ENDSTATION SEHNSUCHT – EIN FESTIVAL ÜBER FLUCHT, IDENTITÄT UND DIE DARSTELLBARKEIT VON GEWALT - THEATER AUS MEXIKO IN DEN MÜNCHNER KAMMERSPIELEN

von 22. bis 27. November 2016. -----Angesichts der Entwicklung an den Grenzen innerhalb und an den Rändern der EU erscheint es sinnvoll, den durch die Krise Europas bedingten Tunnelblick hinter sich zu lassen, die Perspektive historisch und geographisch zu weiten und auf eine Region zu schauen, in der das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd, Flucht und Migration, eine zentrale Rolle spielen.
21806

Es geht um Mexiko und um die vielfältigen Demarkationslinien, die das Land symbolisch, politisch und kulturell von den USA trennen.

Vom Mai 2016 bis zum Frühjahr 2017 präsentiert sich Deutschland mit einer Vielzahl an Projekten in ganz Mexiko. Umgekehrt stellt Mexiko ein Jahr lang seine Kultur in Deutschland vor. Die Münchner Kammerspiele nehmen diesen Austausch zum Anlass für ein Festival mit dem Titel „Endstation Sehnsucht“. Die Veranstaltungsreihe gibt Einblicke in die gesellschaftspolitische Situation des Landes und stellt ausgewählte Produktionen aus dem Bereich des Freien Theaters vor, überwiegend als europäische Erstaufführungen. Neben Gastspielen etablierter Gruppen wie LAGARTIJAS TIRADAS AL SOL oder ANTONIO SALINAS liegt das Augenmerk auf jungen Regisseuren und Performerinnen wie ALBERTO VILLARREAL und LAURA URIBE oder MARIANA VILLEGAS und LUKAS AVENDANO.

Exklusiv für das Festival hat ÁNGEL HERNÁNDEZ, herausragender Vertreter eines engagierten, ortsspezifischen Theaters in Mexiko, eine neue Arbeit entwickelt. Von München aus ist der Regisseur im vergangenen Herbst entlang der Fluchtrouten an die Grenzen der EU gereist. Mit einer Lecture im Rahmen des „Welcome Café“ präsentiert er die Ergebnisse seinerRecherche und initiiert einen performativen Dialog mit in München lebenden Geflüchteten. Ángel Hernández setzt so seine langjährige künstlerische Kollaboration mit ArbeitsmigrantInnen in mexikanischen Güterzügen fort und stellt damit auch die Frage nach der Vergleichbarkeit der Situation an den südlichen Grenzen Europas und der Vereinigten Staaten.

Neben der Beschäftigung mit Fragen von Herkunft und Identität, die häufig in postkolonialen Gesellschaften artikuliert werden, sind viele der hier zu zeigenden Arbeiten von einer Auseinandersetzung mit der in Mexiko allgegenwärtigen Gewalt geprägt – und werfen so die Frage nach ihrer Darstellbarkeit mit den Mitteln des Theaters auf. Lassen sich diese künstlerischen Entwicklungen mit den hierzulande geführten Debatten um einen neuen Realismus und interventionistische Kunst kurzschließen?

Kuratiert von Christoph Gurk und Ilona Goyeneche.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut Mexiko. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit Unterstützung von Secretaría de Cultura de México, dem Goethe-Institut München und dem Instituto Cervantes.

Neben den Tickets für die einzelnen Veranstaltungen ist an der Tageskasse auch ein FESTIVALPASS erhältlich.

FESTIVALPASS (für 6 Tage): 60 Euro / erm. 40 Euro

Alle Infos

www.muenchner-kammerspiele.de/news/endstation-sehnsucht-ein-festival-uber-flucht-identitat-und-die-darstellbarkeit-von-gewalt

Weitere Artikel