Lesereihe DDR-Dramatik: 24 LOVELY RITA von Thomas Brasch im Berliner Ensemble

Mittwoch, den 3. Juni um 19.30Uhr, im Gartenhaus des BE.-----Die nach einem Beatle-Song benannte Szenenfolge "Lovely Rita" von Thomas Brasch stellt im wahrsten Sinne des Wortes einen Grenzfall dar. Das Stück wurde zwar in Ost-Berlin geschrieben, konnte dort aber – trotz verschiedener Versuche von Brasch – nicht aufgeführt werden und erlebte seine Uraufführung 1978 (nach dem Weggang von Brasch aus der DDR) im Schiller-Theater in West-Berlin.
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Rolf Michaelis schrieb damals über die Aufführung mit Katharina Thalbach: "Ein weiblicher Baal, ein weiblicher Fatzer aus Brechts Geschlecht der egoistischen Abweichler beginnt die siebzehnjährige Rita Grabow ihren szenischen Lebenslauf in einem Kino – mit einem Selbstmordversuch. Die Waise wurde an der Leiche ihrer Eltern von einem (sowjetischen?) Besatzungsoffizier vergewaltigt ("Wir sind die Besatzungsmacht und keiner will uns sehen ... Unsere Hände werden nur von denen gedrückt, die wir dafür bezahlen"). Aber sie überlebt und gibt sich selber den Lebensbefehl: "Arbeiten kann, wer keine Lust zum Leben hat. Für Leute mit Verstand gibts nur zwei Möglichkeiten: Künstler oder Krimineller".

Es lesen: Anke Engelsmann, Traute Hoess, Ursula Höpfner-Tabori, Nadine Kiesewalter; Raphael Dwinger, Marko Schmidt, Felix Tittel, Thomas Wittmann

Leitung: Manfred Karge und Hermann Wündrich

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