BRANDENBURGISCHE KULTURSTIFTUNG COTTBUS: Max-Grünebaum-Preisträger 2016

Die Max Grünebaum-Stiftung hat die Max-Grünebaum-Preise 2016 an die Tänzerin Greta Dato und den Sänger Ingo Witzke vom Staatstheater Cottbus verliehen. Der Max-Grünebaum-Preis, der in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben wurde, ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Den Karl-Newman-Förderpreis, eine Studienreise nach London, erhielt die Theatermalerin und -plastikerin Claudia Düsing. Die Preise wurden am 16. Oktober 2016 im Rahmen eines Festaktes verliehen.
21615

INFORMATIONEN ZU DEN PREISTRÄGERN

Greta Dato, Tänzerin

Max-Grünebaum-Preisträgerin Greta Dato ist seit der Spielzeit 2015/16 festes Mitglied des Ballettensembles, nachdem sie zuvor bereits als Gast am Staatstheater Cottbus tätig war.

Greta Dato wurde 1993 in Piemont (Italien) geboren. Sie begann ihre Tanzausbildung schon im Alter von 3 Jahren und lernte in der Folge verschiedene Stile wie klassischen, zeitgenössischen und modernen Tanz, Hip-Hop und karibische Tänze. Ihr erstes Engagement als Solistin erhielt sie 2011 in Mailand am Balletto di Milano; ihr erster Auftritt mit dem Cottbuser Ballettensemble fand 2013 statt – als Gast in der Rolle der Julia in ROMEO UND JULIA.

Greta Dato ist eine höchst disziplinierte Tänzerin, die sich mit jeder ihrer Rollen intensiv auseinandersetzt. Dabei spielt die Stilistik für sie keine Rolle – sie ist im klassischen und neoklassischen Ballett genauso zu Hause wie im modernen Tanz. Mit ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz inspiriert sie ihre Mittänzer und begeistert die Zuschauer, so u.a. als Odette im Tanzstück SCHWANENSEELE von Gundula Peuthert und als Solistin in den Meisterchoreografien von Uwe Scholz und Nils Christe in IM FLUSS DER ZEIT. Die Rollen ihres Repertoires sind für eine Tänzerin ihrer Generation außerordentlich bemerkenswert. Mit ihrer Leistung hat Greta Dato maßgeblichen Anteil an der künstlerischen Weiterentwicklung des gesamten Balletts.

Ingo Witzke, Sänger

Der Sänger Ingo Witzke erhielt den Max-Grünebaum-Preis 2016.

Der Bassist ist seit der Spielzeit 2010/11 am Staatstheater Cottbus engagiert. Er zählt mittlerweile zum Stamm des Opernensembles. Der in Göttingen geborene Sänger studierte von 2003 bis 2009 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin und belegte zahlreiche Meisterkurse. Der Bassist hat sich u.a. an der Komischen Oper Berlin, der Deutschen Oper Berlin, dem Théatre National du Luxembourg, der Artur Rubinstein Filharmonia Łódź und 2008 im Engagement am Theater in Hof ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Zudem widmet sich Ingo Witzke intensiv dem Konzertgesang, von Bachs Passionen über Mozarts Requiem bis hin zu Verdis Messa da Requiem. 2009 debütierte er am Staatstheater Cottbus als Pater Laurent in Gounods ROMÉO ET JULIETTE.

Zu seinen wichtigsten Rollen gehörten unter anderem der Gremin in „Eugen Onegin“ (Tschaikowski), Ramfis in „Aida“ (Verdi), Fafner in „Siegfried“ (Wagner), Raimondo in „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti), Wassermann in „Rusalka“ (Dvořák), Fasolt in „Rheingold“ (Wagner), Balthazar in „Die Favoritin“ (Donizetti) und Osmin in „Die Entführung aus dem Serail“ (Mozart).

Ingo Witzke wirft sich bei den Proben „voll“ ins Zeug. Er ist stets bestens vorbereitet und hat sich im Laufe der Jahre sowohl stimmlich als auch darstellerisch sehr gut entwickelt. Mit Bravour meistert er auch besondere Herausforderungen, so den Osmin in Mozarts DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL und den Balthazar in DIE FAVORITIN von Donizetti. Eindrucksvoll stellte er sein komödiantisches Talent im Fußball-Liederabend MÄNNER unter Beweis. In der Kinderoper SECHSE KOMMEN DURCH DIE WELT war er Publikumsliebling.

Claudia Düsing, Theatermalerin und -plastikerin

Karl-Newman-Förderpreis 2016

Karl-Newman-Förderpreisträgerin Claudia Düsing ist seit der Spielzeit 2015/2016 am Staatstheater Cottbus als Theatermalerin und Theater-plastikerin tätig. Sie erlernte am Hans Otto Theater Potsdam den Beruf einer Bühnenmalerin und studierte im Anschluss von 2010 bis 2014 Theaterplastik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Vor und während des Studiums vertiefte sie ihre Kenntnisse bei Praktika in verschiedenen Theater- und Filmwerkstätten, u.a. am Anhaltinischen Theater Dessau, am Friedrichstadtpalast Berlin, an der Deutschen Oper Berlin, am Theatre Royal Plymouth, am Národní divadlo Prag, an den Filmstudios Babelsberg sowie in der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin.

Claudia Düsing leistet in ihrer Profession Großartiges. Die von ihr für Jo Fabians sinfonisches Bildertheater FRANCESCO geschaffenen „Steine“ schienen den Darsteller förmlich zu zerreißen. In der Oper DIE FAVORITIN erweckte ihre „Glocke“ den Eindruck, viel zu schwer für die Chorherren zu sein. Nichts deutete darauf hin, dass sie aus Styropor geschnitzt war. Federführend verantwortlich zeichnet sie für die Umsetzung der aufwändigen plastischen Wandgestaltung im Bühnenbild von DON CARLOS. Hier wie in allen anderen Fällen sucht sie nach kostengünstigen, gewichtsverträglichen und zeitsparenden Herstellungsverfahren.

www.max-gruenebaum-stiftung.de

Weitere Artikel