WILHELM TELL von Friedrich Schiller - Theater Bielefeld

Premiere Sa. 20.05.17 / 19:30 Uhr / Theater am Alten Markt. -----Die Schweiz wird von tyrannischen Landvögten regiert, die der Habsburger Kaiser eingesetzt hat. Das Volk, das sich einst freiwillig unter seine schützende Hand gestellt hatte, beginnt aufzubegehren. AlsLandvogt Gessler die Altdorfer zwingt, vor einer Stange mit seinem Hut darauf niederzuknien, eskaliert die Lage.
22863

Bei einem heimlichen Treffen planen die Vertreter der drei Urkantone den Aufstand. Nur der Einzelgänger Wilhelm Tell ist nicht unter den Verschwörern. Mit Politik will er nichts zu tun haben, doch solle man seiner Tatkraft bedürfen, könne man auf ihn zählen. Als Tell aber aus Unachtsamkeit den Hut auf der Stange ignoriert, hat das fatale Folgen, die Neutralität unmöglich machen. Gessler zwingt ihn, seinem Sohn mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf zu schießen. Der Meisterschütze schießt, trifft den Apfel, wird dennoch verhaftet, flieht, lauert Gessler auf, schießt wieder und trifft ihn tödlich. Die terroristische Tat löst den Volksaufstand und die Befreiung der Schweiz aus.

Wilhelm Tell ist Schillers letztes vollendetes Stück und gleichzeitig eines seiner populärsten und umstrittensten. Der Mythos vom gerechten Widerstandskämpfer Tell wurde seit seiner Entstehung von

unterschiedlichsten Parteien in Anspruch genommen und instrumentalisiert. Apfelschuss, Rütlischwur und das Pathos vom Freiheitskampf täuschen leicht über die Brisanz der Frage nach einem Recht auf

Tyrannenmord hinweg: dass dieses Recht stark von der Perspektive abhängt, dass es Terrorismus wie Freiheitskampf bedeuten, Heldentaten auszeichnen oder Attentate befördern kann.

INSZENIERUNG

Christian Schlüter ist seit der Spielzeit 2006/07 Oberspielleiter des Schauspiels am Theater Bielefeld, mit dem er zuvor viele Jahre als regelmäßiger Gastregisseur eng verbunden war. Christian Schlüter,

geboren in Nesselwang im Allgäu, studierte nach seinem Abitur zunächst zwei Jahre Theaterwissenschaften an der Universität in Bochum und von 1990-1994 Regie bei Jürgen Flimm und Manfred Brauneck in Hamburg. Nach seinem Studium war er bis 1998 als Regieassistent am Thalia Theater Hamburg tätig. Danach arbeitete er als freischaffender Regisseur und Lehrbeauftragter am Studiengang Schauspieltheater-Regie in Hamburg. In Bielefeld inszenierte er zuletzt u. a. die Uraufführungen von Paul Austers Winterjournal und David Gieselmanns Die Oppelts haben ihr Haus verkauft sowie die Komödie Katze im Sack von Georges Feydeau, die deutschsprachige

Erstaufführung von Steven Fechters Schlangenbrut, Hiob von Joseph Roth, Shakespeares Ein Sommernachtstraum sowie die deutschsprachige Erstaufführung von Alan Ayckbourns Rondo.

Inszenierung Christian Schlüter

Bühne und Kostüme Jochen Schmitt

Musik Matthias Flake

Dramaturgie Katrin Enders

Hermann Gessler Thomas Wolff

Freiherr von Attinghausen Anica Happich

Ulrich von Rudenz Jan Sabo

Berta von Bruneck Henriette Nagel

Johannes Parricida Stefan Imholz

Wilhelm Tell Lukas Graser

Hedwig Nicole Lippold

Walther Anica Happich

Werner Stauffacher Guido Wachter

Gertrud Nicole Lippold

Walther Fürst Sebastian Graf

Melchtal Jakob Walser

Baumgarten Stefan Imholz

Armgard Henriette Nagel

Karten

0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

Weitere Artikel