Uraufführung: »Warum überlebt Michailo Gurman nicht?« von Pavlo Arie im Theater Magdeburg

Premiere Donnerstag, 13. 4. 2017, 19.30 Uhr im Schauspielhaus/Studio. -----Die junge Ukrainerin Anna soll einen Deutschen heiraten. Das will Annas Vater so, der sich davon eine hohe Mitgift verspricht. Aber Anna liebt den ärmlichen Michailo. Der Vater erreicht mit Hilfe eines befreundeten Militärs, dass Michailo eingezogen wird.
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Ein gefälschter Brief, der von dem im Krieg gefallenen Michailo berichtet, bewegt Anna doch dazu, in die vom Vater gewünschte Heirat mit dem Kfz-Werkstattbesitzer Nikolaus einzuwilligen und nach Deutschland zu gehen. Als dann plötzlich Michailo in Deutschland auftaucht, entspinnt sich ein zunehmend brutaler werdendes Dreiecksverhältnis.

Aries Stück basiert auf der Erzählung »Gestohlenes Glück« des ukrainischen Nationaldichters Iwan Franko und behandelt die Beziehung von Anna, Michailo und Nikolaus mit schicksalhaftem Ausgang. Pavlo Arie modernisiert den bekannten ukrainischen Text und erzählt in seiner Liebesgeschichte aus dem multikulturellen Europa vom Recht des Einzelnen auf ein klein wenig Glück im Leben. Die Bearbeitung greift das schon bei Franko beschriebene ungleiche Machtverhältnis von Männern und Frauen, sowie die von Männern ausgehende Gewalt gegen Frauen auf, verlegt die Handlung jedoch in die Gegenwart und abwechselnd nach Deutschland und in die Ukraine.

Mit der Uraufführung von Pavlo Aries packendem Psychothriller setzt das Theater Magdeburg die im Mai 2016 mit dem Festival »Wilder Osten. Ereignis Ukraine« begonnene deutsch-ukrainische Theaterkooperation fort. Die Produktion wird inszeniert von dem jungen Regisseur Stas Zhyrkov aus Kiew. Zwei Schauspieler aus der Ukraine und ein Ensemblemitglied des Theaters Magdeburg werden in der jeweils eigenen, aber auch fremden Sprache spielen. Unterstützt wird die Aufführung durch Übertitel.

Das Theaters Magdeburg und des Golden Gate Theatre Kiew gaben das Werk bei Pavlo Arie in Auftrag. Der aus Lwiw stammende Autor ist einer der bekanntesten ukrainischen Dramatiker und war beim diesjährigen Heidelberger Stückemarkt als Scout für das Gastlandprogramm aus der Ukraine tätig.

Der Regisseur Stas Zhyrkov leitet seit 2014 das Golden Gate Theatre in Kiew und ist der jüngste Theaterdirektor in der Ukraine. Zhyrkov und sein Leitungsteam verschreiben sich den gegenwärtigen Theaterformen und der Modernisierung des ukrainischen Theatersystems. In Magdeburg inszenierte er bereits Pavlo Aries Drama »Am Anfang und am Ende aller Zeiten« für das Festival »Wilder Osten. Ereignis Ukraine«.

Nach der Uraufführung am Do. 13. 4. 2017 und weiteren Vorstellungen in Magdeburg wird die Inszenierung zusammen mit weiteren Produktionen des Schauspielhauses Magdeburg als Gastspiel Teil des ukrainischen Theaterfestivals »Treffpunkt Saporischschja« am 28. und 29. 4. 2017 in der Magdeburger Partnerstadt Saporischschja sein.

Regie Stas Zhyrkov

Bühne/Kostüme Sophie Lenglachner

Dramaturgie Laura Busch

Anna Kateryna Vyshneva

Michailo Gurman Mykola Bereza

Nickolaus Müller Timo Hastenpflug

Samstag

15. 4. 2017

19.30 Schauspielhaus / Studio

Samstag

13. 5. 2017

19.30 Schauspielhaus / Studio

Sonntag

14. 5. 2017

19.30 Schauspielhaus / Studio

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