Uraufführung: "Der Mondmann" Nach dem gleichnamigen Buch von Tomi Ungerer - Schauspielhaus Graz

PREMIERE am 21. Oktober 2016, 19.30 Uhr, HAUS EINS. -----1969 eroberten die Amerikaner den Mond. Bereits drei Jahre zuvor, 1966, schickte Tomi Ungerer in einem 24-seitigen Bilderbuch den Mann im Mond auf die Erde. Der Langeweile und Einsamkeit auf seinem Himmelskörper überdrüssig, sehnt er sich nach Gemeinschaft und Teilhabe am Leben auf der Erde.
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Am Schweif eines Kometen reist er zur Erde und lernt diese als zauberhaften Ort voller Magie, Fröhlichkeit und Gemeinschaft kennen, wird jedoch bald von einem Präsidenten verfolgt, der den verwaisten Mond kolonialisieren will. Schon bald wünscht sich der Mondmann an den Himmel zurück – doch wie soll er dorthin zurückkommen? Eine junge Frau weiß, wer ihm helfen könnte: Bunsen van der Dunkel, der geniale „Erfinder von allem“. In diesem findet der Mondmann einen Freund, der ihn mithilfe einer Rakete zurück auf den Mond befördert.

Tomi Ungerers „Mondmann“ ist ein naher Verwandter des „Kleinen Prinzen“ von Saint-Exupéry – nicht nur als geographischer Nachbar im Universum. Es ist eines jener philosophischen Kinderbücher, deren schlichte Parabelhaftigkeit auch für Erwachsene von großer Anziehungskraft sein kann. Dank der Verkehrung der Perspektive in Tomi Ungerers Buch, das hier zum Ausgangspunkt eines Theaterstückes mit Musik geworden ist, sehen wir durch die Augen des extraterrestrischen Fabelwesens unseren Planeten in all seiner Schönheit und Grausamkeit. „Der Mondmann“ ist eine zeitlose, humorvoll-melancholische Erzählung für die ganze Familie auf gemeinhin als „männlich“ beschriebene Eigenschaften, die einsam machen können: Eroberungswillen, Expansionsbestrebungen, Forschergeist. Und der Mond selbst, der bekanntermaßen nur im Deutschen männlich ist, wird zu einer weiteren Metapher für Einsamkeit – aber einer, aus der Poesie und Schönheit erwachsen können.

Tomi Ungerer wurde 1931 in Straßburg im Elsass geboren und wuchs mit der französischen, deutschen und elsässischen Sprache und Kultur auf. Von 1956 bis 1971 – zur Entstehungszeit des „Mondmannes“ – lebte er in New York und arbeitete international erfolgreich als Zeichner, Maler, Illustrator, Kinderbuchautor und Werbegrafiker. Nach vier weiteren Jahren in Kanada kehrte er 1975 nach Europa zurück. Heute lebt der 85-Jährige als überzeugter Elsässer und Europäer auf einer Farm in Irland. In den vergangenen 40 Jahren brachte er rund 40.000 Zeichnungen zu Papier, veröffentlichte mehr als 140 Bücher und zeigte seine Werke in etwa 100 Ausstellungen.

Zum Regisseur

Mathias Schönsee

Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft bei Andrzej Wirth in Gießen arbeitete er als Regisseur, Dramaturg und Spielstättenleiter an verschiedenen Theatern. Seit 1998 ist er freier Autor, Regisseur und Songwriter. Neben klassischen und neuen Theatertexten inszeniert er vorwiegend eigene Stücke oder Bearbeitungen von Prosatexten. In seiner Theaterarbeit bringt er häufig das Schauspiel mit anderen performativen Künsten wie Musik, Tanz und Artistik zusammen. Mit dem Komponisten und Produzenten Markus Löhr veröffentlichte Mathias Schönsee als Songwriter und -texter diverse Hör-CDs für Kinder, von denen bisher fünf Gold-Status erreichten und die über eine Million Mal verkauft wurden. In der vergangenen Spielzeit inszenierte Mathias Schönsee am Schauspielhaus Graz Ingrid Lausunds „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ und „Johnny Breitwieser“ von Thomas Arzt.

Text von Mathias Schönsee, Songs von Maike Rosa Vogel

Kooperation mit dem Institut für Schauspiel der Kunstuniversität Graz

Regie Mathias Schönsee

Bühne Stephan F. Rinke

Kostüme Jessica Karge

Musik Maike Rosa Vogel

Choreografie Isabelle Saunders

Video Chloe Dolic

Licht Viktor Fellegi

Dramaturgie Karla Mäder

Mit

Der Mondmann: Pascal Goffin

Die Schlaflose: Sarah Sophia Meyer

Der Präsident: Mathias Lodd

Der Erfinder: Gerhard Balluch

Sowie

Studierenden des 3. Jahrgangs Schauspiel der KUG

Bühnenmusik

deeLinde, Anna Sabelfeld, Conrado Molina

weitere Vorstellung am 25. Oktober, 19.30 Uhr, sowie ab November

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