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»Der Mann ohne Eigenschaften« von Robert Musil im Deutschen Theater Berlin

Premiere am 26. April 2007 um 20.00 Uhr in den Kammerspielen.

 

Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften, hat drei gescheiterte Versuche unternommen, einen bürgerlichen Platz in der Gesellschaft zu finden. Er beschließt, eine Auszeit zu nehmen, ein Jahr Urlaub von diesem Leben, denn er fühlt sich nicht mehr fähig, die Vielfalt seiner zersplitterten Gegenwart zusammenzufügen.

Er zieht sich zurück in die Passivität einer reflektierenden Haltung. Zugleich gibt es das Szenario einer »Parallelaktion«, an der Ulrich sich beteiligen soll. Es ist um 1914 in Wien und das geplante Jubelfest zum 70. Thronjubiläum des Kaisers fällt, Ironie der Geschichte, mit dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Ausbruch des 1. Weltkriegs zusammen. Ulrich begegnet zahlreichen Menschen mit Möglichkeiten und Anlagen, die er selbst hätte verwirklichen können, wenn er nicht der Mann ohne Eigenschaften wäre– der Symptomträger der Krankheiten der Moderne: Entscheidungsschwäche, Heimat- und Orientierungslosigkeit. Eine Biographie der Zufälle mündet im Untergang der bürgerlichen Welt.

 

Robert Musil schrieb von 1930 bis zu seinem Tod 1942 an diesem Jahrhundertroman, der Fragment geblieben ist und erst 1952 veröffentlicht wurde. Jetzt kommt dieser Schlüsseltext in einer neuen Fassung von Oliver Reese auf die Bühne der Kammerspiele, in denen bereits eine Adaption von Musils »Verwirrungen des Zöglings Törless« zu sehen sind. Oliver Reese, Chefdramaturg des Deutschen Theaters, inszenierte zuletzt sein Stück »Goebbels« in den Kammerspielen.

 

Regie Oliver Reese

 

Bühne Hansjörg Hartung

Kostüme Elina Schnizler

 

Darsteller Constanze Becker | Marie-Lou Sellem | Kathrin Wehlisch | Matthias Bundschuh | Alexander Khuon | Frank Seppeler | Bernd Stempel

 

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