DEATH IN VENICE (TOD IN VENEDIG) von BENJAMIN BRITTEN im THEATER BIELEFELD

PREMIERE 11.06.16, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----Benjamin Brittens Beschäftigung mit Tod in Venedig, der weltberühmten Novelle Thomas Manns, generierte sich wohl vor allem aus einer Faszination für die darin heraufbeschworenen Bilder innerer Zerrissenheit und brennender Sehnsucht, die sich in der labyrinthischen, dem Verfall anheim gegebenenStadt mythenmächtig widerspiegeln.
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Sich seines eigenen nahenden Todes bewusst, reflektierte der Komponist auch sein eigenes Dasein und Wirken in der Hauptfigur: Der Schriftsteller Gustav von Aschenbach ist nach dem Tod seiner Frau in eine tiefe Lebens- und Schaffenskrise gestürzt. Verführt durch einen mysteriösen Fremden begibt er sich auf eine Reise und begegnet dem anmutigen jungen Polen Tadzio.

In den Augen des Künstlers verkörpert dieser nicht nur jugendliche Frische und Vollkommenheit, sondern auch die Lebenskraft des Eros. Schon bald ist Aschenbach hin- und hergerissen zwischen beflügelnder Faszination für das Lebendige und Schöne auf der einen Seite und gefährlicher Begierde, Rauschzuständen und Entgrenzung auf der anderen. Er stürzt immer tiefer in eine selbstzerstörerische Obsession und verfällt mehr und mehr den Verlockungen des Todes.

In seinem späten Meisterwerk (1973) gelang es Britten und seiner Librettistin kongenial die Vielschichtigkeit der Vorlage Thomas Manns auszugestalten. So beschwört Brittens Musik die irisierende Welt der Lagunenstadt herauf, in der ein mephistophelisch vielgestaltiger Bariton ebenso Platz findet wie

ein göttlicher Countertenor. Die Figur des polnischen Jungen Tadzio konzipierte Britten als Tänzer und entrückte ihn so auf raffinierte Weise in eine dem Protagonisten unerreichbare Sphäre. Angereichert mit Stilzitaten aus indonesischer Gamelanmusik, die auf subtile Weise mit Kompositionstechniken des

20. Jahrhunderts verbunden sind, reflektiert die impressionistisch schillernde Opernpartitur – atmosphärisch, emotional und von großer Schönheit – sowohl die Innenwelt des scheiternden Künstlers als auch den faszinierenden Kosmos des Sehnsuchtsorts Venedig.

Nach den Produktionen der Britten-Opern Peter Grimes und The Rape of Lucretia in den vergangenen Jahren präsentiert das Theater Bielefeld mit Death in Venice nun das faszinierende letzte Bühnenwerk des britischen Komponisten. Regie führt Nadja Loschky, deren letztjährige Bielefelder Inszenierung

von Madama Butterfly kürzlich mit dem renommierten Musiktheaterregie-Preis der Götz-Friedrich-Stiftung ausgezeichnet wurde.

Musikalische Leitung Pawel Poplawski

Inszenierung Nadja Loschky

Bühne Ulrich Leitner

Kostüme Gabriele Jaenecke, Moritz Haakh

Choreographie Thomas Wilhelm

Dramaturgie Larissa Wieczorek

Gustav von Aschenbach Alexander Kaimbacher

Der Reisende/ältliche Geck/ alte Gondoliere/Hotelmanager/ Coiffeur des Hauses/Priester/ Anführer Straßensänger/ Stimme des Dionysos Evgueniy Alexiev

Die Stimme Apollos Clint van der Linde

Tadzio Gieorgij Puchalski

Erdbeerverkäuferin/ Französisches Mädchen/ Straßensängerin Nienke Otten

Lido-Bootsmann/ Restaurantkellner/ Englischer Reisebüro-Angestellter Caio Monteiro

Hotelportier/Straßensänger Lianghua Gong

Russisches Kindermädchen/ Bettlerin Hasti Molavian

Solisten des Opernchores //

Bielefelder Opernchor //

Bielefelder Philharmoniker //

Statisterie des Theaters

Bielefeld // Kinderstatisterie

der JunOs und der Theaterballetts

Die nächsten Termine

14.06., 22.06., 30.06.,

03.07., 07.07.16

Karten

0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

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