Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DER.SEMMELWEIS.REFLEX Ein Tanz.Schau.Spiel Ernst Kurt Weigel im Wiener OFF.THEATER (Kirchengasse 41, 1070).DER.SEMMELWEIS.REFLEX Ein Tanz.Schau.Spiel Ernst Kurt Weigel im Wiener...DER.SEMMELWEIS.REFLEX ...

DER.SEMMELWEIS.REFLEX Ein Tanz.Schau.Spiel Ernst Kurt Weigel im Wiener OFF.THEATER (Kirchengasse 41, 1070).

Premiere: 8. März 2022, 20:00 Uhr (Weltfrauentag)

Regisseur Ernst Kurt Weigel rückt in seiner aktuellen Arbeit Ignaz Semmelweis in das theatrale Zentrum. Darin seziert Weigel das Leben des bekannten Chirurgen und „Retters der Mütter“ und offenbart das Phänomen der irrationalen Realitätsverweigerung mit fatalen Folgen. Das ist über 150 Jahre her. Zwar in ganz anderem Kontext dafür umso virulenter begegnet uns auch aktuell wieder eine vehemente Ablehnung von Fakten.

 

Copyright: Walter-Mussil

Mit dem SEMMELWEIS.REFLEX setzt Regisseur Weigel seine Schiene des Tanz.Schau.Spiels fort, in dem sich Schauspiel, Tanz und Musik hybrid zu einem neuen Format verbinden. Intensiviert durch eine musikalische Live-Performance des Indietronic-Musiker und Komponisten b.fleischmann. Passend zum Thema findet die Uraufführung am Weltfrauentag statt. DER.SEMMELWEIS.REFLEX läuft bis 9. April 2022 und ist im Wiener OFF.THEATER zu sehen.

Nach seiner bahnbrechenden Entdeckung der Ursache des Kindbettfiebers versuchte der ungarische Assistenzarzt Ignaz Semmelweis Mitte des 19. Jahrhunderts, Hygienevorschriften in den Spitalsbetrieb einzuführen: Durch regelmäßiges Desinfizieren von Händen und medizinischen Gerätschaften sollte es zu weniger Toten in seiner Abteilung des Wiener AKHs kommen.

Wie ein Kampf gegen Windmühlen stießen seine Bemühungen bei seiner Kollegenschaft - später sogar in ganz Europa - auf heftigen Widerstand und wurden als grober Unfug abgetan, obwohl seine vorgeschlagenen Hygienemaßnahmen nachweislich die Mortalität unter den Patientinnen reduzierten.

Dieser beharrliche Widerstand führte zur Entstehung eines eigenen Terminus in der Psychologie, dem Semmelweis-Reflex: das unmittelbare Ablehnen einer Information oder wissenschaftlichen Entdeckung ohne weitere Überlegung oder Überprüfung des Sachverhaltes. Semmelweis starb im Alter von 47 Jahren in Wien unter nicht näher geklärten Umständen während eines zweiwöchigen Aufenthalts in einer Wiener Irrenanstalt.

Weigel verwandelt den Theatersaal in eine Krankenhausabteilung, in der sich das Publikum zwischen Leichen und Gebärenden aufhält. In der Umsetzung seiner Inszenierung setzt Weigel gemeinsam mit der Choreografin Leonie Wahl auf ein fließendes Wechselspiel von Tanz und Schauspiel, zu dem jeden Abend der österreichische Elektronik-Künstler b.fleischmann live spielt.

Regie, Konzept: Ernst Kurt Weigel,
Choreografie: Leonie Wahl,
Performance: Yvonne Brandstetter, Sophie Resch, Leonie Wahl, Kajetan Dick, Gerald Walsberger,
Komposition: b.fleischmann,
Bühne und Kostüme: Pia Stross,
Regieassistenz: Christina Berzaczy,
Ausstattungsassistenz: Mael Blau,
Dramaturgieassistenz: Ariana Richtmann,
Lichtdesign, Technik: Julian Vogel,
Produktionsleitung: Monika Bangert

DAS.OFF.THEATER, WHITE.BOX, Kirchengasse 41, 1070 Wien
Premiere: 8. März 2022, 20:00 Uhr (Weltfrauentag)
März: 11.|12.|18.|19.|22.|25.|26.|29.
April: 1.|2.|5.|8.|9.
Beginnzeit: immer 20:00 Uhr

Karten unter: karten@off-theater.at, 0676 360 62 06 und online: www.off-theater.at
Kartenpreise: € 20,- (normal)/€ 15,- (ermäßigt) / € 10,- (Schüler*innen, Student*innen)
Weitere Informationen: www.off-theater.at, www.bernhard-ensemble.at

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑