Halbzeit bei den Münchner Opernfestspielen 2016

Jean-Philippe Rameau

Nach den Premieren von La Juive, Mauerschau und Mare Nostrum folgen bei den Münchner Opernfestspielen 2016 die Münchner Erstaufführung von Jean-Philippe Rameaus Les Indes galantes und die Uraufführung von Tonguecat von Saskia Bladt und Torsten Herrmann.

24. Juli 2016, 18.00 Uhr: Münchner Erstaufführung von Jean-Philippe Rameaus "Les Indes galantes" im Prinzregententheater.

Die vierte Premiere der Münchner Opernfestspiele bringt ein Werk des selten gespielten französischen Barock-Repertoires ins Prinzregententheater, das zudem fast 300 Jahre nach seiner Entstehung seine Münchner Erstaufführung erlebt. Mit Jean-Philippe Rameaus Opera-ballet Les Indes galantes gibt der Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui sein Münchner Opernregie-Debüt. „Unser Haus hat ja eine lange Barocktradition, die szenisch oft in der Pop-Art angesiedelt war“, so Intendant Nikolaus Bachler. „Cherkaoui wird hier nun eine ganz andere Bildsprache bringen.“

Cherkaoui war mit den Tänzern seiner Compagnie Eastman bereits bei der BallettFestwoche 2011 mit seinem Tanzstück Babel am Nationaltheater zu Gast. Tänzer seiner Compagnie werden auch bei der Münchner Rameau-Produktion dabei sein. Cherkaoui wirkte bereits mehrfach als Choreograph bei Musiktheaterproduktionen mit, sein Regiedebüt gab er 2014 mit der Oper Shell Shock von Nicolas Lens und Nick Cave am Brüsseler La Monnaie.

„Humor ist für mich das Höchste… Lachen verbindet alle Menschen. Deshalb ist für mich an Les Indes galantes der Humor wichtig – ungeachtet aller darin ernsthaft verhandelten Fragen“, so der belgische Choreograph zu seinem Regie-Ansatz. „Wir lassen Rameaus in vier voneinander entlegenen, exotischen Ländern angesiedelten Geschichten an einem einzigen, zeitlosen Ort spielen: Man könnte ihn als Klassenzimmer, als Museum oder auch als eine Art von Gefängnis ansehen. Die Tänzer, die eine enorm wichtige Rolle in diesem Stück spielen, sind das Reinigungsteam dieser Institution. Eine polnische Putzfrau, ein chinesischer Arbeiter, ein türkischer Straßenkehrer vielleicht – Migranten. Das ist meiner Meinung nach heute exotisch, oder fremd, wenn man will.“

Die Premierenserie steht unter der musikalischen Leitung von Ivor Bolton, der das Münchner Festspiel-Orchester und den Balthasar-Neumann-Chor dirigiert. Lisette Oropesa, Anna Prohaska und Elsa Benoit geben neben anderen Barockspezialisten ihre Rollendebüts.

Les Indes galantes

Premierenmatinee am So, 17.07.2016, 11:00 Uhr

So, 24.07.2016, 18:00 Uhr Premiere

Di, 25.07.2016, 18:00 Uhr

Mi, 26.07.2016, 18:00 Uhr

Fr, 29.07.2016, 18:00 Uhr

Sa, 30.07.2016, 18:00 Uhr

Prinzregententheater

"Les Indes galantes" in den Medien:

BR-Klassik: Die Premiere von Les Indes galantes am Sonntag, 24. Juli wird live auf BR-Klassik übertragen.

STAATSOPER.TV: kostenloser Stream der Premiere auf www.staatsoper.de/tv am Sonntag, 24. Februar 2016 ab 18.00 Uhr.

***

25. Juli 2016, 20.00 Uhr: Uraufführung TONGUECAT, Oper von Saskia Bladt und Torsten Herrmann nach dem gleichnamigen Roman von Peter Verhelst

Tonguecat basiert auf dem gleichnamigen Fantasy-Roman des zeitgenössischen flämischen Autors Peter Verhelst und kommt in der Reithalle zur Uraufführung. Komponiert wurde die Oper von Saskia Bladt und Torsten Herrmann, beide Jahrgang 1981.

"Wer Wärme sucht, der findet sie im Zungenschlag der Erzählerin. Im Feuer, das sie hinter ihren Zähnen trägt. In der Erinnerung, mit der sie dich streichelt." Eine neue Eiszeit ist angebrochen, Wärme ein kostbares Gut geworden - viele sind süchtig nach Ulrikes Erzählungen, mit denen sie den Menschen in einer unwirtlichen Welt Nähe und Zärtlichkeit gibt. Während sie ihre Dienste anpreist, kehrt nach und nach die Erinnerung an ein verdrängtes Trauma zurück: Als Kind war sie Zeugin der brutalen Ermordung ihrer Eltern, was sie später selbst zur Mörderin werden ließ. Ulrike muss sich ihrer Vergangenheit stellen - mit verheerenden Folgen.

Absolventen des Stipendienprogramms der Akademie Musiktheater heute schreiben und inszenieren Tonguecat, das Münchner Kammerorchester musiziert. Die jungen Künstler untersuchen die Dynamik von Täter-Opfer-Kreisläufen: Wie werden aus Opfern Täter? Wie überträgt sich Schuld von einer Generation auf die nächste? Welche Möglichkeiten gibt es, aus der Spirale der Gewalt auszubrechen?

Tonguecat

Oper nach dem gleichnamigen Roman von Peter Verhelst

Mo 25. Juli 2016, 20.00 Uhr Uraufführung

Di 26. Juli 2016, 20.00 Uhr

Fr 29. Juli 2016, 20.00 Uhr

Sa 30. Juli 2016, 20.00 Uhr

Reithalle

Weitere Artikel