Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Zeppelin" - frei nach Texten von Ödön von Horváth - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin"Zeppelin" - frei nach Texten von Ödön von Horváth - Schaubühne am Lehniner..."Zeppelin" - frei nach...

"Zeppelin" - frei nach Texten von Ödön von Horváth - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

Premiere 19.09.2017, 20.00. -----

Ödön von Horváth. Zeit seines Lebens fasziniert von spukhaften Phänomenen und Heimsuchungen, skurrilen Krankheitsbildern und seltsamen Unglücksfällen. Geboren 1901 in Fiume (heute Rijeka), gestorben 1938 in Paris. Erschlagen vom herabfallenden Ast einer Kastanie, in die der Blitz einschlug.

Die Ironie: Tage zuvor hatte ihm eine Wahrsagerin »das größte Abenteuer« seines Lebens prophezeit. Horváths Tod hat etwas von einer streng artistischen Konsequenz. Er fügt sich ganz organisch in sein Werk ein, »das oft mit einem übermütigen Satz über den Zaun des Jenseits springt«.

 

Und tatsächlich haben seine Figuren, seien es die unterprivilegierten Fräuleins oder frömmelnden Witwen, die verkorksten Intellektuellen, Kasimirs und Karolines, Schupos oder Zuschneider, eine gewisse Lebenstraurigkeit und Sehnsucht und blicken, wenn immer ihnen auf Erden nicht zu helfen ist, hinauf zu den Sternen. Oder auch bloß hinauf zum Zeppelin, der schwerelos vorüberschwebt. Und der Zeppelin, die »fliegende Aluwurst«, der leise surrende Gigant, das märchenhafte Fluggerät, der ist ein Symbol, ist Fetisch, Idol, Kaleidoskop der Gegensätze und Doppelmoral, Wunder und Phantasmagorie.

Und Horváths Figuren sind in allem, ihrem Reden und Handeln, eigentlich ganz anders, sie kommen nur so selten dazu.

 

»Zeppelin« ist Herbert Fritschs erste Arbeit an der Schaubühne und Auftakt einer regelmäßigen Zusammenarbeit. Fritsch inszeniert Texte aus dem Horváthschen Nachlass, von skurril abenteuerlichen Possen und Zaubermärchen bis hin zu Vorarbeiten seiner berühmten Volksstücke. Und Horváth soll erzählt werden, nur eben ganz anders.

 

Regie und Bühne: Herbert Fritsch

Kostüme: Victoria Behr

Musik: Ingo Günther

Dramaturgie: Bettina Ehrlich

Licht: Torsten König

 

Mit: Florian Anderer, Jule Böwe, Werner Eng, Ingo Günther, Bastian Reiber, Ruth Rosenfeld, Carol Schuler, Alina Stiegler, Axel Wandtke

 

20.09.2017, 20.00

21.09.2017, 20.00

22.09.2017, 20.00

23.09.2017, 20.00

25.09.2017, 20.00

26.09.2017, 20.00

27.09.2017, 20.00

30.09.2017, 20.30

01.10.2017, 18.00

02.10.2017, 20.00

03.10.2017, 20.00

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑