"Jeder … Niemand" - Graz und die Menschenrechte", Rechercheprojekt von Clemens Bechtel, Schauspiel Graz

Szenischer Parcours im Oberlandesgericht und Landesgericht für ZivilrechtssachenPREMIERE am 3. Juni 2016, 18.30 Uhr, TREFFPUNKT FOYER, HAUS EINS, 19.00 Uhr Oberlandesgericht und Landesgericht für Zivilrechtssachen
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Zum Anlass des 15-jährigen Jubiläums von Graz als erster europäischer Menschenrechtsstadt überprüft der Regisseur Clemens Bechtel für das Schauspielhaus den Titel „Stadt der Menschenrechte“ und seine Bedeutung in der Praxis anhand von drei Fallbeispielen, die spielerisch innerhalb eines von Frank Holldack gestalteten Parcours im Gerichtsgebäude umgesetzt werden.

Es geht um die Haftsituation eines Jugendlichen in Guantanamo, um ein Mädchen, das aus Österreich nach Syrien reiste, um dort den IS zu unterstützen und schließlich die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Graz. Das Publikum erlebt in einer geführten Tour drei unterschiedliche Geschichten, ausgehend von dokumentarischen wie auch fiktiven Texten, an drei verborgenen Stationen, die so manche Fragen und Geheimnisse mit sich bringen.

Der Weg zum Spielort, dem Oberlandesgericht und Landesgericht für Zivilrechtssachen am Marburger Kai 49, wird mit der Zuschauergruppe von max. 20 Personen zusammen zurückgelegt. Dauer des Gerichtsparcours beträgt ca. 90 Minuten.

Zur Ausstellung

Monolith – eine begehbarer Ausstellungscontainer

Die Geschichten aus dem szenischen Parcours von „Jeder…Niemand. Graz und die Menschenrechte“ fließen hier in die Form einer Installation auf dem Kapistran-Pieller-Platz ein. Der Monolith (begehbarer Ausstellungscontainer) wird von 3. bis zum 17. Juni jeweils von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen sein und als Störobjekt in der Innenstadt für Aufmerksamkeit sorgen. Er beinhaltet eine assoziative und künstlerische Ausstellung; im Außenbereich bringen Stelen die drei Fälle aus „Jeder … Niemand“ näher, die ebenso im Innenbereich durch Hörspiele vorgestellt werden. Die Ausstellung im Monolithen spielt mit der körperlichen Wahrnehmung des Publikums, um die Beziehung zwischen Schutz und Bedrohung spürbar zu machen. An vier Terminen im Juni finden öffentliche Podiumsgespräche mit Experten und Expertinnen zum Thema Menschenrechte statt:

ERÖFFNUNG am 3. Juni, 14.00 bis ca. 15.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ

GESPRÄCH Clemens Bechtel mit Mudar Alhaggi und Erik Altorfer („Our Stories“), Kurzinterview mit der Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams

ASYL ALS MENSCHENRECHT, EUROPA UND SEINE GRENZEN am 9. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ

MIT Lisa Heschl (Dissertantin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Karl-Franzens Universität Graz) sowie Clemens Bechtel (Leitung Gespräch)

Flucht und Alltag am 10. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ

MIT Claudia Maczkiewicz (Leiterin des Projekts „Connecting People“ von „zebra“), Martin Wedenig-Dörler (Leiter des Wohnhaus für Flüchtlinge in Söding), Clemens Hofer (Betreuer in Söding), Martin Hochegger (Leiter der Lebenshilfe Steiermark) sowie eventuell Bewohner des Quartiers in Söding sowie Clemens Bechtel (Leitung Gespräch)

IS Radikalisierung versus Islam – Dshihadisten-Prozesse in Graz am 16. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ

MIT Felix Lippe (Masterstudent im Studiengang „Peace and Security Studies“ am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg), Werner Miedl (Geschäftsführer von „Sicher Leben in Graz“) sowie Jennifer Weiss (Leitung Gespräch)

Zum Regisseur

Clemens Bechtel

Clemens Bechtel, geboren 1964 in Heidelberg, arbeitet als freier Regisseur in Deutschland, Ungarn, der Schweiz, Rumänien, Dänemark, Mali und Malawi. In den vergangenen Jahren beschäftigte er sich viel mit politischem Dokumentartheater und entwickelte Theaterabende über kriegsähnliche Konflikte, Migration, Diktaturen und den Nahrungsmittelmarkt. In der Spielzeit 2013.2014 war er künstlerischer Leiter des globalen Theaternetzwerks „Hunger for Trade“, dessen Schweizer Partner das Konzert Theater Bern war.

Konzeption, Gestaltung und Realisierung

Frank Holldack

Frank Holldack, Diplom-Bühnen- & Kostümbildner, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Während seines Studiums war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Ausstattungsassistent am Staatstheater Stuttgart. Nach einer 2-jährigen Anstellung als Senior Designer bei der dänischen Designfirma „Built Identity Aps“ in Kopenhagen, arbeitete er seit 2009 als freischaffender Bühnenbildner und Designer und übernahm von 2013 bis 2015 die Produktionsleitung am Konzert Theater Bern. Seit 2015 ist Frank Holldack Ausstattungsleiter am Schauspielhaus Graz. Hier zeichnete er bereits für die Bühnenbilder des Eröffnungsparcours „Grenzgänge“ zum Auftakt der Intendanz von Iris Laufenberg verantwortlich. In der Saison 2015.2016 gestaltete er außerdem die Bühnenbilder der Produktionen „Zersplittert“, „Benefiz oder Jeder rettet einen Afrikaner“ und „Johnny Breitwieser“.

Konzeption, Gestaltung, Realisierung: Clemens Bechtel, Frank Holldack

Dramaturgie Jennifer Weiss

Mit

Vera Bommer

Jan Brunhoeber

Gideon Maoz

sowie Mitwirkende des Schreibworkshops „Our Stories“

Monolith – ein begehbarer Ausstellungscontainer

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG am 3. Juni, 14.00 Uhr, Kapistran-Pieller-Platz

Konzeption, Gestaltung, Realisierung Clemens Bechtel, Frank Holldack

Dramaturgie Jennifer Weiss

weitere Vorstellungen am 6., 7., 16. und zum letzten Mal am 17. Juni, jeweils 18.30 Uhr

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