"Der Tod in Venedig", (Death in Venice) von Benjamin Britten - Oper Stuttgart/Stuttgarter Ballett

Premiere Sonntag, 7. Mai 2017, 18 Uhr // Opernhaus. -----Ein Mann in einer Lebenskrise: Der Schriftsteller Gustav von Aschenbach hat großen Erfolg mit seiner formvollendeten Kunst, aber eine unbestimmte Sehnsucht drängt ihn, nach etwas ganz Neuem und Fremden zu suchen. Und »wenn man über Nacht das Unvergleichliche, das märchenhaft abweichende zu erreichen wünschte, wohin ging man?« Natürlich nach Venedig!
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Tatsächlich erweist sich Venedig als Ort, an dem Aschenbachs unterdrückte Wünsche in Erfüllung gehen könnten. Hier erlaubt sich Aschenbach, was für ihn bisher undenkbar war: Er lässt sich treiben, beobachtet immer ungenierter einen hübschen Jungen am Strand und gibt sich Tagträumen hin. Aber gleichzeitig scheint die Entspannung, die Aschenbach in Venedig erlebt, eine unaufhaltsame Bewegung zu Lächerlichkeit, Krankheit und Würdelosigkeit zu ermöglichen. Aschenbach ignoriert alle Warnzeichen und begegnet dem persönlichen Albtraum seiner selbst.

Benjamin Britten vertonte Thomas Manns berühmte Novelle 1973 auf der Grundlage eines Librettos von Myfanwy Piper, das die Handlung meisterhaft in Theaterbilder übersetzt. In seiner letzten Oper überrascht der britische Komponist mit vielfarbigen und exotischen Klängen – auch Britten hat sich in Venedig neu zu erfinden versucht.

Demis Volpi, der nach seinem durchschlagenden Erfolg Krabat 2013 zum Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts ernannt wurde, inszeniert und choreografiert Brittens spätes Meisterwerk. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Kirill Karabits. Der ukrainische Dirigent feierte bereits 2014 im 3. Sinfoniekonzert mit Werken von Brahms und Britten sein erfolgreiches Debüt am Pult des Staatsorchesters Stuttgart. Die Ausstattung entwirft Katharina Schlipf. Sie verbindet eine langjährige künstlerische Partnerschaft mit Demis Volpi. Zuletzt entwickelte Schlipf die Ausstattung für Demis Volpis erste Opernregie, Jommellis Fetonte bei den Winterfestspielen in Schwetzingen im Jahr 2014 und für sein Handlungsballett Der Nussknacker (2016) am Königlichen Ballett Flandern.

An der Spitze des Sängerensembles werden zwei Stuttgarter Publikumslieblinge ihre Rollendebüts geben: Tenor Matthias Klink aus dem Ensemble der Oper Stuttgart interpretiert erstmals Gustav von Aschenbach. An seiner Seite debütiert der österreichische Bariton Georg Nigl in der Partie seines zahlreiche Rollen verkörpernden „Gegenspielers“ (Reisender, Ältlicher Geck, Alter Gondoliere, Hotelmanager, Coiffeur des Hauses, Führer der Straßensänger, Dionysos). Vor zwei Jahren wurde Nigl für sein schonungsloses Portrait des Jakob Lenz in Wolfgang Rihms gleichnamiger Oper in Stuttgart zum „Sänger des Jahres“ gekürt. In den Rollen des Apollon und der Polnischen Mutter werden mit dem Ersten Solisten David Moore und mit Joana Romaneiro bzw. Martí Fernandez Paixa und Alicia Garcia Torronteras Tänzerinnen und Tänzer des Stuttgarter Balletts zu sehen sein, während weitere tänzerische Rollen von Schülern der John Cranko Schule übernommen werden. Es ist das erste Mal, dass die John Cranko Schule an einer Koproduktion beteiligt ist.

In seiner letzten Oper kondensiert Britten den künstlerischen und menschlichen Ertrag seiner gesamten Komponistenlaufbahn. Demis Volpi lässt sich von Brittens vielschichtiger Musik und dem episodenhaften Libretto von Myfanwy Piper gleichermaßen inspirieren: „Mehr als nur eine Reise in die geschichtsträchtige Lagunenstadt Venedig, sehe ich Brittens Tod in Venedig als eine Reise in die Psyche der Hauptfigur Aschenbach, eine Erkundung seines emotionalen, geistigen und letztlich körperlichen Zustandes. Brittens Musik hat viele ,Sprachen‘ und dies erlaubt uns, die Geschichte in surrealen Bildern zu erzählen. Sehr spannend ist auch die Konfrontation zwischen Aschenbach und der Figur – den eigentlich sieben verschieden Figuren – des erstmals als Reisenden erscheinenden Gegenspielers. Wir gehen der Frage nach, wer eigentlich hinter diesen vielen Rollen steckt, die von Britten so konzipiert wurden, dass sie alle vom selben Sänger verkörpert werden.“

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Kirill Karabits / Willem Wentzel (18. Juni | 7. Juli)

Regie und Choreografie Demis Volpi

Bühne und Kostüme Katharina Schlipf

Licht Reinhard Traub

Chor Christoph Heil

Dramaturgie Sergio Morabito, Ann-Christine Mecke

Gustav von Aschenbach Matthias Klink

Reisender / Ältlicher Geck / Alter Gondoliere / Hotelmanager / Coiffeur des Hauses / Führer der Straßensänger / Stimme des Dionysos Georg Nigl / Ashley David Prewett (11. Mai | 18. Juni | 7. Juli)

Stimme des Apollon Jake Arditti / William Towers (25. Mai | 5. Juni)

Apollon David Moore / Martí Fernandez Paixa (18. | 25. Mai | 5. | 18. Juni)

Hotelportier Daniel Kluge

Bootsmann Tommaso Hahn

Hotelkellner / Restaurantkellner Dominic Große

Erdbeerverkäuferin / Straßensängerin Lauryna Bendžiūnaitė

Glasbläser / Straßensänger Kai Kluge

Englischer Angestellter im Reisebüro Ronan Collett

Fremdenführer in Venedig Padraic Rowan

Bettlerin Idunnu Münch

Spitzenverkäuferin Catriona Smith

Zeitungsverkäuferin Cristina Otey

Die polnische Mutter Joana Romaneiro / Alicia Garcia Torronteras (18. | 25. Mai | 5. | 18.)

Schüler der John Cranko Schule

Staatsopernchor Stuttgart

Staatsorchester Stuttgart

Weitere Vorstellungen: 11. | 14. | 18. | 25. Mai 2017 // 05. | 18. Juni 2017 // 07. | 19. Juli 2017

Begleitveranstaltungen zu Der Tod in Venedig

Öffentliche Probe

Samstag, 22. April 2017, 9.45 – 11.30 Uhr, Opernhaus

Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Probenarbeit.

Einführungsmatinee

Sonntag, 23. April 2017, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang

Das Produktionsteam gibt interessierten Opernbesuchern einen Einblick in die Konzeption der Neuinszenierung.

Nach(t)gespräche

Sonntag, 25. Mai 2017

Samstag, 18. Juni 2017

Das Produktionsteam beantwortet im Anschluss an die Vorstellung Fragen der Zuschauer.

Einführung vor jeder Vorstellung

Eine Einführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang, statt.

Karten

Karten über www.oper-stuttgart.de und www.stuttgarter-ballett.de, Kartentelefon: 0711. 20 20 90 und an der Abendkasse.

Weitere Informationen zur Neuproduktion unter www.oper-stuttgart.de/tod-in-venedig/ und www.stuttgarter-ballett.de/tod-in-venedig/.

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