"Othello", Tragödie von William Shakespeare, Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Premiere 17. September 2011, 19.30 Uhr, Kleines Haus. -----Der schwarze Feldherr Othello hat heimlich die weiße Senatorentochter Desdemona geheiratet. Desdemonas Vater will einen Prozess anstrengen, aber Othello hat momentan eine Trumpfkarte: die Republik Venedig braucht ihn dringend im Kampf gegen die Türken.
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Sein Fähnrich Jago zettelt jedoch eine Intrige gegen ihn an: Othello hat den jungen Cassio zu seinem Leutnant ernannt und Jago bei der Beförderung übergangen. Um Othello auf die Fährte zu locken, die Othello und Desdemona ins Unglück stürzt, muss Jago nur geschickt in jene Regionen der Seele vordringen, wo Ängste, Misstrauen und Vorurteile zu Hause sind. Othello durchschaut die Intrige nicht: Als er Desdemona tötet, glaubt er, einen Sühnemord für ihren vermeintlichen Ehebruch zu vollziehen, während er doch nur der Spielball für Jagos Rache ist.

Shakespeare verwebt die Tragödie von Liebe und Eifersucht mit dem Thema, welche destruktive Macht Klischees und Vorurteile in den Händen eines gewieften Intriganten wie Jago entwickeln können. Dennoch liegt die eigentliche Kraft des Stückes in der Liebe zwischen Othello und Desdemona, auch wenn sie tödlich endet. Dass sie über die Grenzen von Hautfarbe, Herkommen und Alter eine tiefe Beziehung zueinander fanden, ist der eigentliche utopische Kern des Stückes.

Intendant Manfred Beilharz, der in jüngster Zeit Stücke von Ödön von Horváth im Schauspiel inszenierte, wendet sich nun wieder einem Drama von Shakespeare zu. Die Titelrolle spielt Michael Günther, der in Wiesbaden u.a. als Antonius, Helmer in „Nora“, Kohlhaas, Macbeth und Theatermacher zu sehen war. Sybille Weiser, die ihre zweite Spielzeit in Wiesbaden beginnt und hier bereits in sechs Inszenierungen große Rollen spielt (darunter „Das wollt ihr nicht wirklich“, „Der Turm“, „Das Erdbeben von Chili“ und „Krankheit der Jugend“), wird die Rolle der Desdemona verkörpern.

Manfred Beilharz entschied sich für die sehr genaue und poetische Übersetzung von Frank Günther, der früher auch in Wiesbaden als Regisseur tätig war. Günther ist in der Geschichte der Shakespeare-Übersetzungen der Erste, der alle Werke des Elisabethaners ins Deutsche übertragen hat.

Deutsch von Frank Günther

Inszenierung Manfred Beilharz

Bühne Bernd Holzapfel

Kostüme Renate Schmitzer

Musik Roman Beilharz

Dramaturgie Dagmar Borrmann

Mit: Michael Günther (Othello), Franz Nagler (Brabantio), Michael von Burg (Cassio), Michael Birnbaum (Jago), Jörg Zirnstein (Roderigo / Narr), Georg Luibl (Doge von Venedig / Montano), Sybille Weiser (Desdemona), Franziska Werner (Emilia), Magdalena Höfner (Bianca)

Weitere Vorstellungen:

21.9., 24.9. und 29.9.2011, jeweils 19.30 Uhr im Kleinen Haus

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