Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt im Volkstheater Wien "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt im Volkstheater Wien "Die Physiker" von...

"Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt im Volkstheater Wien

Premiere: 14. November 2014, 19.30 Uhr. -----

Um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren, begibt sich Möbius, einer der führenden Wissenschaftler, ins Irrenhaus. Hier hofft er am ehesten verbergen zu können, was er entdeckt hat: eine ungeheure Energien ermöglichende Technik, die keinesfalls in die falschen Hände geraten darf.

Sein Ziel: den Fortschritt in die Katastrophe aufzuhalten. Seine Methode: einen Irren zu spielen, der vom Geist Salomons besessen ist. Das gleiche tun zwei andere, ebenfalls nur scheinbar Geisteskranke. Sie halten sich für Einstein und Newton, doch sind sie in Wirklichkeit hinter Möbius’ Geheimnis her. Als sie zu Mördern werden, dringt die Wahrheit ans Licht. Doch längst hat sich die einzig wirklich Wahnsinnige, die Irrenärztin Dr. von Zahnd, in den Besitz der Geheimnisse gebracht und die Katastrophenmaschine in Gang gesetzt. Der Irrsinn, der durch Verstellung verhindert werden sollte, ist längst Realität und alles, was den Simulanten bleibt, ist, nun eingesperrt im Irrenhaus und ohne Aussicht auf Entkommen, tatsächlich irre zu werden.

 

„Mit dieser grotesken Geschichte hat Dürrenmatt eine Bühnenformel für eine reale Situation gefunden, die jederzeit eintreten könnte. Er scheut vor der Konsequenz nicht zurück, dass das, was einmal ausgedacht worden ist, das Mittel zur Massenvernichtung, nie mehr zurückgenommen werden kann. Das ist der tödliche Ernst, in der wilde Komik und blankes Grauen so dicht nebeneinander liegen, dass sich der Zuschauer mit seinem eigenen Gelächter verwundet. ‚Ich wollte keine Tragödie, sondern das Satyrspiel vor der Tragödie schreiben‘.“ (Georg Hensel)

 

Diese, die schlimmstmögliche Wendung nehmende Komödie wurde 1962 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt und zählt bis heute zu den meistgespielten Stücken auf deutschsprachigen Bühnen. Zu Recht, denn angesichts der atomaren Aufrüstung z.B. im Iran und in Nordkorea, den russischen Machtdemonstrationen in der Ukraine aber auch genauso angesichts der Abhör- und Spionageskandale rund um NSA und Co. zeigt sich, dass Dürrenmatts Physiker nichts an Aktualität eingebüßt haben.

 

Mit: Vera Borek, Annette Isabella Holzmann, Claudia Sabitzer; Thomas Bauer, Rainer Frieb, Thomas Kamper, Erich Schleyer, Günther Wiederschwinger

 

Regie: Elias Perrig

Bühne: Wolf Gutjahr

Kostüme: Katharina Weissenborn

Dramaturgie: Doris Happl

 

Nächste Vorstellungstermine:

17. und 29. November 2014, jeweils um 19.30 Uhr

25. Dezember 2014, 18.00 Uhr; 26. Dezember 2014, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen 2015 gemäß Spielplan.

 

Karten: (01) 52 111-400

www.volkstheater.at

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑