DER FREISCHÜTZ von Carl Maria von Weber, Theater Bielefeld

PREMIERE 04.03.2017, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----Max will Agathe heiraten, muss aber zuvor einen Probeschuss ablegen. Trifft er, dann winkt ihm neben der Hand der Geliebten auch noch ihr väterlicher Betrieb als Mitgift. Um diese Bedingung sicher zu erfüllen, lässt sich Max von Kaspar überreden, teuflische »Freikugeln« zu benutzen, die die beiden um Mitternacht in der Wolfsschlucht gießen.
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Was Max nicht weiß: Nur sechs von sieben Kugeln treffen das Ziel, das der Schütze sich wünscht, die siebte aber lenkt der Teufel. -----

Soweit kurz zusammengefasst der sattsam bekannte Plot von Carl Maria von Webers romantischer Oper, die 1821 ihre Uraufführung erlebte. Seiner Bielefelder Neuinszenierung legt Maximilian von

Mayenburg (Xerxes, Il trittico am Theater Bielefeld) die Frage nach dem »wirklichen« Gehalt der Oper zugrunde, jenseits von der zwar symbolträchtigen, aber doch auch sehr dekorativen Wald- und JagdÄsthetik. Dabei legen sich tiefere Schichten frei, die der Oper – neben ihrer grandiosen Musik – ihr zeitloses Innenleben gegeben haben: Etwa die fatale Kombination aus Erfolgsdruck, Versagensangst und Erpressbarkeit der Hauptfigur Max – und seines Spießgesellen Kaspar. Der Einbruch des Übernatürlichen in die Realität, wofür Agathe so empfänglich zu sein scheint.

Dazu eine »Tradition«, die eine menschenunwürdige Klausel erhält: Dass nämlich das Liebes- und

Eheglück zweier junger Leute von einem Erfolg beim Wettschießen abhängt. Wenn am Schluss ein Eremit auftritt und genau dies in Frage stellt, muss sich die gesamte Gesellschaft nach den Grundbedingungen ihres Lebens fragen. Welche Kompromisse ist man bereit, zu akzeptieren, solange das eigene Leben »funktioniert«? Wie geht man mit unangenehmen Verwandten um? Wer ist in unserem Alltag der Teufel, der regelmäßige »Opfer« fordert? Wie »schuldverstrickt« sind alle anderen Figuren selbst? Auf welcher Legende basiert eigentlich die aktuelle Situation? Was geschah damals wirklich und was ist womöglich Verklärung?

Regisseur Maximilian von Mayenburg und seine Bühnen- und Kostümbildnerin Gabriele Jaenecke erzählen die Geschichte denn auch im Gewand einer Zeitenwende – den frühen Dreißigerjahren – und verdichten die

zwischenmenschlichen Beziehungen durch den Rahmen einer Dynastie. Familienbande lassen manchen Konflikt schärfer hervortreten, geben mancher Handlung eine nachvollziehbare Motivation.

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic

Inszenierung Maximilian von Mayenburg

Bühne und Kostüme Gabriele Jaenecke

Choreografie Kira Juliane Senkpiel

Choreinstudierung Hagen Enke

Dramaturgie Jón Philipp von Linden

BESETZUNG

Ottokar Frank Dolphin Wong

Kuno Lutz Laible

Agathe Sarah Kuffner

Ännchen Melanie Kreuter / Nienke Otten

Kaspar Yoshiaki Kimura

Max Daniel Pataky

Ein Eremit Moon Soo Park

Kilian Caio Monteiro

Vier Brautjungfern Christin Enke-Mollnar, Franziska Hösli, Elena

Schneider, Annika Brönstrup, Orsolya Ercsényi, Patricia Forbes

Die nächsten Vorstellungen

08.03., 12.03., 25.03., 14.04.,

20.04., 01.05., 11.05., 16.05.

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