"Eurotopia" - Ein Theaterabend von acht internationalen Künstlerteams - Theater Freiburg

Premiere: 4. März 2017, 18.00 Uhr, Großes Haus. -----Wir sind dabei aufzuwachen. Vielleicht ist es zu spät. Die Krise hat Europa erfasst, sie ist unübersehbar,vielfältig und schmerzhaft. Der Friedensnobelpreis, den die Europäische Union 2012 erhielt, galt ihremLebenswerk, das nun offenbar zu Ende ist. Kann Europa mehr als das bürokratische Monster sein, dasSpielfeld der Wirtschaftslobby, das Projekt alter, weißer Männer, der selbsternannte Mittelpunkt der Weltoder das Museum der Errungenschaften westlicher Aufklärung?
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Welche Chancen geben wir der »alten Dame« Europa heute, im Jahr 2017? Wie kann man Europa erzählen, demaskieren, zertrümmern, um es wieder neu zusammenzusetzen?

Internationale Theaterkünstler aus Belgien, der Türkei, dem Kongo, der Schweiz und Deutschland sind eingeladen, ihr persönliches, radikales Statement zu Europa zu formulieren. Die Künstlerteams machen eine Kurzoper, Schauspiel, Choreografien, künstlerische Videodokumentationen oder rasende Monologe. Diese Statements treffen mit ihren unterschiedlichen künstlerischen Handschriften an einem gemeinsamen Abend auf der großen Bühne aufeinander. Unser Theaterabend mit seinem europäischen Ensemble bildet die Grundlage für eine offene Debatte über Europa. Wir spielen »Eurotopia« an vier Themenwochenenden, an denen wir mit Gästen zu ausgewählten Schwerpunkten diskutieren.

Am Ende entsteht eine leidenschaftliche Vermessung der Utopie: An welchem Haus können

wir bauen, was kann Europa sein?

Die Künstler

Memet Ali Alabora, türkischer Schauspieler und Regisseur,

lebt im europäischen Exil in Großbritannien. Er

inszeniert eine Kurzoper über den Mythos Europa.

Felicitas Brucker, deutsche Regisseurin, und Arved

Schultze, deutscher Dramaturg und Kurator, setzen

sich mit der Jugend an den gesellschaftlichen Rändern

Europas auseinander.

Ruud Gielens, belgischer Regisseur, Schauspieler und Videokünstler interviewt geflüchtete Kinder in Ägypten und verarbeitet dies in einem künstlerischen Dokumentarfilm.

Emre Koyuncuoglu, türkische Regisseurin und Choreografin, untersucht Konzepte des »Ethnic Engineering« anhand des türkisch-griechischen Bevölkerungsaustauschs von 1923.

Faustin Linyekula, kongolesischer Tänzer und Choreograf, fragt mit Freiburger Afrikanern, wie sich Europa mit seiner kolonialen Vergangenheit auseinandersetzt.

Jarg Pataki, deutscher Regisseur mit jüdisch-ungarischen Wurzeln, beschäftigt sich mit erstarkendem Faschismus in Europa und lässt dafür Leni Riefenstahl wiederauferstehen.

Milo Rau, Schweizer Regisseur, führt seine vielbeachtete »Europa-Trilogie« fort und präsentiert dies in einer Videoinstallation vor jeder Vorstellung in der Kammerbühne.

ORTREPORT & Meier/Franz, ein Szenografen-/ Künstlerkollektiv aus Deutschland, Österreich und der

Schweiz, ist für das Raumsetting verantwortlich und fragt: Wie können wir Europa erzählen?

Die vier Themenwochenenden

Das Europa der Städte 4. & 5.3.17

Der Blick von auSSen 10. – 12.3.17

History revisited 30.3. – 2.4.17

Mythen, Fiktionen, Utopien 27.4. – 29.4.17

Vorstellung »Eurotopia«:

Es gelten die üblichen Ermäßigungen.

Einführung immer eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung.

Vorträge an den Themenwochenenden: 8,– / erm. 6,–

Kombitickets: Bei Besuch von zwei Vorträgen oder einem Vortrag und einer Vorstellung 6,– / erm. 4,– pro Vortrag. Ermäßigung nur an der Theaterkasse.

Der Eintritt für die Videoinstallation »The Civil Wars« von Milo Rau ist frei.

Weitere Infos zum Programm finden Sie unter www.theater.freiburg.de

Das Magazin und weitere Beiträge zum Themenschwerpunkt finden Sie auf dem Theaterblog unter dem

Stichwort »Eurotopia«: www.theater.freiburg.de/blog

Theaterkasse: Bertoldstraße 46

MO. – FR. 10 – 18 Uhr & SA. 10 – 13 Uhr

Tel.: 0761 201 28 53

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