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Uraufführung: "Herrmann’s Battle" - Kleist von Rimini Protokoll im Staatsschauspiel Dresden

Dresdner Premiere am 2. Dezember im Kleinen Haus 2. -----

Was ist ein Angriff im Netz? Wie lockt man ein Computersystem in einen Hinterhalt? Wie werden aus Spielern Krieger, und welcher ideologischen Instrumente bedienen sie sich?

 

In Heinrich von Kleists „Die Hermannsschlacht“ werden Guerilla-Taktik und Propaganda ins Heldendrama verabsolutiert. Der Freiheitskampf wird als Ziel formuliert, dem alles andere und alle anderen untergeordnet werden sollen. „Herrmann’s Battle“ bittet Menschen auf die Bühne, die dieser wiederkehrenden Beschwörungsformel ihre eigenen Erfahrungen entgegenhalten: Eine junge Frau auf dem Flug in die Heimatstadt ihrer Familie, Kairo, ins Zentrum des Aufstands. Vom Handy aus stellt sie letzte Neuigkeiten auf ihre facebook-Seite, bevor sie in der Zone der weltweit ersten nationalen Total-Abschaltung des Internets landet.

 

Eine ältere Frau, in Berliner Nächten verfolgt von den Erinnerungen an die höllischen Erfahrungen in Srebrenica – an drei Jahre der Gefangenschaft im Heckenschützen-Ring eines überraschend aus der Mitte der Nachbarschaft ausgebrochenen Faschismus.

 

Ein junger Hacker, der erst den USA, dann Israel den Rücken kehrt und die Extreme der Möglichkeiten auslotet, die das Internet an anonymem Geldverkehr, verschlüsselten Märkten und der totalen Tarnung bis hin zur „Freiheit“ bietet.

Ein Hacker-Veteran, der das Internet als Ort des unauslöschbaren Gedächtnisses nutzt und auf Zeitreise durch die jungen, ungeschützten Datennetze von Hochsicherheits-Institutionen geht.

 

Helgard Haug und Daniel Wetzel bringen die Biografien der Experten in Kollisionskurs mit einem Text, dessen Radikalität die Belange des Individuums überrennt. Die Künstlergruppe Rimini Protokoll wurde im In- und Ausland vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Europäischen Theaterpreis und dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“. Ihre Performer sind zumeist Experten des Alltags“, die mit ihrer Biografie in theatralische Zusammenhänge gebracht werden. Im Kleinen Haus inszenierten sie bereits „Vùng biên gó’i“.

 

Mit: Barbara Bishay, Nathan Fain, Peter Glaser, Käpt’n Rummelsnuff, Remzija Suljić, Karl-Christoph von Stünzner-Karbe

 

Regie: Helgard Haug, Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)

Recherche / Dramaturgie: Sebastian Brünger

Bühne: Folke Köbberling, Martin Kaltwasser

Musik: Christian Schöfer

Live-Musik: Rummelsnuff

Animationen: Riedel&Ulfig

 

„Herrmann’s Battle“ ist eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden sowie dem Hebbel am Ufer, Berlin und der Comédie de Reims / Festival Reims Scènes d’Europe. In Zusammenarbeit mit der Messe- und Veranstaltungs-GmbH Frankfurt (Oder).

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Kleist-Jahr 2011 und den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten.

 

 

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