Landestheater Linz: ANTIGONE von Jean Anouilh

Premiere 18. September 2011 um 19.30 Uhr in den Kammerspielen. -----Antigones Brüder haben sich gegenseitig getötet. Der eine wird beerdigt, der andere nicht, als Warnung vor einer Revolte. Ihn zu bestatten ist bei Todesstrafe verboten. Antigone jedoch ist wild entschlossen, dem Bruder die Totenehre zu erweisen.
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Beim Versuch, seinen Körper mit Erde zu bedecken, wird sie gefangen genommen und vor König Kreon, ihren Onkel, geführt. Ein erbittertes Ringen um das, was beide glauben, tun zu müssen, beginnt

Eine ungebrochene Faszination geht von der antiken Figur der Antigone aus. Kaum ein anderes Stück erfuhr so viele Bearbeitungen wie diese Tragödie. Was Widerstand ist und sein kann, dieser Frage versuchen Autoren bis heute am Modell Antigone auf den Grund zu gehen. Die bekannteste Adaption des 20. Jahrhunderts stammt von Jean Anouilh. Stehen in Sophokles’ Antigone göttliches und menschliches Gesetz im Widerstreit, so begegnen sich bei Anouilh – in einer götterlosen Welt – zwei Menschen, die das alleinige Gesetz ihres Handelns aus ihrer persönlichen Haltung zum Leben beziehen: Ein Kreon, der die Bejahung, eine Antigone, die die Verneinung des Lebens bis zur letzten Konsequenz treiben. Nur dieses Leben bedeutet für Kreon nicht mehr als eine bloße Vereinbarung unter Menschen, die der notwendigen Ordnung zu dienen hat. Antigone aber erhebt Anspruch auf die Anerkennung ihrer Freiheit, das Leben zu verneinen.

Wenn Kreon ihren Tod nicht will, so nicht deshalb, weil Antigone seine Nichte und die Verlobte seines Sohnes Hämon ist, sondern weil ihr Nein-Sagen sowohl die Staatsräson als auch seine persönliche Bejahung dieses Lebens in Frage stellt. Antigone aber lehnt den Kompromiss ab, der zur Lüge verpflichtet, sie lehnt vor allem „das kleine Glück“ ab, das den Kompromiss belohnt: „Ihr ekelt mich an mit eurem Glück; mit eurem Leben, das man lieben soll um jeden Preis; wie Hunde seid ihr, die alles, was sie finden, belecken. Und dieses kleine Alltagsglück, wenn man nicht zu anspruchsvoll ist. Ich will alles, sofort – und ganz – oder ich lehne ab.“ Johannes von Matuschka inszeniert die Antigone von Jean Anouilh mit Katharina Vötter in der Hauptrolle und Stefan Matousch als ihren Widerpart Kreon.

Empört Euch!

Egal, in welche Buchhandlung man gerade eintritt, um zu stöbern, ob in die Bahnhofsbuchhandlung, ob in die Großkettenfiliale oder in den Laden des Buchhändlers seiner/ihrer Wahl - auf dem Tresen liegt ein Stapel eines gerade mal 30 Seiten dicken Buches, geschrieben von einem Mann, der fast ein Jahrhundert alt ist und alle geschichtlichen Verwerfungen dieser vielen Jahrzehnte erlebt hat: Empört Euch! von Stéphane Hessel. Und die Menschen kaufen dieses Buch, überall. In Zeiten von Stuttgart 21, arabischem Frühling und spanischen „Empörten“ ist das Thema Widerstand virulent wie schon lange nicht mehr.

ANTIGONE von Jean Anouilh

Deutsch von Franz Geiger

Inszenierung Johannes von Matuschka

Bühne und Kostüme Marie Holzer

Musik Malte Beckenbach

Dramaturgie Kathrin Bieligk

Antigone Katharina Vötter

Ismene Barbara Novotny

Kreon Stefan Matousch

Hämon Bastian Dulisch

Spielleiter Aurel von Arx/Christian Manuel Oliveira

Weitere Termine Dienstag, 20. Samstag, 24., Mittwoch, 28. September;

Mittwoch, 5., Samstag, 15., Freitag, 21. Oktober

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