"DIE NETZWELT" von JENNIFER HALEY, Theater Bielefeld

PREMIERE 25.03.2017, 19:30 Uhr, Theater am Alten Markt. -----In einer gar nicht so fernen Zukunft hat das Internet die Sphären von Staat und Wirtschaft, Realität und Virtualität untrennbar miteinander verschmolzen – wir leben nun in und mit der Netzwelt, einer optimierten Version des Internets.
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Alle Träume von den grenzenlosen technischen Möglichkeiten scheinen sich erfüllt zu haben, die Simulation übertrifft die Wirklichkeit, der Kunde verfügt mit seinem virtuellen Ich über ein unbegrenztes Angebot von Dienstleistungen, die selbst die geheimsten Wünsche wahr werden lassen. In dieser Hinsicht übertrifft eine Domain, das sogenannte Refugium, alles bisher Dagewesene. Verführerischer,

echter, intensiver als hier können die Besucher nirgendwo ihre Fantasien ausleben.

Da diese Fantasien auch um Sex und Gewalt kreisen, beginnt die Ermittlerin Morris, Beweise gegen den Programmierer des Refugiums zu sammeln. Die Rechtslage ist verzwickt. Die Besucher der Seite sind volljährig, sie handeln im gegenseitigen Einvernehmen und ihre mutmaßlich illegalen Aktivitäten sind nur simuliert. Sie haben keine Konsequenzen in der realen Welt. Zudem verstrickt sich auch Morris

emotional in den abgründigen Fall.

Vordergründig eine Kriminalgeschichte um illegale Aktivitäten im Netz, entwickelt sich das Stück von Jennifer Haley zu einem atemberaubenden Diskurs über Technik und Moral im virtuellen Zeitalter.

INSZENIERUNG

Mareike Mikat, geboren 1978 in Frankfurt/Oder, studierte Regie an der »Ernst Busch« Hochschule für Schauspielkunst Berlin. Sie inszenierte u. a. am Thalia Theater Halle, am Staatstheater Kassel, am Theater unterm Dach in Berlin, an der Volksbühne Berlin, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Staatstheater Stuttgart, am Volkstheater München, am Theater Heidelberg und am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Von 2008 bis zum Sommer 2010 war sie Hausregisseurin am Centraltheater / Schauspiel Leipzig. An der dortigen Skala inszenierte sie u. a. die deutschsprachige Erstaufführung von Iwan Wyrypajews Juli und wurde damit 2009 zum Festival Radikal Jung eingeladen. Am Theater Bielefeld inszenierte sie bereits sehr erfolgreich Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück, das 2013 zum NRW Theatertreffen eingeladen wurde, sowie Der Besuch der alten Dame und Ein Volksfeind.

Inszenierung Mareike Mikat

Bühne und Kostüme Marie Roth

Dramaturgie Viktoria Göke

Mit

Lukas Graser // Maj-Britt Klenke // Doreen Nixdorf // Thomas Wehling // Thomas Wolff

Die nächsten Vorstellungen

28.03., 30.03., 06.04., 07.04., 21.04.17

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