LES TROYENS - LA PRISE DE TROIE & LES TROYENS À CARTHAGE von Hector Berlioz, Badisches Staatstheater Karlsruhe

Premiere: 15. Oktober 2011, 17.00 Uhr GROSSES HAUS. -----Es war die Liebe zu den Helden der seit der Kindheit vergötterten Äneis des Vergil, die den französischen Komponisten schließlich dazu veranlassten, im Alter von 55 Jahren doch noch eine Oper zu schreiben.
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Er wusste, dass er damit in Paris nicht mehr Glück haben werde als mit seinen anderen Werken, ja beim aktuellen Zustand der Pariser Oper musste er sogar hoffen, dass seine Trojaner dort nicht aufgeführt werden. Immerhin gab es im Théâtre-lyrique im Jahr 1863, sechs Jahre vor dem Tod des inzwischen verstummten Komponisten eine Aufführung des 2. Teils Die Trojaner in Karthago. Doch die Uraufführung des Gesamtwerkes brachte erst 1890 Felix Mottl am Karlsruher Hoftheater zustande – beide Teile an zwei aufeinander folgenden Tagen. Es war der Durchbruch für Les Troyens: endlich nahm man wahr, dass dies eines der großen Meisterwerke der Oper war.

Die Trojaner blieben etliche Jahre im Karlsruher Repertoire, wurden danach aber nicht wieder gespielt. Es ist an der Zeit, auch dem Karlsruher Publikum von heute dieses epochale Werk zugänglich zu machen. GMD Justin Brown ist ein großer Verehrer von Berlioz, und Die Trojaner zu dirigieren gehört zu den Traumzielen seiner Dirigentenlaufbahn. Die Partie des Äneas ist für einen Tenor nicht weniger anspruchsvoll als Wagners Siegfried, und mit John Treleaven kann Karlsruhe stolz darauf sein, einen Sänger in seinem Ensemble zu haben, der diese Partie beherrscht. Die heimlichen Heldinnen dieser Oper sind jedoch die Frauen. Kassandra (Christina Niessen) in den ersten beiden Akten, die den Untergang Trojas vorhersieht und dennoch zusehen muss, wie ihre Mitbürger blind in ihr Verderben rennen – eine ungeheuer bannende Szenenfolge. Und die karthagische Königin Dido (Heidi Melton) in den drei letzten Akten, die sich in Äneas verliebt, obwohl sie weiß, dass dieser dem Auftrag der Götter folgen muss, Italien zu suchen und Rom zu gründen – eine der elementaren Liebestragödien der Oper, nicht weniger mitreißend als Tristan und Isolde, woran Wagner zur gleichen Zeit arbeitete.

Das Regieteam David Hermann (Inszenierung) und Christof Hetzer (Bühne & Kostüme) hat für das GROSSE HAUS des STAATSTHEATERS ein Konzept entwickelt, das sowohl das Monumentale dieses Epos zur Wirkung bringt als auch die Entwicklung der Personen in den Fokus stellt. Gerade hatten diese beiden einen großen Erfolg in Frankfurt mit Charpentiers Médée. Aber auch bei den Salzburger Festspielen, in Madrid, Luzern und an anderen großen Häusern waren ihre Arbeiten zu sehen.

ML  Justin Brown

R  David Hermann

B & K  Christof Hetzer

C  Ulrich Wagner

D Bernd Feuchtner

Mit Énée (John Treleaven / Lance Ryan), Chorèbe / L'ombre de Chorèbe (Armin Kolarczyk), Panthée (Lucas Harbour), Narbal (Ks. Konstantin Gorny / Nicolai Karnolsky), Iopas (Eleazar Rodriguez), Ascagne (Stefanie Schaefer), Cassandre / L'ombre de Cassandre (Christina Niessen), Didon (Heidi Melton / Katharine Tier), Anna (Karine Ohanyan / Rebecca Raffell), Helenus / Hylas (Sebastian Kohlhepp), Priam / Spectre de Priam (Luiz Molz), L'ombre d'Hector / Le dieu Mercure (Avtandil Kaspeli), Un prêtre de Pluton (Andrey Grabovsky), Polyxène (Veronika Pfaffenzeller), Soldat troyen 1 (Marcelo Angulo), Soldat troyen 2 (Alexander Huck), Un soldat / Un chef grecque (Florian Kontschak)

Weitere Vorstellungen: 21.10. und 29.10.2011

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