DIE WILDENTE von Henrik Ibsen - Schauspielhaus Zürich

Premiere: Donnerstag, 9.3.2017, 20 Uhr, Pfauen. -----Henrik Ibsens Tragikomödie „Die Wildente“ aus dem Jahr 1884 fragt, welchen Stellenwert die kompromisslose Wahrheit einerseits, unsere Fantasie und Fiktionen andererseits haben. Das Stück thematisiert die Heuchelei und Selbstgerechtigkeit der damaligen Oberschicht und die Kraftlosigkeit der Mittelschicht und ist zugleich ein poetisches Märchen, das von Licht und Dunkelheit, verborgenen Dachkammern und Traumwelten erzählt.
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„Machen die Wildenten ja immer so. Tauchen zum Grund, so tief sie können, mein Guter. Verbeissen sich in Tang und Algen – in dem ganzen Mist da unten. Und kommen nie wieder hoch.“ aus „Die Wildente“

Als Gregers Werle nach Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrt, flammt ein alter Konflikt zwischen ihm und seinem Vater, dem reichen Konsul Werle, wieder auf: Gregers glaubt, dass die 14-jährige Hedvig, die Tochter seines Jugendfreunds Hjalmar Ekdal, in Wirklichkeit das uneheliche Kind seines eigenen Vaters ist. Die vielen Zuwendungen, die sein Vater der Familie Hjalmars zukommen lässt, erscheinen Gregers als untrüglicher Beweis. Gregers macht sich selbst zum unerbittlichen Aufklärer und zerstört trotz bester Absichten mit seinen „idealen Forderungen“ den familiären Frieden. Er zerstört damit auch die heilsamen Rückzugsorte der Illusion, wie den Dachboden, wo die Ekdals der Realität entfliehen, die aber auch ein liebevolles Leben überhaupt erst möglich machten.

Henrik Ibsen zeigt in der „Wildente“ ein bitteres Menschenbild: Der Mittelstand ist ohne Kraft und Selbstvertrauen, steckt in grösster Abhängigkeit – alles, was Hjalmar hat, hat er dank Werle. Selbst der

Arzt Relling versorgt seine Patienten in dieser erstarrten Welt nur mehr mit Lebenslügen. Der einzige Veränderungswille spiegelt sich im Aufklärungsfieber des Gregers Werle. Er will um jeden Preis die „Wildente“ aus den Tiefen des Meeres retten und die Wahrheit ans Licht bringen. Dabei verantwortet er schliesslich den Selbstmord der 14-jährigen Hedvig Ekdal.

In einer Inszenierung der niederländischen Regisseurin Alize Zandwijk wird „Die Wildente“ ab dem 9. März im Pfauen zu erleben sein. Zandwijk war ab 1998 künstlerische Leiterin des Rotterdamer Ro Theater. Seit 2003 inszeniert sie regelmässig in Deutschland, u.a. am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin, seit 2016 ist sie leitende Regisseurin am Theater Bremen.

DIE WILDENTE

von Henrik Ibsen

Regie Alize Zandwijk

Bühne und Kostüme Thomas Rupert

Musik Maartje Teussink

Licht Markus Keusch

Dramaturgie Karolin Trachte

Mit:

Konsul Werle Hans Kremer

Gregers, sein Sohn Milian Zerzawy

Ekdal Siggi Schwientek

Hjalmar, sein Sohn Christian Baumbach

Gina, Hjalmars Frau Isabelle Menke

Hedwig Marie Rosa Tietjen

Frau Sörby, Haushälterin Anne Eigner

Relling, Arzt Ludwig Boettger

Live-Musik Maartje Teussink

Weitere Vorstellungen im Pfauen

13./ 17./ 23./ 27. März, jeweils 20 Uhr

19. März, 19 Uhr

8./ 11./ 19./ 21./ 25./ 27. April, jeweils 20 Uhr

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

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