, und hofft.

3.000 Euro sind etwas mehr als das monatliche Brutto-Durchschnittseinkommen pro Kopf in Deutschland. Während Banken, Konzerne und Länder sorglos mit Milliardenbeträgen spielen, ist dieser vergleichsweise geringe Betrag für die Zukunft von Anton und Denise von existentieller Bedeutung.

Thomas Melles Roman, der 2014 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, ist ein ganz nah heran gezoomter Blick auf das Leben zweier am unsicheren Rand einer Gesellschaft, die über Geld funktioniert.

Regie

Brit Bartkowiak, geboren 1980, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Mainz und in Wellington/New Zealand. 2006 Studium der Schauspieltheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Erste eigene Arbeiten während des Studiums.Von 2009 bis 2013 arbeitet sie als Regieassistentin am Deutschen Theater Berlin, u.a. mit Dimiter Gotscheff, Nicolas Stemann, Stefan Pucher, Stephan Kimmig und Tom Kühnel/Jürgen Kuttner. In der Spielzeit 2014/2015 inszeniert zum ersten Mal an Münchner Volkstheater.

in einer Fassung des Autors

Regie Brit Bartkowiak

Dramaturgie David Heiligers

Bühne Nikolaus Frinke

Kostüme Carolin Schogs

Musik Joe Masi

Anton Oliver Möller

Denise Luise Kinner

Frau Mara Widmann

Mann Pascal Fligg

Linda NN

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