"Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch im Schauspielhaus Bochum

Premiere am 21. Januar 2017 im Schauspielhaus. -----Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz’ Freund Eisenring eine Bleibe.
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Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist!

Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhun-derts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam tota-litäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeu-tung von Teilhabe und Widerstand offen.

Regie: Hasko Weber

Bühne & Kostüme: Thilo Reuther

Dramaturgie: Eva Bormann

Mit: Matthias Eberle, Jürgen Hartmann, Martin Horn, Veronika Nickl, Kristina Peters, Daniel Stock, Luana Velis, Klaus Weiss

Die nächsten Vorstellungen: 26. & 28. Januar

Tipp: Matinee am 15. Januar im Tanas, Eintritt frei

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