"Medea. Stimmen" nach dem Roman von Christa Wolf - KosmosTheater Wien

Do, 2.3. & Fr, 3.3. | Mi, 8.3. – Sa, 18.3.2017 | Mi – Sa | 20:00 Uhr, KosmosTheater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien. -----Medea, Kindsmörderin! Barbarin aus dem Osten! Opfer von Verleumdung? Rebellin gegen das Establishment? Die sprachgewaltige Autorin Christa Wolf rollt die Mordfälle rund um Medea, „die Fremde“, als hochspannenden Polit-Krimi auf, geschildert aus den verschiedenen Perspektiven der unmittelbar Beteiligten.
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Medea flüchtet ins reiche Korinth und damit geradewegs in ein patriarchal-kapitalistisches System. Die Hetzjagd gegen sie beginnt, als sie sich der Anpassung verweigert und die vorhandenen Machtstrukturen entlarvt. Unter den Gesichtspunkten der aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen ist Christa Wolfs Szenario aktueller denn je und stellt die bis jetzt radikalste Korrektur des Medea-Mythos dar.

„Wenn unsere Kultur in Krisen gerät, fällt sie immer wieder auf das gleiche Verhalten zurück: die Schuld bei Außenseitern suchen, diese ausgrenzen, sie zu Sündenböcken stempeln.“ Christa Wolf in DIE ZEIT, 10/2007

Christa Wolf

geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), gestorben am 1. Dezember 2011 in Berlin. Studium der Germanistik in Jena und Leipzig, lebte bis zu ihrem Tod als freie Schriftstellerin in Berlin. Christa Wolf gilt als eine der bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR, ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis.

Julia Nina Kneussel

Geboren in Wien, Schauspiel-Studium am Gustav Mahler Konservatorium in Wien. Engagements u.a. am Theater in der Josefstadt, Burgtheater, Dschungel, Theater des Lachens Berlin, Theaterhaus Stuttgart, TAG und dietheater Künstlerhaus. Sie arbeitete außerdem als Radiomoderatorin und Regieassistentin. 2008 gab Julia Kneussel ihr Regiedebut, ihre Inszenierung von Katharina Tiwalds „Die Kümmerinnen“ gewann 2013 beim Nachwuchs-Theater-Wettbewerb im Theater Drachengasse den Publikumspreis. Es folgten weitere Inszenierungen am Theater Drachengasse und die Gründung des Vereins leuchtkraft. Am KosmosTheater war sie zuletzt als Schauspielerin zu sehen, in „Das kleine Zimmer am Ende der Treppe“ (R: Barbara Klein). Julia Nina Kneussel lebt und arbeitet als freischaffende Regisseurin und Dozentin in Wien.

www.leuchtkraft-theater-produktionen.com

Bühnenfassung: Julia Nina Kneussel, Martina Theissl

Regie: Julia Nina Kneussel

Dramaturgie: Martina Theissl

Musik: Markus Jakisic

Ausstattung: Caro Stark

Mit: Anne Grabowski, Jan Hutter, Jens Ole Schmieder, Petra Staduan

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