TECHNE - Eine Produktionsplattform von Theater Rampe und Künstlerhaus Stuttgart

Am 24. November 2016 eröffnen das Theater Rampe und das Künstlerhaus Stuttgart die gemeinsame Produktionsplattform TECHNE. TECHNE läuft von November 2016 bis Dezember 2017. Über diesen Zeitraum entwickeln eingeladene (inter)nationale Künstler*innen Arbeiten zwischen Kunst und Technologie. Auf der Bühne, im Ausstellungsraum und in den Räumen dazwischen verschränken sie theoretisches und praktisches Wissen.

Zum Auftakt präsentiert der Künstler Andrew Norman Wilson (USA) seine Arbeit „Reality Models“ im Rahmen eines festlichen Dinners. Im Anschluss wird mit DJ Reinhold Lee Emerson gefeiert.

TECHNE: ERÖFFNUNG

Do 24.11.16

20:00 Dinner und Story Time mit Andrew Norman Wilson (auf Einladung)

22:00 After Party mit DJ Reinhold Lee Emerson (Eintritt frei)

Ort: Theater Rampe, Filderstraße 47, 70180 Stuttgart

Was wäre, wenn wir die Geschichte vom ersten Werkzeug nicht mit dem Faustkeil begännen, sondern mit dem Behälter? In ihrem Essay The Carrier Bag Theory of Fiction denkt Science-Fiction-Autorin Ursula K. Le Guin darüber nach, ob die erste Version womöglich die bessere Geschichte abgäbe – eine, die Wucht hat und Spuren hinterlässt – aber dass Technologie eigentlich aus einem bewahrenden Impuls und Bedürfnis hervorgeht. Denn vor dem Werkzeug der Waffe „mit dem wir Kraft ausüben und dafür Energie aufwenden, gebrauchten wir das Werkzeug, mit dem wir Energie nach Hause tragen konnten“1. Davon ausgehend entwickelt sie ihre Theorie des Romans, der selbst zu einem

Behälter für Worte und Bedeutung wird. Menschheitsgeschichte, Technologie, Erzählen und Ästhetik gehen für Le Guin Hand in Hand.

Auf ähnliche Art und Weise bündelte und beschrieb der altgriechische Begriff „téchne“ ein Wissen, das man benötigt um etwas zu tun oder zu machen. Das Wort deutete dabei auf eine nahtlose Verbindung und wechselseitige Abhängigkeit von zwei Wissensformen hin, einer theoretischen und einer praktischen, die seither als getrennt betrachtet werden. „téchne“ ist titelgebende Referenz dieses Projekts, das besonders die Beziehungen und Bedeutungsspielräume zwischen diesen Formen hervorhebt und den Fokus auf Überschneidungen im Hinblick auf aktuelle ästhetische, ökonomische

und ethische Fragestellungen legt.

Wir verstehen „téchne“ als eine „aktive menschliche Schnittstelle mit der materiellen Welt“2 und folgen dabei einer Definition, die Technologie als eine kulturelle Praxis charakterisiert, welche zutiefst in Fragen nach menschlicher Handlungsfähigkeit verwurzelt ist. Diese Grundannahme verpflichtet sich einer vertrauten und gelebten Auffassung von technologischer und künstlerischer Produktion – als ein Zugang zur Welt, der ständig neu verhandelt werden muss und den Techne innerhalb des Theaters und des Ausstellungsraums reflektiert und zu erforschen sucht.

Techne wird als Produktionsplattform für darstellende und visuelle Kunst von Theater Rampe und Künstlerhaus Stuttgart realisiert. International in seiner Ausrichtung, hat das Projekt seine Basis in der spezifischen Lage von Stuttgart, als einer Region mit einem Industrie- und Technologieschwerpunkt, dessen Identität es zu erproben gilt.

Von November 2016 bis Dezember 2017 präsentiert sich Techne in verschiedenen Formaten – darunter Workshops, Performances, Dinner, Publikationen, Vorträge und Gespräche. Seinen

Abschluss findet das Projekt in einem Festival im Theater Rampe und einer Ausstellung im Künstlerhaus

Stuttgart im November 2017. Techne wird kuratiert von Marie Bues, Martina Grohmann,

Fatima Hellberg, Johanna Markert und Jan-Philipp Possmann.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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