Weltpremiere: "We almost forgot", Tanzperformance von Qudus Onikeku, Ballhaus Naunynstraße Berlin

17. Juni 2016, 20 Uhr – Uraufführung. -----Wie können wir über Traumata sprechen, wenn es keine Wörter gibt, wenn alles, was wir haben, um uns zu erinnern, unser verdrängtes Körpergedächtnis ist? Auf welche Art und Weise kann der Tanz das Unaussprechliche ausdrücken? Und wie kann die körperliche Erinnerung uns darin unterstützen, die Vergangenheit zu verstehen?
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Qudus Onikeku, nigerianischer Tänzer und Choreograf der Pariser Gruppe YK Projects, war im Rahmen der Reihe We are Tomorrow mit seiner Arbeit STILL/life im Ballhaus Naunynstraße zu Gast. Aus diesem Treffen entstand der Wunsch nach einer langfristigen Zusammenarbeit, um sich Themen der afrikanischen Diaspora zu widmen: Fragen nach Erinnerung, dem kollektiven Gedächtnis, politischer und sozialer Verantwortung und danach, wie die Kunst diese Thematiken reflektieren kann.

We almost forgot konstruiert fiktive Szenen aus Zeugenberichten über reale Erlebnisse. Geschichten von Personen, die unvorstellbare Grausamkeiten erlebt haben, werden zu einem Monolog zusammengesetzt, ohne das einzelne Ereignis zu nennen. Geschichte wird so nacherzählt, ohne den konkreten politischen Kontext in den Vordergrund zu stellen. Denn wir leben in einer Welt, in der politische Diskurse und Hashtags oft mehr zählen als die menschlichen Geschichten dahinter.

Qudus Onikeku und sein Team haben das Projekt mit 7 Tänzer*innen unterschiedlicher Hintergründe und Biografien in Paris entwickelt und beenden es in einer letzten Projektphase in Berlin. Mit energetischer

Bewegung, Storytelling und Musik legt Onikeku den Schwerpunkt des Abends auf die Katharsis: die Vergangenheit als eine Einheit, die zurückkommt, um von ihrem noch

immer gegenwärtigen Schrecken zu erzählen.

Konzept und Choreografie: Qudus Onikeku

Text: Ese Brume

Musik: Keziah Jones

Kostüm: Abolore Sobayo

Lichtdesign: Matthew Yussuf

Video: Isaac Lartey

Mit

Deborah Aiyegbeni

Sonia Al-Khadir

Ese Brume

Gaëlle Ikonda

Tidiani N’diaye

Gwen Rakotovao

Qudus Onikeku

18. & 20. Juni 2016, 20 Uhr

19. Juni 2016, 19 Uhr

Eine Koproduktion von YK Projects und dem Ballhaus Naunynstraße, gefördert durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktions- förderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags, den deutsch-französischen Fonds Transfabrik für darstellende Künste und den Conseil régional d‘Île de France. In Zusammen-arbeit mit dem Goethe-Institut, Lagos – Nigeria, Parc de la Villette, Paris, CCN de Créteil et du Val de Marne/ Cie Käfig, Collectif Culture Essonne, Fontenay-en-Scènes, Fontenaysous- Bois, Théâtre Paul Eluard, Choisy-le-roi, La Briqueterie/CDC du Val-de-Marne und BlonBa – théâtre de l’Arlequin, Morsang-sur-Orge.

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