Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Center of gravity", Tanzperformance von Dali Touiti - i-camp/neues theater münchen"Center of gravity", Tanzperformance von Dali Touiti - i-camp/neues theater..."Center of gravity",...

"Center of gravity", Tanzperformance von Dali Touiti - i-camp/neues theater münchen

Premiere: 20. Dezember 2012, 20:30 Uhr + 21.00 Uhr, Entenbachstr. 37. -----

Das Werk von John Cage wird dieses Jahr anlässlich seines 100. Geburts- und des 20. Todestages ausführlich gefeiert. Cage fasziniert als Künstlerpersönlichkeit, die mit den eigenen Arbeiten in verschiedenen Genres zu Hause war und andere Künstler inspirierte, egal ob in der Musik, der Bildenden Kunst oder dem Tanz.

Besonders fasziniert hat Dali Touiti „Roaratorio“ (1979) nach „Finnegans Wake“ von James Joyce.

„Roaratorio“ ist ein Schlüsselwerk der Akustischen Kunst, ein meditatives Lautpoem, das John Cage

selbst rezitiert. Der Text von Joyce ist ein Experiment, nur schwer zu (er-) fassen, ein Kaleidoskop an Geschichten, Assoziationen, Bezügen, Anspielungen. Die Realität wird traumhaft erweitert. Ebenso die Sprache, der die bekannten Worte nicht genügen. Durch zahlreiche Wortschöpfungen entsteht ein polyglottes Textgebilde.

 

Die Komposition lässt ein komplexes Geräusch- und Klang-Ambiente entstehen, das den in „Finnegans Wake“ erwähnten Örtlichkeiten und Geräuschen Klänge zuordnet und sie in eine polyphone Collage übersetzt.

 

„Roaratorio“ ist Inspiration und vielfältiger Bezugspunkt für Touiti. Er begegnet diesem Werk in seinem

Medium, der Bewegung, der körperlichen Energie. Er wirft Schlaglichter auf das Gehörte, Gelesene,

auch er assoziiert und übersetzt - in eigene Bilder. Der Tanz im Raum wird gespiegelt im Bild - gefilmt und bearbeitet, verfremdet und abstrahiert, als Schatten, explosiv oder in slow motion. Die filmische Umsetzung flimmert nicht nur im Hintergrund, sondern hat installativen Charakter, bestimmt den Raum, in dem die Performance stattfindet.

 

Das Polyphone aus Text und Klang findet eine Entsprechung in der Choreografie und ihrer Inszenierung – ein Spot auf Cage, der vielleicht erst ein Anfang ist.

 

Choreografie: Dali Touiti

Tänzer: Edith Buttingsrud Pedersen, Mariko Yamada

Musik: John Cage „Roaratorio“ // Video: Felix Leon Westner

 

Premierenvorstellungen: 20. - 22. Dezember 2012, 20:30 / 21:00 Uhr

30 Minuten, 2 Aufführungen pro Abend, 2 Tänzerinnen

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑