Uraufführung: CAMPO AMOR, Ballett von Jochen Ulrich in Linz

Premiere 3. Mai 2008 um 19.30 Uhr im Großen Haus des Landestheatersnach Torquato Tasso „La Gerusalemme Liberata“, 12. GesangMusik von Claudio Monteverdi, Philip Glass und Henry PurcellTancredi kämpft gegen Clorinda, in der Vermutung die Gestalt hinter der Rüstung sei ein Mann.

Rachegelüste, Adrenalin und Kampfgeist stacheln die beiden immer weiter an. Sie kämpfen bis an ihre Grenzen. Während einer kurzen Verschnaufpause entdeckt Tancredi, dass sein Gegner weitaus mehr blutet als er selbst. Dieser ist lebensgefährlich verletzt. Als er dem Sterbenden den Helm abnimmt, erkennt er seine Geliebte Clorinda. Tancredi muss verzweifelt zuschauen wie sie in seinen Armen verstirbt.

Seine Tränen füllen das Schlachtfeld mit Wasser. Es beginnt zu regnen und er findet sich wieder vor den Toren der Ruine Campo Amor, die Insel der Seeligen, das Paradies, wo nur Frauen eintrittsberechtigt sind. Mit letzten Kräften verwehrt Tancredi allen Männern den Weg durch das Wasser zu den Frauen. Ist es ihm möglich Clorinda aus der Unterwelt zu befreien?

Kann er mit seiner Liebe zu Clorinda die Grenzen des Todes überwinden?

Ist es möglich die Glaswände welche zwischen den Menschen bestehen zu durchbrechen? Was kann Liebe bzw. Hass alles bewirken?

Um dieses universelle Thema und diese Fragestellung in Bewegung auszudrücken hat Ballettdirektor Jochen Ulrich Musik aus dem 17., 18. und 20. Jahrhundert gewählt. Die Geschichte von Tancredi und Clorinda hat Claudio Monteverdi im Jahr 1624 während der Karnevalszeit im Palazzo Mocenigo in Venedig im Beisein des venezianischen Adels uraufführen lassen. Das Libretto zu „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ entstammt dem 12. Gesang der epischen Dichtung „La Gerusalemme Liberata“ von Torquato Tasso. An dem Punkt wo der Regen, die Tränen Tancredis einsetzen, wird die Musik von Philip Glass, Orchestersuite und Soloklavier aus dem Filmsoundtrack „The Hours“ die Geschichte weiterführen und mit Henry Purcells Arie des Genius der Kälte aus „King Arthur“ ergänzt.

Stephan Mannteuffel, der für die Ausstattung des Abends zeichnet, hat ein phantastisches Bühnenbild geschaffen. Die vier Elemente – Luft, Wasser, Feuer und Eis – begleiten die Darsteller auf ihrer Reise nach dem Sinn des Lebens. Die Bühne wird von Wasser überflutet und die Tänzer werden darin eine ganz eigene Bewegungssprache entwickeln, eine eigene Welt erschaffen – sieht so das Paradies aus? Vielleicht….

Musikalische Leitung Ingo Ingensand

Choreographie Jochen Ulrich

Ausstattung Stephan Mannteuffel

Licht Johann Hofbauer

Choreographische Assistenz Kathleen Rylands

Dramaturgie Chantal Kuenzli

BRUCKNER ORCHESTER LINZ

SOLOKLAVIER Maki Namekawa

GESANG Cheryl Lichter, Martin Achrainer, Isaac Galán

TANZ Irene Bauer, Ilja van den Bosch, Bérengère Brulebois, Anna Elena, Deni Gostl, Lucia Patoprstá, Anna Štěrbová; Martin Dvořák, Alfonso Hierro Delgado, Lionel Droguet, Alexander Novikov, Matej Pajgert, Diego Torres Sarroi, Rafael Valdivieso, Martin Vraný

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