Tanz-Veranstaltungsreihe KOLLABORATIONEN in Köln und Bonn

Am Samstag, 27. August 2016 beginnt mit dem Auftritt des schwedischen Cullberg Ballets um 20 Uhr in der Kölner Philharmonie die gemeinsam von Beethovenfest Bonn und Kölner Philharmonie ins Leben gerufenen Reihe KOLLABORATIONEN. Sie widmet sich in zahlreichen Veranstaltungen in Köln und Bonn dem Postmodern Dance.
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Hervorgegangen aus dem legendären Judson Dance Theater, das in den 1960er-Jahren über die Spartengrenzen hinweg radikal neue Arbeitsweisen erprobte, steht diese Strömung für Interdisziplinarität, Demokratisierung und Öffnung künstlerischer Prozesse.

Die KOLLABORATIONEN sind aber nicht nur ein wichtiger Schritt, um diese für den Tanz so zentrale Epoche in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig sind sie ein Signal, das von den beiden größten Kulturinstitutionen der Region ausgeht. Denn beide Städte verfügen mittlerweile seit vielen Jahren über keine eigene Tanzcompagnie mehr, obwohl die Tanzszene dort sehr ausgeprägt ist. Allein in Köln leben 35 Prozent der professionellen Tänzerinnen und Tänzer aus Nordrhein-Westfalen. Daher werden im Rahmen von KOLLABORATIONEN nicht nur prominente Gastspiele zu erleben sein, sondern auch die bedeutende Tanzszene zum Zuge kommen. Bezeichnenderweise werden dabei mit »City Dance Köln« (3.9.) und »Splendid Chaos« (10.9.) zwei Programmpunkte in die Städte hineingetragen, um ein breites Publikum für diese faszinierende Kunstform zu begeistern.

Terminüberblick:

27.08.2016 Samstag 20:00 Kölner Philharmonie

Cullberg Ballet

Deborah Hay Choreographie

Laurie Anderson Figure a Sea

Als eine »Meditation über das Sehen« nicht nur von Tanz, sondern auch von Musik beschreibt die amerikanische Choreographin Deborah Hay ihr Stück »Figure a Sea«, das sie mit einer der großen Protagonistinnen der elektronischen Musik, Laurie Anderson, und dem schwedischen Cullberg Ballett entwickelt hat. Mit Laurie Anderson arbeitet sie bei »Figure a Sea« das erste Mal zusammen. In der Kölner Philharmonie findet zudem die Deutsche Erstaufführung statt.

28.08.2016 Sonntag 16:00 Filmforum

Kirsten Maar

Stephanie Thiersch

Brigitta Muntendorf

Bettina Buck

Louwrens Langevoort Moderation

Cologne: The new San Francisco – Thiersch revisiting Halprin

Am 3. September findet anlässlich 30 Jahre Kölner Philharmonie der City Dance Köln statt, bei

dem den ganzen Tag lang die Stadt „betanzt“ wird. Der City Dance Köln geht auf ein

gleichartiges Projekt der Tänzerin Anna Halprin im San Francisco der 1970er Jahre zurück.

Begleitet durch Filme über Anna Halprin wird in die Thematik des City Dance eingeführt.

03.09.2016 Samstag 05:30 Kölner Innenstadt

MOUVOIR

City Dance Köln

Der City Dance Köln ist eine 13-stündige Performance im Kölner Stadtraum anlässlich 30

Jahre Kölner Philharmonie und bindet in einer kollektiven Arbeitsstruktur Künstler,

Wissenschaftler und Kölner Bürgerinnen und Bürger ein. In rund zwölf Interventionen, die von

Sonnenaufgang bis -untergang als Parcours unterschiedliche Orte im Zentrum von Köln

durchziehen und bespielen, wird der Stadtraum geöffnet und eine Vielzahl an Menschen

eingebunden. Erstmals findet in Deutschland ein solch groß angelegter City Dance statt. Er ist

eine Hommage an Anna Halprin, die vor über 40 Jahren die ersten City Dances organisierte,

und ein wichtiger Impuls für ein Leben in kommunikativer Nachbarschaft und kultureller

Toleranz.

04.09.2016 Sonntag 20:00

Musik und Filme von Meredith Monk

mit Meredith Monk, Katie Geissinger, Allison Sniffin und Ellen Fisher

Meredith Monk ist Sängerin, Komponistin, Regisseurin, Choreographin,

Installationskünstlerin, Filmemacherin und nicht zuletzt längst legendär. Jetzt ist die einmal von der Neuen Zürcher Zeitung als „Mutter der Avantgarde“ bezeichnete Amerikanerin einen Abend in Köln zu Gast und lässt ihr ungemein facettenreiches Schaffen ein wenig Revue passieren – angefangen von ihrer Debüt-Performance „16 Millimeter Earrings“ über Ausschnitte der Oper „Vessel“ bis hin zu ihrem Kurzfilm „Songs from Ascension“ von 2008.

10.09.2016 Samstag 17:00 Linie 16

(Start: Breslauer Platz/Hauptbahnhof. Ziel Universität/Markt.

Darko Dragičeviç/Charlotte Triebus

Splendid Chaos

mit Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Kunsthochschule für Medien Köln

Miriam Berger Musik

In einer Serie von kollaborativen Interventionen gestalten die Studierenden in einem Sonderwagen der KVB die Anfahrt von Köln nach Bonn zur Gastspielpremiere von Lucinda Childs in der Bonner Oper als künstlerische Aktion. „Splendid Chaos“ ist somit im Rahmen der mehrtägigen Veranstaltungsreihe KOLLABORATIONEN die Übergabe des Staffelstabs von Köln an Bonn. Der Titel bedient sich der Worte des Kritikers Allen Hughes, der damals die Produktionen des Judson Dance Theater so bezeichnete. »Splendid Chaos« ist zudem ein Symbol für die Veranstaltungsreihe KOLLABORATIONEN insgesamt, mit der sich zwei der wichtigsten Kulturstädte Nordrhein-Westfalens zusammentun und in die gemeinsamer Arbeit einen entscheidenden kulturellen und kulturpolitischen Akzent setzen.

10.09.2016 Samstag 19:00 Oper Bonn

11.09.2016 Sonntag 19:00 Oper Bonn

Lucinda Childs Dance Company

Lucinda Childs Choreographie

Sol LeWitt Film

Philip Glass Musik

DANCE

Als Tänzerin, Choreographin und Musiktheater-Regisseurin hat Lucinda Childs mit vielen herausragenden Kollegen der unterschiedlichsten Sparten zusammengearbeitet. 1979 entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Philip Glass und dem Konzept-Künstler Sol LeWitt das Stück DANCE, das zu den Meilensteinen bzw. »signature pieces« der jüngeren Tanzgeschichte gehört. »Es ist ein Rausch des Minimalen, streng und verspielt, komplex und einfach, futuristisch und radikal zeitgenössisch. […] Tatsächlich ist DANCE ein großes, beglückendes Werk, eine absolute, bis heute gültige, gleichzeitig auch historisch gewordene Setzung. « (Berliner Zeitung, 2011)

11.09.2016 Sonntag 11:00 Kunstmuseum Bonn

Eröffnung der Ausstellung sound move mit Werken von Simone Forti

Die Choreographin, Tänzerin, bildende Künstlerin und Autorin Simone Forti ist eine der vielseitigsten Künstlerinnen des amerikanischen Postmodern Dance. Neben ihren Choreographien und tanzmethodischen Recherchen weist sie auch ein umfangreiches bildnerisches OEuvre auf, das in wichtige Sammlungen, wie etwa der des MoMA Eingang fand. Die Ausstellung »sound move« versammelt Werke von Simone Forti, in denen Musik und Sound eine zentrale Rolle spielen.

24.09.2016 Samstag 16:30 Kunstmuseum Bonn

Abschlusspräsentation des Künstlerlabors Rituals from the Fringe

mit

Frank Willens Konzept, Performance

Maria F. Scaroni Performance

Ivan Cheng Performance

Benedikt Schiefer Musik, Performance

Franziska Hoenisch Video, Performance

Fünf Künstlerinnen und Künstler reizt es, das Ritual eines Museumsbesuches zu befragen, die alten Grenzen zwischen Kunst und Alltagswelt zu sprengen. Sie begeben sich im Rahmen eines zweiwöchigen Labors auf Recherche ins Kunstmuseum Bonn. Bewusst stellen sie sich in die Linie der Moderne-Tradition, die die Künstler der Judson-Church-Generation begründet hatten: Oftmals partizipatorisch, werteten viele der damaligen Arbeiten das Alltägliche auf, »eroberten« öffentliche Räume und entwickelten unhierarchische, spartenübergreifende Produktionsformen.

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