Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Edward Bond: "Gerettet" - Badisches Staatstheater Karlsruhe Edward Bond: "Gerettet" - Badisches Staatstheater Karlsruhe Edward Bond: "Gerettet"...

Edward Bond: "Gerettet" - Badisches Staatstheater Karlsruhe

Premiere: Donnerstag, 22. Januar 2009, 20 Uhr | Nancyhalle

 

Ein Vorort im Süden Londons, Gegenwart: Eine Hand voll junger Menschen ohne Perspektive in einer Welt, aus der jede Hoffnung verbannt scheint.

 

Ihr Leben ein einziger hungriger Schrei nach etwas, das sie nicht benennen können, ihre Aggressivität eine verzweifelte, unbewusste Suche nach Sinn.

 

Len zieht zu seiner Freundin Pam ins Haus ihrer Eltern, die schon seit Jahren keine andere Kommunikation mehr kennen als verbittertes Schweigen und gebrüllte Vorwürfe. Pams anfängliche Zuneigung zu Len schlägt schon bald ins Gegenteil um. Sie verliebt sich in Fred, den Anführer einer Gang, und bekommt ein Kind von ihm. Doch Fred interessiert sich weder für sie noch für das Baby. Nach einer Auseinandersetzung kommt es zu einer Katastrophe: Fred und seine Gang steinigen das Baby im Kinderwagen. Das Leben in dumpfer Alltagstristesse geht weiter, als wäre nichts geschehen, und ohne dass auch nur irgendjemand etwas gelernt hätte.

 

„Gerettet“ ist eine dramatische Milieustudie, die mit einem hoffnungsvollen Versprechen beginnt: „Wir werdens anders machen“ und die doch unausweichlich in eine Sackgasse führt. Als „ein manieristisches Gedicht aus Dreck“ hat Georg Hensel dieses Stück bezeichnet. Trotz aller Brutalität und gefühlloser Zerstörungswut beurteilt der Autor sein Stück als „fast unverantwortlich optimistisch“, denn letztendlich hält Len in dieser verrohten Welt Menschlichkeit noch für möglich.

 

Edward Bond, geboren 1934, aufgewachsen im Londoner Arbeitermilieu, gehört zu den ersten britischen Autoren eines „Theaters der Grausamkeit“ und nimmt mit seinen späteren Stücken den Weg zum weltverbesserischen Ideendrama und schließlich zur „optimistischen Tragödie“. Mit „Gerettet“, uraufgeführt 1965 im Royal Court Theatre in London, begann seine Karriere als weltweit beachteter Autor.

 

Das Royal Court Theatre wurde 1966 angeklagt, ein nicht von der Zensur (die bis 1968 existierte) genehmigtes Stück zu spielen. Eine Geldstrafe und ein Aufführungsverbot folgten.

 

Regie: Robert Besta |

Musikalische Leitung und Komposition: Chris Gross

 

Mit: Olaf Becker (Len), Christoph Wünsch (Fred), Thomas Schrimm (Harry), Anja Lechle (Mary), Claudia Frost (Pam), Basil Weiss (Pete), Kim Bormann (Colin), Thomas Strecker (Mike), Lukas von der Lühe (Barry), Sarah Kinn (Liz)

 

Eine Kooperation des Schauspiels mit dem Jugendclub des Badischen Staatstheaters

 

Weitere Vorstellungen: 24.1. und 3.2.2009

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑