Uraufführung: „The Art of Arriving - Ein Deutschland-Crashkurs“ von Lola Arias im Theater Bremen

Premiere 11. Juni 2015, 19 Uhr im Kleinen Haus. -----Wenn eine Familie auswandert, sind die Kinder die ersten, die sich in der neuen Welt zurechtfinden, sie verstehen. In der Schule lernen sie die Sprache, die Geschichte, die Gewohnheiten und verwandeln sich in wenigen Monaten in die Übersetzer ihrer Eltern.
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Sie begleiten sie zum Arbeitsamt, zum Supermarkt, zum Arzt und müssen oftmals komplizierte Sachverhalte übersetzen. Mit zehn, zwölf Jahren tragen sie große Verantwortung auf ihren Schultern: Sie kennen genauestens die Krankheit ihrer Mutter, das Gehalt ihres Vaters oder die bürokratischen Abläufe, um Arbeitslosengeld zu beantragen. Am Beispiel von bulgarischen Kindern, deren Herkunftsland im Gegensatz zu Deutschland zu den ärmsten der EU gehört, entwickelt Lola Arias ein szenisches Tutorial, das deren Erfahrungen im Spiel mit deutschen Kindern widerspiegelt.

Es ist die Geschichten der Kinder und Familien, die aus Bulgarien nach Deutschland kommen, aber auch die Geschichte der Beziehung zwischen Deutschland und Bulgarien. Regisseurin Lola Arias hat bereits „The Art of Making Money ̶ Die Bremer Straßenoper“ am Theater Bremen inszeniert und damit die Spielzeit 2013/14 eröffnet.

Arias möchte mit „The Art of Arriving“ besonders gegen das Vorurteil angehen, dass Produktionen von Kindern ausschließlich für Kinder sind. Format, Bedeutung und Inhalt sei definitiv für Erwachsene, die bei dem Projekt eine Idee davon bekommen sollen, was die Kinder durchmachen, wie schnell sie erwachsen werden müssen und über ihre und auch über die eigene Zukunft nachdenken. Außerdem sei „The Art of Arriving“ schon wie die Straßenoper kein soziales Projekt für Integration, sondern „ein Stück wie jedes andere, mit komplexen Themen, politischen Motiven und Emotionen“.

Lola Arias wurde in Argentinien geboren und ist als Schriftstellerin, Regisseurin, Performerin und Musikerin tätig. Ihre Theatertexte wurden ins Deutsche, Englische und Französische übersetzt und sind beim Verlag der Autoren erschienen. Arias’ Theaterarbeiten wurden zu verschiedenen Festivals eingeladen. Seit 2006 arbeitet sie auch gemeinsam mit Stefan Kaegi: u. a. für „SOKO São Paulo“ mit brasilianischen Polizisten und in „Airport Kids“ mit globalisierten Nomaden im Alter zwischen 7 und 13 Jahren.

Schauspiel / Junge Akteure

Regie/Text: Lola Arias

Bühne: Dominic Huber

Kostüme: Alexandra Morales

Musik: Ulises Conti

Video: Mikko Gaestel

Dramaturgie: Sabrina Bohl

Produktionsleitung: Nathalie Forstman

Mit:

Yozer Ahmed, Özlem Fikretova, Asavela Gabrielli, Emilia Mattukat, Richard Mattukat, Shuykran Shukri, Dzhaner Sprostranov, Izel Sthilanov, Leo Weiske, Julia Wolf, Emilia Yuseinova, Emil Yuseinov

Dienstag, 16. Juni 2015, 19:00 Uhr

Sonntag, 21. Juni 2015, 16:00 Uhr

Dienstag, 23. Juni 2015, 19:00 Uhr

Mittwoch, 01. Juli 2015, 19:00 Uhr

Samstag, 11. Juli 2015, 19:00 Uhr

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