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Kritiken

Der Sturm im Wasserglas

Ein schwarzgekleideter Mann in einer Sporthose mit den drei berühmten Streifen und mit Motorradhelm steht auf der Bühne, es ist der Keyboarder und E-Gitarrist. Auf dieser Bühne ist ein Halbkreis mit weißen Steinen markiert. Ein Mann im Blaumann und mit Schweißerbrille schleift die beiden Tänzer nacheinander auf den Tanzboden und lässt sie da wie tot liegen. Es ist der andere Musiker. Eine…

Stilwechsel

Ein Stück von John Ford, einem Zeitgenossen William Shakespeares, bildet die Grundlage für das Libretto der soeben uraufgeführten Oper "Schade, dass sie eine Hure war" von Anno Schreier in der Deutschen Oper am Rhein. Und wahrlich der Stoff ist einer Oper würdig: Inzest. Ehebruch, Liebe, Rache, Eifersucht, Intrige und am Ende sind alle Hauptprotagonisten tot.

 

Abwärts

Haushohe Bretterverschläge, die sich verschieben, sich verdrehen, zu Labyrinthen werden, in denen sich K. in der Düsseldorfer Inszenierung von Kafkas "Das Schloss" verläuft. Sinnbild seiner inneren und äußeren Situation. Sein Ziel, ins Schloss zu gelangen, erreicht er nicht.

 

Farbe, Form, Bewegung

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. In die vielfachen feierlichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr, die sich dieser bahnrechenden Institution widmen, reiht sich auch das Düsseldorfer Theater der Klänge ein. Verschiedentlich hat sich dieses Tanzensemble bereits mit Oskar Schlemmers Tanztheater beschäftigt, so z.B. mit dem "Triadischen Ballett". Nun hat es sich seines letzten…

Von Welten und Phantasien

Gleich mit drei Uraufführungen wartet "b37" in der Deutschen Oper am Rhein auf, dieses Mal ohne eine eigene Choreographie von Martin Schläpfer, aber mit live von den Düsseldorfer Symphonikern gespielten Werken.

 

 

 

Sehnsucht

Bereits zum Einlass schreitet Raimund Hoghe betont langsam die Bühne ab, eine gläserne Wasserschale tragend. So wird der Zuschauer entschleunigt und auf ein gemäßigteres Tempo eingestimmt. Hoghes neues Stück "Canzone per Ornella" ist eine Hommage an Ornella Balestra, die bereits in einigen anderen seiner Stück zu sehen war. Es ist aber auch eine Hommage an eine andere Zeit, in der Lieder noch…

Der schöne Rhein

Drei verschrobene ältere Damen treffen sich im Gartenlokal mit Blick auf den Rhein beim Kännchen Kaffee und Kuchen, serviert auf Porzellan der Köln-Düsseldorfer Schifffahrtsgesellschaft. Später werfen sie sich verschmitzt imaginäre Wollknäuel zu. Es sind die Nornen, die hier das Schicksal knüpfen. So beginnt Dietrich W. Hilsdorf den letzten Teil des Ringes, die "Götterdämmerung" in seiner…

Verwandlung

Drei Tänzerinnen in schwarzer Kleidung mit Hauben, die den ganzen Kopf bedecken und nichts erkennen lassen, die die Identität verbergen. Am Rande der Bühne liegen golden glitzernde Stoffe. Und schon setzen Assoziationen ein, die an Folterknechte oder Folteropfer, an zurückgelassene Rettungswärmedecken einer Flucht denken lassen. Aber ist das wirklich die Intention? Folgt man nicht einer falschen…

Freiheit und Kontrolle

Nach dem immensen Erfolg von Mozarts "Zauberflöte" in der Inszenierung von Esme Appleton, Suzanne Andrade und Paul Barritt, dessen Konzept inzwischen weltweit verwirklicht wird, hat sich die Deutsche Oper am Rhein in Kooperation mit der Komischen Oper Berlin das Team von "1927" für die Inszenierung von Igor Strawinskys "Petruschka" und Maurice Ravels "L'Enfant et les Sortilèges" gesichert. Keine…

Vom Wandern

Dem vertrauten Schema, drei unterschiedliche Stücke an einem Abend, bleibt auch der 35. Ballettabend unter der Ägide Martin Schläpfers an der Deutschen Oper am Rhein treu, mit dem Unterschied nur, dass Schläpfer keine eigene Chorographie zeigt.

 

Noch immer aktuell

Das Tanzhaus NRW wird 40 und feiert seinen Geburtstag mit der Neuauflage eines 35 Jahre alten Klassikers des modernen Tanztheaters: mit Anne Teresa De Keersmaekers "Rosas danst Rosas", jetzt performt mit einem jüngeren Ensemble.

 

Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

Endlich geklärt: Der Lindwurm ist kein drachenartiges Wesen, sondern ein Dampf-Pflug aus der frühindustriellen Zeit. Überhaupt spielt so etwas wie märchenhafte, romantische Verklärung in Dietrich W. Hilsdorfs Inszenierung des "Siegfried" von Richard Wagner für die Deutsche Oper am Rhein keine große Rolle. Stattdessen muss sich der Zuschauer mit einem industrial chic beim Bühnenbild begnügen. Feuer…

Eine alte Geschichte

In den letzten 20 Jahren hat sich die Lebensweise durch die Digitalisierung enorm verändert. Kann da eine Inszenierung, die über 40 Jahre alt ist, bestehen ohne altbacken zu wirken? Diese Frage kann man überprüfen, denn in der deutschen Oper am Rhein ist jetzt als Wiederaufnahme Gioacchino Puccinis Oper „La Cenerentola“ aus dem Jahre 1974 zu sehen. Und dass sie heute noch Freude macht, liegt nicht…

Die Freakshow

Der stadtbekannte Kleinkriminelle Macheath, immer gedeckt durch den Polizeichef Brown, heiratet heimlich die Tochter des Jonathan Jeremiah Peachum, Chef des organisierten Bettlersyndikats. Dieser zeigt sich mit dieser Liaison gar nicht einverstanden und bringt Macheath hinter Gitter. Die „Dreigroschenoper“ von Brecht/Weill ist seit ihrer Uraufführung 1928 ein Dauerläufer. Die schmissige Musik und…

„Hakanaï“ von Adrien M & Claire B im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Ein Raum aus Gaze, auf den eine Buchstabenkaskade projiziert wird: so wird der Zuschauer zu Beginn von Adrien M's & Claire B's Solostück "Hakanï" im dunklen arena-artig installiertem Saal des Tanzhauses NRW empfangen. Dann erscheint ein Rastermuster, und eine Tänzerin begibt sich in den Raum. Jede Bewegung der Tänzerin erzeugt eine Änderung im strengen grafischen Muster, wird zur Störung, mal…

Ein Irrtum

"America forever": diese Hymne scheint das Leitmotiv für Joan Anton Rechis Inszenierung von Giacomo Puccinis "Madama Butterfly" für die Deutsche Oper am Rhein zu sein, und so lässt er den ersten Akt in einem mit korinthischen Säulen pompös ausstaffierten amerikanischen Konsulat spielen. Hier wird die Ehe zwischen Pinkerton und Cio-Cio-San/Butterfly angebahnt und auch vollzogen.

Im Konzertsaal

 

In bewährter Form wurde auch der Ballettabend "b29" dreiteilig in der Deutschen Oper am Rhein präsentiert: Zwei Stücke aus dem klassischen Ballettrepertoire rahmen das neue Werk von Martin Schläpfer. Der Zuschauer wird so mit Neuem und mit Werken aus der Ballettgeschichte vertraut.

 

Aus Verehrung für Mozart schuf Peter Tschaikowsky seine Suite Nr. 4 in G-Dur, in der er u.a. drei kürzere Stücke…

Die Täuschung

 

Pädagogische Maßnahmen vergangener Zeiten führten neben dem erwünschten Effekt wohl nicht selten auch zu Alpträumen, bei sensiblen Kindern allzumal. Die Geschichte vom Sandmann, der den Kindern Sand in die Augen streut, damit sie müde sind und zu Bette gehen, bekommt in E.T. A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" durch die Kinderfrau eine grausame Pointe: der Sandmann streut solange Sand, bis die…

Glaubensfragen

 

Ein Spätwerk von Gioacchino Puccini, die "Petite Messe solennelle", hat sich Martin Schläpfer für seinen abendfüllenden Ballettabend "b32" ausgesucht. Die kleine feierliche Messe wurde in der Privatkapelle des Grafen Michel-Frédéric Pillet-Will in Paris uraufgeführt und ist mit Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Klavieren, Harmonium und gemischten Chor ungewöhnlich orchestriert. Sie hat neben dem…

Neckische Nixen?

 

Die neue Rheingold-Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein von Dietrich W. Hilsdorf beginnt nicht mit Wagner, sondern mit einem Prolog, in dem die erste Zeile von Heinrich Heines Gedicht "Loreley" zitiert wird. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten..." Das Wort "Es" wird wiederholt und bildet den Übergang zur Musik, die mit Es-Dur beginnt. Loge, der diese Zeile vorträgt, entpuppt sich im…

Vorsicht Kunst!

 

Das Eheleben hat sich Don Pasquale doch ganz anders vorgestellt! Die Braut, die ihm von seinem Hausarzt empfohlen wurde und beim Vorstellungsbesuch als schüchterne Klosterschülerin auftrat, entpuppt sich nach der Heirat als herrische, verschwenderische und vergnügungssüchtige Frau, die seinen Haushalt auf den Kopf stellt und ihm sogar Ohrfeigen erteilt. Er ahnt nicht, dass er Opfer einer Intrige…

Vanitas

 

Einer von vielen Titeln, mit dem sich die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gerne schmückt, lautet "Modestadt", denn sie beherbergt die allseits bekannte Modemeile "Kö" und früher fand zweimal jährlich eine Modemesse statt. Eine gewisse Modeaffinität lässt sich auch bei Elfriede Jelinek finden, die scheinbar ein Faible für japanische Modedesigner hat. Als sie vom Schauspielhaus Düsseldorf um…

"b31" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Der "b31" betitelte Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein bietet drei Tanzstücke wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das erste Stück "Obelisco" von Martin Schläpfer ist eine überarbeitete Fassung des bereits 2007 für das ballettmainz kreierten Stückes. Statt mit Ricky Lee Jones "Gostyhead" beginnt es jetzt mit Marla Glens "Travel". Mit edel punkartiger Frisur und Kleidung, in…

Gegensätze

 

In Anlehnung an Heisenbergs "Unschärferelation", nach der sich Elektronen unbeobachtet anders verhalten als unter Beobachtung, unternimmt Simon Stephens in seinem Stück den Versuch, diese Theorie Heisenbergs auf das menschliche Miteinander anzuwenden.

 

Das Stück beginnt unmittelbar nachdem eine unerhörte Begebenheit stattgefunden hat: Georgie hat im Bahnhof den ihr bis dahin völlig fremden…

Der Traum

 

Es regnet, und vor den Toren einer asiatischen Stadt, die als Scherenschnittsilhouette dargestellt ist, spannen alle einen Regenschirm auf. Mit diesem stimmungsvollen Bild beginnt Puccinis Oper "Turandot" an der Deutschen Oper am Rhein. Huan-Hsiung Li nimmt in seiner Inszenierung vielfach auf chinesische Verhältnisse Bezug, hier auf die Regenschirmdemonstration von 2014 in Hongkong. Er arbeitet…

Einsamkeit

 

Der 30. Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein beginnt furios mit Remus Şucheanăs "Concerto grosso Nr. 1" zu Alfred Schnittkes gleichnamigem Musikstück. Zu der polystilistischen Komposition mit Überlagerung von verschiedenen musikalischen Motiven aus unterschiedlichen Epochen - heraus zu hören ist u.a. ein Tango - zeigt Şucheană die Gefühle dreier Frauen. Ihn interessieren dabei die…

Durch Nacht zum Licht - "b.26" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Heiter, beschwingt beginnt der Balletabend "b26" mit einer Zusammenstellung von Szenen aus zwei Balletten des dänischen Choreographen August Bournonville: "Napoli" von 1842 und "Blumenfest in Genzano" von 1858. Bournonville zählt zu den wichtigsten dänischen klassischen Choreographen. Und so ist es verdienstvoll, seine schwungvollen Ballette jetzt als Divertissement auch in der Rheinoper zu…

Kritiken

Düstere Intrige

Ein schwerer Sturm tobt vor der Küste, Zypern ist keine sonnige Mittelmeerinsel. In Michael Thalheimers Inszenierung…

Ein humanistisches Theaterstück

Übrig bleibt vom Namen des Mädchens nur das Ende: Toda. Daran ist die Flucht schuld; die Fremde, durch die Toda…

Köperwahrnehmung

Gedanken über den Körper macht man sich nicht, solange er gut funktioniert. Anders ist es bei einem Tänzer, für ihn…

Tanz und Ekstase

Rhythmusbetont, repetitiv, das sind zwei Stilelemente der Musik der Gnawer, einer marokkanischen Volksgruppe, deren…

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

„Und ich? Wer bin nun ich?“ fragt André, der Vater, gegen Ende des Stücks. Er ist verloren gegangen, er hat sich…

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