"Five Easy Pieces" und "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs" von Milo Rau: Begeisterte Presse und Nominierung für Friedrich-Luft-Preis

Positive Reaktionen auf Milo Raus Ende Mai 2016 am Kunstenfestival Brüssel uraufgeführtes Kinder-Stück "Five Easy Pieces" um den Kindermörder Marc Dutroux. Und Nominierung für Friedrich-Luft-Preis von "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs"
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Die Reaktionen von Presse und Publikum auf Milo Raus Ende Mai am Kunstenfestival Brüssel uraufgeführtes Kinder-Stück "Five Easy Pieces" um den Kindermörder Marc Dutroux waren "euphorisch", wie DE STANDAARD in einer Rückschau auf den Medienwirbel um "das Ereignis des diesjährigen Kunstfestivals" zusammenfasst. „Ein Schauspiel voller Finesse und Intelligenz, großartig und respektvoll“, urteilte LA LIBRE BELGIQUE, der staatliche Radio- und Fernsehsender RTBF hatte "die beeindruckendste, berührendste Performance der letzten 10, 15 Jahre“ gesehen, LE SOIR erlebte ein "fast leichtsinnig geniales" Stück und anlässlich der auf die Uraufführung folgenden Gastspiele am SPRING Festival in den Niederlanden schrieb die holländische Tageszeitung TROUW: "Theater in seiner konfrontierendsten, pursten und beunruhigendsten Form."

Dem gemeinsam mit dem durch Produktionen wie "That Night Follows Day" (Tim Etchells) oder "Before Your Very Eyes" (Gob Squad) europaweit berühmt gewordenen Kunstzentrum CAMPO produzierten Stück des IIPM war ein medialer Skandal vorausgegangen. "Der Regisseur gehört vors Gericht", hatte etwa die führende belgische Boulevard-Zeitung DAG ALLEMAL gefordert. Doch die in den Medien, in Talkshows und im Internet geführte Debatte löste sich, wie die deutsche Sonntagszeitung BILD AM SONNTAG beobachtete, am Premierenabend auf: "Das zutiefst bewegte Publikum klatschte begeistert. Für die sieben Kinder beginnt nun ein großes Abenteuer: Sie spielen ihr Stück in den nächsten zwei Jahren in 30 verschiedenen Ländern."

In Deutschland wird "Five Easy Pieces" am 1. Juli in den Sophiensaelen Berlin seine deutsche Erstaufführung feiern und tourt dann weiter nach Hamburg, München, Zürich, Oslo, Singapur, Genf, Rom, Paris, Manchester und in zahlreiche weitere Städte in und außerhalb Europas. Die jeweils aktuellsten Termine finden Sie hier, eine ausführliche Auswahl aus den über 50 Kritikerstimmen und weitere Informationen am Ende dieser Mail oder hier.

Während "Five Easy Pieces" auf Tour geht, haben die Proben zu "Empire", dem 3. Teil der weltweit tourenden Europa-Trilogie, bereits begonnen. Die erste Probenphase wird von einer Recherchereise von Rau und seinem Team nach Syrien und in den Nordirak abgeschlossen. "Empire" bildet den Endpunkt einer dreijährigen Auseinandersetzung mit Mythos und Realität Europas und präsentiert biografische Close-Ups von Menschen, die als Flüchtlinge nach Europa kamen oder an seinen Rändern ihre Heimat haben. Neben Darstellern aus Syrien und Kurdistan werden der griechische Schauspieler Akillas Karazissis und die rumänische Schauspielerin Maia Morgenstern ("Der Blick des Odysseus", "Die Passion Christi") auf der Bühne stehen. Die Uraufführung findet am 1. September 2016 im Rahmen des Zürcher Theater Spektakels statt, am 8. September kommt "Empire" an die Berliner Schaubühne.

Parallel zu den Proben an "Empire" setzt Milo Rau, den DE STANDARD anläßlich der Uraufführung von "Five Easy Pieces" den "derzeit interessantesten Künstler Europas" nannte, die Anfang Juni mit dem Philosophen Klaus Theweleit an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe am De Balie Amsterdam begonnene Debattenreihe zu seiner Arbeit fort und trifft am 20. Juni in den Münchner Kammerspielen auf den Kurator Chris Dercon.

Das Stück "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs" (UA 16. Januar 2016, Schaubühne Berlin) ist für den Friedrich-Luft-Preis nominiert worden, wie die Berliner Morgenpost am 28. Mai 2016 bekannt gab. Der Friedrich-Luft-Preis würdigt jährlich die beste Berliner oder Potsdamer Theateraufführung.

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