Henrik Ibsens Schauspiel EIN VOLKSFEIND im Stadttheater Gießen

Premiere am 29. Oktober 2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus. -----Henrik Ibsens Schauspiel ist aktueller denn je, geht es doch gerade heute nur allzu oft um die Frage, wie ein Mensch, der zum Wohle der Gemeinschaft die Wahrheit sagt, zu einem Volksfeind wird?
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Und hat derjenige, der die Wahrheit kennt, nicht das Recht und die Mehrheit auf seiner Seite? In seinem gesellschaftkritischen Stück EIN VOLKSFEIND beleuchtet Henrik Ibsen diese Fragen in der Skandalgeschichte eines Skandals eines kleinen Kurorts im Süden Norwegens. Dieser Kurort befindet sich, dank einer neuen Badeanstalt, im Aufschwung; die Bürger des Ortes kommen endlich zu Wohlstand. Aber ausgerechnet der Badearzt Doktor Tomas Stockmann stellt fest, dass die Anlage mit Bakterien verseucht und eine Sanierung dringend notwendig ist. Sein Bruder Peter, der Bürgermeister des Ortes, will diese Entdeckung geheim halten; zu sehr hängt an dem Erfolg des Bades auch sein eigener.

Die Presse hat hingegen ein gesteigertes Interesse, Dr. Stockmann zu unterstützen, denn mit der lokalen Politik legt sie sich im Interesse des eigenen Renommees gerne an. Als sich jedoch herausstellt, dass eine Sanierung für die Bürger des Ortes viel zu teuer ist, wendet sich das Blatt gegen Tomas Stockmann. Ein Machtkampf beginnt, in dem jeder Beteiligte um sein Recht und seine Wahrheit kämpft. In einer Volksversammlung, die einem Alptraum gleicht, wird Dr. Stockmann zum Volksfeind erklärt. Obwohl die Wahrheit einen hohen Preis für ihn hat - er und seine Familie bleiben allein zurück - sieht der Wutbürger Dr. Stockmann seine Beharrlichkeit bis zuletzt als einen Beweis von Stärke an.

EIN VOLKSFEIND, 1882 von Henrik Ibsen verfasst und 1883 uraufgeführt, hat nichts an Aktualität eingebüßt. Der Regisseur Dirk Schulz nimmt sich nach GRAF ÖDERLAND in der Spielzeit 2010/11, erneut einem Stück an, das die gesellschaftlich relevanten Fragen nach Recht und Wahrheit und nach den Grundfesten der Demokratie aufwirft. In dem Bühnenbild von Bernhard Niechotz, das Assoziationen einer zerstörten Landschaft weckt, agieren die Schauspieler als wäre ihnen der zerstörte Grund unter ihren Füßen nicht bewusst.

Deutsch von Angelika Gundlach

Inszenierung: Dirk Schulz | Bühne und Kostüme: Bernhard Niechotz

Musik: Fabian Kühlein

Mit: Anna Kerezović (Frau Stockmann), Mirjam Sommer (Petra Stockmann, Tochter); Frerk Brockmeyer (Hovstad, Redakteur des Volksboten), Corbinian Deller (Billing, Mitarbeiter der Zeitung), Gottfried Herbe (Morten Kiil, Gerbermeister, Frau Stockmanns Pflegevater), Rainer Hustedt (Käpitän Horster), Roman Kurtz (Doktor Tomas Stockmann, Badearzt), Milan Pešl (Buchdrucker Aslaksen), Timo Ben Schöfer (Peter Stockmann, Bürgermeister), Christian Steinbock (Betrunkener), Antonius Idvorean/ Samir Kanse (Morten, Sohn Stockmanns)

weitere Vorstellungen: 12. und 25. November, 08. und 18. Dezember 2011, 12. Januar und 04. Februar 2012 | jeweils 19.30 Uhr | Großes Haus

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