Uraufführung: "Große, kleine Schwester" von Peter Härtling, Theater Rampe, Stuttgart

Premiere: 12. November 2008, um 20 UhrDie Geschichte zweier Schwestern, die den Zuschauer auf eine Zeitreise von ihrer Kindheit in Mähren bis zur Gegenwart in Schwaben nehmen.

„Bist du wahnsinnig geworden? Du wirst stürzen. Stürzen und ich habe die Schweinerei.“, sagt Ruth zu ihrer Schwester Lea. Die beiden Schwestern, geboren 1907 und 1908, leben die meiste Zeit ihres Lebens zusammen in einer kleinen Wohnung. Ihr gemeinsames Dasein verläuft nicht gerade harmonisch, aber ohne einander können sie auch nicht sein.

Sie erleben eine behütete Kindheit, doch zwei Weltkriege verändern alles. Vor allem mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus, werden auf einmal die Bewohner Brünns in Tschechen und Deutsche, aber auch Österreicher und Juden unterschieden. Lea, mit einem Tschechen verheiratet, kann in Mähren bleiben, während Ruth mit ihrer Mutter über Österreich nach Süddeutschland fliehen muss. Sie kommen schließlich in Nürtingen an, wo sie bis zum Ende ihres Lebens bleiben werden. Nach dem Tod ihres Mannes, folgt Lea ihrer Schwester und ihrer Mutter nach Deutschland…

Als die Regisseurin Betty Hensel einst Susanne Weckerle und Petra Weimer auf dem Fernsehturm in „6 and the City“ sah, wollte sie sofort ein Stück mit ihnen machen und entwarf erste Szenen aus „Große, kleine Schwester“. Nun ist daraus eine ganze Bühnenfassung entstanden.

Das Projekt dieser vier bemerkenswerten Frauen hat Wolfgang Dauner so begeistert, dass er der Produktion prompt ein musikalisches Geschenk gemacht hat.

Der Jubilar Peter Härtling wird mit zahlreichen anderen prominenten Gästen der Uraufführung beiwohnen. Er verarbeitet in „Große, kleine Schwester“ teilweise seine eigene Kindheit:

1941 ziehen die Härtlings von Chemnitz nach Mähren, wo sich der Vater dem direkten Zugriff der Nazis zu entziehen versucht.

1945 fliehen sie nach Zwettel/ Niederösterreich, wo Härtling den Einmarsch der russischen Armee erlebt. Mit seiner Mutter, der Schwester, der Großmutter und der Tante flieht er nach Wien und von dort über viele Zwischenstationen weiter Richtung Westen. 1946 treffen sie schließlich in Nürtingen ein.

Dramatisierung und Regie: Betty Hensel

Ausstattung: Randi Bubat

Musik: Wolfgang Dauner

Mit: Susanne Weckerle und Petra Weimer

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