Uraufführung: "89/90" nach dem Roman von Peter Richter, Staatsschauspiel Dresden

Premiere 27. August 2016, 19.30, im Kleinen Haus 1. -----„Es wird sich, sprach der große, gescheite M., hier schon sehr bald ­gewaltig was ändern, liebe Freunde, und dann sitzt ihr in Wiesbaden in einer Sozialwohnung und schaut euch das heulend im Fernsehen an.“ Damit soll M., Freund und Mentor des 16-jährigen P., im Sommer 1989 recht behalten: politische Umwälzungen bahnen sich an, und die verändern nicht nur die ganze Welt, sondern auch Dresden.
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P. und seine Freunde sehen sich plötzlich einer Staatsmacht gegenüber, die sich ein letztes Mal aufbäumt und mit Gummiknüppeln versucht, zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Und als die DDR schließlich ihren letzten Zuckungen erliegt, folgen Tage voller Punk und Pogo, voller Tatendrang, Haus­besetzungen und Straßenkämpfe. Denn einige der alten Freunde, mit denen man vor kurzem noch nachts ins Freibad eingebrochen ist, rüsten sich jetzt mit Bomberjacken und Baseballschlägern aus, um das Vakuum nach dem Zusammenbruch zu füllen.

Während Kohl vor der Ruine der Frauenkirche redet, Honecker beim Pfarrer in Bernau Asyl sucht und die allseits herbeigesehnte D-Mark Einzug hält, muss sich P. mittendrin aber auch all den Fragen widmen, die das Erwachsenwerden mit sich bringen: Warum hauen eigentlich all die schönen Mädchen in den Westen ab? Ist „Die Faschisten“ ein guter Bandname, und kann man ein Konzert mit nur einem Akkord ­bestreiten? Lieber Dreadlocks oder Haarschnitt mit Rasiermaschine?

In diesem allumfassenden Rauschen versuchen P. und seine Freunde den Beat zu finden, um aus dem Sound, den der Deutschlandfunk pausenlos liefert, das Beste zu machen.

Der Dresdner Autor Peter Richter wurde 2015 für seinen Roman „89/90“ für den Deutschen Buchpreis nominiert. In der Uraufführung wird die Dresdner Band DŸSE mit ihrem ganz eigenen Stil aus Rock, Punk und Jazz gemeinsam mit dem Ensemble nach dem Sound des Heranwachsens im Umbruch suchen – in der Regie von Christina Rast finden die humorvollen wie kritischen Erinnerungen aus Richters autobiografischem Roman ihren Weg auf die Bühne. Coming of Age mit Weltgeschichte im Rücken!

Regie: Christina Rast,

Bühne: Franziska Rast,

Kostüm: Gunna Meyer,

Musik: Jarii van Gohl,

Video: Julia Laggner,

Dramaturgie: Anne Rietschel

Mit: Marius Ahrendt, Ben Daniel Jöhnk, Simon Käser, Loris Kubeng, Matthias Luckey, Nicolas Streit

mit der Dresdner Band DŸSE: Andrej Dietrich, Jarii van Gohl

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