Deutschsprachige Erstaufführung: "Alkestis" von Ted Hughes nach Euripides im Schauspiel Frankfurt

Premiere 9.12.2016, um 20.00 Uhr, Kammerspiele, .....Erst am Tag als seine Frau Alkestis stirbt, beginnt Admetos zu begreifen, was geschehen ist. Nicht ihr, sondern Admetos war der frühe Tod bestimmt. Retten konnte ihn, der seinem Land Wohlstand gebracht hatte, nur ein Handel des Apollon: Würde sich jemand finden, der an Admetos’ Stelle zu sterben bereit wäre, dann dürfte er weiterleben. Aber niemand wollte das Opfer bringen. Und nun ist es ausgerechnet Alkestis, die Mutter seiner Kinder, die ihr Leben für ihn opfert.
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Übersetzt und bearbeitet hat Euripides’ Drama der englische Schriftsteller Ted Hughes. Seine »Alkestis« ist geprägt von Hughes’ persönlicher Lebensgeschichte: 1963 nahm sich seine Frau, die Dichterin Sylvia Plath, das Leben. Schonungslos nüchtern ist die Sprache, in der Hughes die Erfahrung des Todes erkundet. Doch zugleich verhilft seine Bearbeitung dem betrunkenen Herakles, der schließlich Alkestis aus dem Totenreich zurück nach Hause holt, zu einem Spiel im Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit.

Durs Grünbein hat im Auftrag des Schauspiel Frankfurt Hughes‘ Text ins Deutsche übersetzt. »Im Fall der Alcestis war ein Betroffener am Werk, der den antiken Stoff als eine Übung zum Selbstverständnis ergriff, vielleicht auch eine Form der Buße. Man hat den Eindruck von einer therapeutischen Versuchsanordnung mit den Mitteln der Poesie.«, so Grünbein im September 2016.

Regisseurin Julie Van den Berghe, geboren 1981 gilt als eine der wichtigsten jungen belgischen Regisseurinnen. Sie inszenierte u.a. am NT Gent, am Frascati, an der Toneelgroep und am Compagnietheater Amsterdam. Ab Januar 2017 wird Julie Van den Berghe Künstlerische Leiterin des Noord Nederlands Toneel Theater Groningen.

Regie Julie Van den Berghe

Bühne Lucas Devriendt

Kostüme Maison The Faux, Joris Suk und Tessa de Boer

Musik Berny Kloos

Dramaturgie Stephan Wetzel

Mit Heidi Ecks, Paula Hans; Nico Holonics, Björn Meyer, Justus Pfankuch, Peter Schröder, Viktor Tremmel

Am 9./10./16. und 17. Dezember sowie am 2. und 3. Januar um 20.00 Uhr; am 26. Dezember um 18 Uhr

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